Am 18. März soll er gewählt werden – doch schon jetzt brechen für Joachim Gauck spannende Zeiten an. Und auch im Schloss Bellevue ändert sich mit dem neuen Präsidenten einiges.
Frank-Walter Steinmeier
Potsdam - Brandenburgs Linke-Fraktionschef Kerstin Kaiser hat das Verfassungsverständnis des designierten Bundespräsidenten Joachim Gauck infrage gestellt. Angesichts der Äußerungen Gaucks zu den Hartz-Reformen oder den Thesen von Thilo Sarrazin stelle sich die Frage, welche Auffassung Gauck vom Grundgesetz hat, sagte sie am Dienstagvormittag in Potsdam.

„Unauffällig und bescheiden“ – der Nachbar Joachim Gauck
Zwei Begriffe prägen das Denken von Joachim Gauck: Freiheit und Verantwortung. Und er zehrt dabei ganz und gar von den Erfahrungen der Welt vor 1989. Vielen Problemen der Gegenwart wird er sich als Präsident noch stellen müssen.

Was Joachim Gauck einst sagte, wird dieser Tage wieder aktuell. Ob Sarrazin, Occupy, Hartz-IV oder Vorratsdatenspeicherung - frühere Äußerungen des designierten Bundespräsidenten erhitzen die Gemüter. Ein zweiter Blick kann helfen.

Berlin hat er bereits verlassen. Doch auch nach seinem Rücktritt droht dem Ex-Bundespräsidenten noch Ärger. Wie geht es für Christian Wulff weiter?

Es war Christian Wulffs großes Thema. Unter vielen Deutschen migrantischer Herkunft herrscht nun Skepsis, ob Joachim Gauck beim Thema Integration Akzente setzen wird - und wenn ja, welche?

Erst wollte Horst Köhler nach Burkina Faso reisen und trat kurz vorher zurück. Dann wollte Christian Wulff nach Burkina Faso reisen, doch auch ihn hielt es nicht lange genug im Amt.

Acht der zehn bisherigen Bundespräsidenten waren Protestanten. Und das ist gut so. Joachim Gauck, der evangelische Theologe, bringt die besten Voraussetzungen mit für das höchste Amt im Staat.
Vor einem Jahr hat er Gauck reden hören - und war begeistert. Nun bringt er das Buch des nächsten Bundespräsidenten auf den Markt. Ein Porträt.

Niedersachsens SPD lässt nicht locker: Trotz des Rücktritts von Christian Wulff hat die Partei Klage gegen dessen damalige Landesregierung eingereicht. Hintergrund ist eine angebliche Falschauskunft zum "Nord-Süd-Dialog".
Martin Scherer saß vor dem Fernseher und schaute den Polizeiruf im Ersten, als ihm dämmerte, dass er vielleicht gerade dabei war, das Buch seines Lebens herauszubringen. Joachim Gauck soll Bundespräsident werden, stand in den Untertiteln, die die ARD einblendete.
Wie es kommt, dass SPD und Grüne für einen Konservativen eintreten
Mit Joachim Gauck wird ein evangelischer Christ Bundespräsident. Wieder einmal.

Er fahre ein einfaches, älteres Auto und lebe auch sonst bescheiden. So beschreiben seine Berliner Nachbarn den künftigen Bundespräsidenten. Der Tagesspiegel besuchte auch die Frau, die ihm gehörig den Kopf waschen darf.
Wie es kommt, dass SPD und Grüne für einen Konservativen eintreten.
Über Christian Wulffs künftige Versorgung müsste letztlich Horst Seehofer entscheiden – oder Joachim Gauck. Denn der Ehrensold des Staatsoberhaupts ist Sache des Bundespräsidialamtes.

Die Grünen sind mit Gauck zufrieden, einige stören sich aber an seinen Äußerungen zu Sarrazin und über Finanzmarktkritiker.
Die Erwartungen sind riesengroß. Ein Versöhner soll Joachim Gauck sein: zwischen Staat und Menschen, Oben und Unten, zwischen Links und Rechts. Natürlich wird er all das kaum einlösen, aber er kann etwas ganz Besonderes in die Waagschale werfen - sein eigenes Leben.
Der Name Joachim Gauck ist seit Sonntagabend in aller Munde. Die Vorsitzenden von CDU, CSU, FDP, SPD und Grünen wollen ihn als Bundespräsidenten. Doch wollen das auch die Nutzer im Web? Einige Stimmen gibt es hier.

Der Name Joachim Gauck ist seit Sonntagabend in aller Munde. Die Vorsitzenden von CDU, CSU, FDP, SPD und Grünen wollen ihn als Bundespräsidenten. Doch wollen das auch die Nutzer im Web? Einige Stimmen gibt es hier.
Nicht die Parteien, sondern die Bürger haben Joachim Gauck zum Präsidenten gemacht. Die Entscheidung ist richtig, könnte für die Parteiendemokratie trotzdem zur Gefahr werden

SPD-Chef Sigmar Gabriel lobt Gauck und verlangt von ihm keine "sozialdemokratische Hauspropaganda". Grünen-Chef Özdemir sieht das Ende von Schwarz-Gelb. Tatsächlich ist der Unmut in der Union gewachsen.

Christian Wulffs frühzeitiger Rücktritt als Bundespräsident weckt Zweifel an seinem Anspruch auf Ehrensold. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles findet die Debatte um die Bezüge kleinlich - und bekommt Unterstützung aus der CDU.

Immer wieder montags im Tagesspiegel: Vier Fragen an "Zeit"-Herausgeber Josef Joffe. Heute zum Bundespräsidenten (2), zu Griechenland und zu Frankreich.

Geschichte kann köstlich sein, meint Malte Lehming. Aktiv unterstützt von SPD und Grünen wird mit Joachim Gauck bald der konservativste Bundespräsident gewählt, den Deutschland je hatte. Denn: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.

Sie haben ein ganzes Wochenende lang gerungen, gestritten und sich am Ende geeinigt: Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck soll neuer Bundespräsident werden. Unser Blog zum Nachlesen.
Der Bundespräsident wird von der Bundesversammlung gewählt. Würde das Staatsoberhaupt in einer Direktwahl vom Volk bestimmt, würde alles auf Joachim Gauck zulaufen. Das jedenfalls belegen die Umfragen.
Eine Predigtreihe zu den „Zehn Geboten“ in Mitte.
Er habe in seinem Leben Dinge erlebt, die als unwahrscheinlich galten, sagte Joachim Gauck bei seiner ersten Bewerbung. Was seitdem geschah, gehört dazu.

SPD und Grüne haben Gauck hofiert, dabei spricht seine politischen Haltung eher der Linie Angela Merkels. Wer hat hier geblufft? Die Präsidentenposse ist noch lange nicht beendet, meint Malte Lehming, sie fängt gerade erst an.

Die Piratenpartei legt in der Wählergunst weiter zu und steht laut einer Umfrage inzwischen bei neun Prozent. Und auch die Bundespräsidentenwahl könnten die Piraten nutzen, um sich weiter zu profilieren.
Auf den Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff reagierten die TV-Sender am Freitag auch in ihren Abendprogrammen. Das Zweite hob direkt nach der 19-Uhr-Ausgabe von „heute“ das „ZDF spezial: Rücktritt von Bundespräsident Wulff“ ins Programm.
Angeblich ergebnisoffen haben die Hinterzimmergespräche zur Wulff-Nachfolge begonnen. Es gibt zahlreiche potenzielle Staatsoberhäupter – doch die meisten scheiden rasch auch wieder aus.

Harald Martenstein sagt: "Ich trete zurück." Es war ihm ein Herzensbedürfnis, Kolumnen über Christian Wulff zu schreiben, aber das ist nun vorbei. Denn die vielen Vorteile, die Wulff sich verschafft hat, haben Martensteins Familie verletzt.
Andreas Conrad kann sich die Flagge über Schloss Bellevue nicht erklären.

Christian Wulff habe "sehr viel für die Integration getan" und sich "Respekt verdient", sagen Vertreter muslimischer Verbände. Mancher bedauert den Rücktritt Wulffs, der eine "politische Integrationsfigur" gewesen sei.
Vor und nach der Erklärung von Ex-Bundespräsident Christian Wulff legt nicht nur Günther Jauch eine Extra-Schicht ein.

Sein Amtszeit als Bundespräsident war bestückt mit kleineren und größeren Affären. Trotz Handyverträgen, Sylturlauben und Krediten von Unternehmerfreunden sollte Christian Wulff den Ehrensold erhalten.

Er hat Hass-Mails bekommen und lange mit sich gerungen. Am Ende hat sich der Hannoveraner Oberstaatsanwalt mit seinen Kollegen abgesprochen und beantragt die Immunität von Christian Wulff aufzuheben.