Zum Thema Porträt: Mehr als eine stille Helferin hinter einem mächtigen Mann Reaktionen: Großartige und couragierte Frau Fototour:Das Leben der Hannelore Kohl Der Freitod von Hannelore Kohl hat enorme Bestürzung hervorgerufen. Bundespräsident Johannes Rau, Bundeskanzler Gerhard Schröder, CDU-Chefin Angela Merkel, der ehemalige Staatschef der Sowjetunion Michail Gorbatschow und zahlreiche weitere Politiker sprachen Altkanzler Helmut Kohl ihr Beileid aus.
Helmut Kohl
Man weiß nicht so genau ob aus eigenem Antrieb oder auf Anraten der Lehrer - aber die Schüler der Gustav-Heinemann-Oberschule hatten offenbar Verdacht geschöpft: Ob die Kollegen Merkel und Merz ihn mit der Bitte, für das Amt des Regierenden Bürgermeisters zu kandidieren, nicht ohnehin nur in die zweite Liga hätten abschieben wollen, wollte die 16-jährige Christina von Wolfgang Schäuble wissen. Ob die Tatsache, dass mit Frank Steffel nun der Wunschkandidat des Altbundeskanzlers antrete, nicht eigentlich zeige, dass Kohl immer noch der heimliche Parteivorsitzende sei, fragte Jakob, 15, offenbar der notorische Querdenker im Raum.
Altkanzler Helmut Kohl (CDU) hat sich im Rechtsstreit um die Veröffentlichung seiner Stasi-Akten durchgesetzt. Das Berliner Verwaltungsgericht gab am Mittwoch Kohls Klage gegen die Herausgabe ihn betreffender Unterlagen an Journalisten und Historiker statt.
Wer sich zu den Geheimnissen des Stasi-Unterlagengesetzes vorwagt, muss durch ein dunkles Labyrinth. Zum Plenarsaal des Berliner Verwaltungsgerichtes führen verwinkelte Gänge mit matten Deckenleuchten und mintgrünen Fußböden.
Uwe Wesel (68) ist emeritierter Professor für Rechtsgeschichte und Zivilrecht an der Freien Universität in Berlin-Dahlem. Das Berliner Verwaltungsgericht sieht sich nicht an die bisherige Praxis der Gauck-Behörde gebunden.
Wolfgang Schüssel (56) ist seit Februar vergangenen Jahres österreichischer Bundeskanzler. Der ÖVP-Politiker war von 1995 bis 2000 Außenminister und Vizekanzler.
Worum es geht. Konkret klagt Altkanzler Helmut Kohl gegen die Veröffentlichung seiner Stasi-Akte.
Überregionales Aufsehen erregten die Eierwürfe auf Helmut Kohl am 11. 5.
Marianne Birthler (53) ist seit Oktober 2000 Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen. Frau Birthler, heute behandelt das Berliner Verwaltungsgericht die Klage Helmut Kohls gegen die Veröffentlichung seiner Stasi-Akte.
In Gegenden Deutschlands, die im Laufe der Geschichte mit der Reformation wenig und mit dem Sozialismus gar nicht in Berührung gekommen sind, gibt es - allerdings in zurückgehender Zahl - einen besonderen Typus von Geschäften, die so genannten Devotionalienhandlungen. Devotionalien sind der Andacht dienende Gegenstände, als da seien Rosenkränze, Gesangbücher, Bibeln und Heiligenbildchen.
Guido Westerwelle ist zu Fuß gekommen. Mit dem guten Wetter hat das aber nichts zu tun, sondern mit der herbestellten Fernseh-Kamera, die seinen Gang zum Kanzleramt festhalten wird: Der FDP-Chef eilt zum Antrittsbesuch bei Gerhard Schröder.
Das Gesetz des Wechsels im Trialog hat es glücklicherweise gefügt, dass es diesmal nicht Wolfgang Schäuble ist, der die Ereignisse der letzten Woche in Berlin kommentieren muss. So werde ich versuchen, den Reigen zu eröffnen und die Frage in den Raum zu werfen, was es eigentlich ist, das die Parteien so strukturell dumm macht.
Christian Schertz, 35, ist Rechtsanwalt in der Berliner Anwaltskanzlei Hertin und spezialisiert auf Fragen des Presse-, Urheber- und Medienrechts. Er hat unter anderem den Kaufhaus-Erpresser Arno Funke (Dagobert) wegen des SFB-Tatorts "Dagoberts Enkel" anwaltlich vertreten.
Da bleibt nur der Rückgriff auf Karl Marx angesichts der Tumulte in der Berliner Politik nach Helmut Kohls Ankündigung, er wolle nochmal als Parteisoldat gegen die PDS kämpfen. Marx meinte: Die Geschichte wiederholt sich nicht - es sei denn, als Farce.
Um den Wahltermin wird noch gerangelt, aber selbst die Bundesprominenz aller Parteien hat sich längst in den Kampf um Berlin gestürzt. SPD-Chef Gerhard Schröder und sein Generalsekretär Franz Müntefering lesen Klaus Wowereit und Peter Strieder zurzeit jeden Wunsch von den Lippen ab.
Peter Radunski (62) hat für die CDU auch unter Kohl schon viele Wahlkämpfe organisiert. Der Ex-Kultursenator gehört zur CDU-Beratercrew für die Wahl in Berlin.
In der Union sorgen der aufziehende Berliner Landtagswahlkampf und die Folgen der Kandidaten-Kür bei der CDU weiter für Unruhe. Der als CDU-Spitzenkandidat gescheiterte Wolfgang Schäuble widersprach am Mittwoch jüngsten Agenturberichten, er habe sich in einem Gespräch mit der Wochenzeitung "Die Zeit" unzufrieden über die CDU-Vorsitzende Angela Merkel geäußert.
Er war nie unscheinbar. Er war immer da.
Helmut Kohls engagierte Bereitschaft, im Berliner Wahlkampf zu helfen, ist vom CDU-Landesverband mit zurückhaltender Dankbarkeit aufgenommen worden. "Er hat die deutsche Einheit nachhaltig geprägt; also liegt es nahe, dass er im Umfeld des 13.
Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl wird sich für die CDU im Berliner Wahlkampf einsetzen, doch die Einzelheiten sind noch ungeklärt. Die politische Entwicklung in der Hauptstadt sei "zutiefst beschämend", sagte Kohl am Dienstag in Berlin.
Wenn heute der neue japanische Botschafter in Berlin, Issei Nomura, Außenminister Joschka Fischer im Teehaus der Japanischen Botschaft in Tiergarten zur offiziellen Eröffnung empfängt, ist es ein besonderer Tag für ihn. Issei Nomura stammt aus der Präfektur Hiroshima und zeigt sich sehr glücklich darüber, dass die Bürger von Tiergarten 1989 für eine Umbenennnung der damaligen Graf-Spee-Straße in Hiroshima-Straße gestimmt hatten.
Berlin droht ohne stärkere finanzielle Hilfen des Bundes der wirtschaftliche Kollaps. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin in seinem jüngsten Wochenbericht.
Nach außen hin herrscht Ruhe in der Bundes-CDU nach der Berliner Kabale um den Beinahe-Spitzenkandidaten Wolfgang Schäuble. "Wir haben jedwedem Kandidaten, den die Berliner Kollegen nominieren, unsere Unterstützung zugesagt", verkündet am Montag der Generalsekretär Laurenz Meyer.
Helmut Kohl muss auf die erste Demütigung nicht allzu lange warten. Als er durch den Saal in Essen schritt, tröpfelte der Beifall eher höflich als stürmisch.
Das wird eine denkwürdige Woche für Berlin. Ich meine aber nicht das, woran alle denken, sondern einen Gedenktag.
Klaus Wowereit hat ein ziemlich gutes Argument auf seiner Seite: Berlin ist von Heterosexuellen ruiniert worden - und es ist Zeit für einen Wechsel.In der Großen Koalititon geht es schon länger zu wie in einer Ehe, die sich überlebt hat.
Helmut Kohl war kein Medienkanzler. Das Fernsehen und seine Wohltaten für gewandte Spitzenpolitiker sind ihm fremd geblieben.
Die CDU-Fraktion hat am Montag eine "offene und ehrliche Diskussion" mit Vertretern der katholischen Bischofskonferenz geführt, sagte CDU-Chefin Angela Merkel. Der Dialog mit den Kirchen solle fortgesetzt werden.
Klaus Töpfer könnte mit der Liste der Ämter, für die er in den letzten zwei Jahrzehnten ins Gespräch gebracht worden ist, bequem seinen Schreibtisch tapezieren: vom Ministerpräsidenten des Saarlands angefangen bis hin zum Bundeskanzler. Auch für Berlin war der Mann, dem Helmut Kohl die Degradierung vom Umwelt- zum Bauminister mit dem Zusatzposten des Umzugsbeauftragten versüßt hatte, schon einmal im Gespräch.
Auch Hessen ist jetzt in Berlin angekommen. Am Donnerstag eröffnete Ministerpräsident Roland Koch die Landesvertretung.
Vielleicht hatte sie einfach keine Lust, alles zu lesen. Das von einem Journalisten bestellte Dossier aus Katarina Witts Stasi-Akten umfasst schließlich über tausend Seiten.
Während dem früheren Kabinettschef Helmut Kohl ein Gerichtsverfahren über Anderkonten und schwarze Kassen erspart blieb, muss sein Ex-Innenminister damit rechnen: In diesen Tagen erhalten Manfred Kanther, Prinz Wittgenstein und ihr Geldbote, Horst Weyrauch, Post vom Gericht. Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft hat ihre Anklageschrift gegen die ehemaligen Funktionäre der hessischen CDU und ihren Finanzberater auf den Weg gebracht.
Mit seinen Ehrenworten ist Altbundeskanzler Helmut Kohl eigen. Seinen Parteispendern hat er Anonymität versprochen, den um ihren Arbeitsplatz bangenden Arbeitern im mitteldeutschen Chemiedreieck den Erhalt zumindest von Kernen ihrer Unternehmen.
Thomas Osterkorn, 47, ist neben Andreas Petzold Chefredakteur des "Stern". Das Hamburger Magazin aus dem Verlag Gruner + Jahr geriet in die Schlagzeilen, als der Berliner Historiker Hubertus Knabe in seinem Buch "Der diskrete Charme der DDR" frühere Kontakte des "Stern" zur DDR-Staatssicherheit darstellte.
Der ehemalige Bundeskanzler ist nicht der einzige prominente Kunde, der in der Charlottenstraße 60 gern und regelmäßig sündigt. Erst in dieser Woche bevorratete sich Helmut Kohl bei Fassbender & Rausch mit Produkten aus der "Speise der Götter" - so heißt übersetzt der Kakaobaum, den der Botaniker Carl von Linne "Theobrama cacao" genannt hat.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck will Altkanzler Helmut Kohl wegen des umstrittenen Verkaufs der ostdeutschen Leuna-Raffinerie 1992 an den französischen Elf-Konzern noch einmal vor den Parteispenden-Untersuchungsausschuss des Bundestags bringen. "Kohl muss jetzt endlich die volle Wahrheit sagen und auch die Namen der angeblichen Spender herausrücken", sagte Struck dem Tagesspiegel.
Altkanzler Helmut Kohl (CDU) hat Schmiergeldvorwürfe im Zusammenhang mit der Privatisierung der Raffinerie Leuna scharf zurückgewiesen. Im Folgenden werden Auszüge aus der Erklärung von Kohls Sprecher dokumentiert:"Derartige frei erfundene und jeder Grundlage entbehrende Behauptungen wurden bereits im Januar und Juli 2000 auf Grund von Spekulationen des ehemaligen Elf Aquitaine-Managers Andre Tarallo aufgestellt.
So ausführlich hat sich Helmut Kohl lange nicht empört: "frei erfundene und jeder Grundlage entbehrende Behauptungen", "verleumderische Unterstellungen" - sogar der Oggersheimer Superlativ kommt zum Einsatz: "völlig absurd" sei das, was da wieder einmal in der Zeitung zu lesen stehe. Was den Altkanzler so aufregte, war ein Bericht der "Berliner Zeitung" über den "Fall Leuna".
Dieses Wörtchen hat schon viele Karrieren im öffentlichen Dienst schlagartig beendet: jederzeit. Jederzeit kann der Bundespräsident hohe Beamte in den einstweiligen Ruhestand versetzen.
Der "Fall Leuna" gilt gemeinhin als aussichtslos. Seit der Verdacht in der Welt ist, dass es bei der Privatisierung der Raffinerie Leuna und der ostdeutschen Minol-Tankstellenkette 1992 nicht mit rechten Dingen zugegangen sei, ist eine verwirrende Vielfalt von Hinweisen, Aussagen, Schriftstücken, Vermutungen zu dem Komplex aufgetaucht.