Roland Koch (43) ist seit 1999 Ministerpräsident in Hessen. Der Jurist und treue Gefolgsmann von Helmut Kohl siegte bei der Wahl vor allem mit einer Unterschriftenaktion gegen die doppelte Staatsbürgerschaft.
Helmut Kohl
Michail Gorbatschow (70), ehemaliger Staatschef der Sowjetunion, hat sich bei einem Ausflug in den Journalismus einen alten Weggefährten als Interviewpartner ausgesucht: Altkanzler Helmut Kohl (71). Die beiden Politiker führten im Dom von Speyer ein Gespräch über die bewegte Zeit vor der deutschen Wiedervereinigung.
Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl verließ als Erster das fast echte Gipfeltreffen mit Michail S. Gorbatschow und Hans-Dietrich Genscher anlässlich der Gala zur Verleihung der "Goldenen Henne".
Mit dem Einzug von Regierungschef Gerhard Schröder in sein neu errichtetes Kanzleramt am 2. Mai ging mehr zu Ende als die zehnjährige Übergangszeit seit dem Hauptstadtbeschluss des Bundestages vom Juni 1991.
Man kann die Sache mit gespitzter Juristen-Feder angehen oder mit praktischem Menschenverstand. Rudolf Scharpings Vize-Sprecher Joachim Cholin hat sich am Freitag für die zweite Variante entschieden - und damit die versammelte Berliner Journalistenschar ins Grübeln gestürzt.
Es ist schwierig geworden, Helmut Kohl zu ehren. Zurzeit spürt dies die Uni Marburg.
Das Volk hat geurteilt und Leo Kirch schuldig gesprochen. In einer hübschen Volte ist das Gemeinschaftserlebnis Fußball für einige Zeit durch kollektive Medienkritik ersetzt worden.
Die Union verliert die größten Namen. Fast die gesamte Kern-Truppe der 16 Regierungsjahre bis 1998 nimmt ihren Abschied.
Buchstäblich kein Tag vergeht, an dem es nicht Ratschläge oder Forderungen an den Bundeskanzler gäbe, wie die Konjunktur zu beleben sei. Das ist insofern nicht weiter erstaunlich, als Kompetenz in Wirtschaftsfragen aus zwei Gründen herausragend wichtig ist: einmal wahltaktisch für die Parteien, zum anderen für die Bundesrepublik als größtes Industrieland in Europa.
Die Berliner Bevölkerung hat es Konrad Adenauer nie verziehen, dass er sie am 13. August 1961 alleine ließ, als das DDR-Regime den Stacheldraht ausrollte und die Stadt teilte.
Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) zweifelt an der demokratischen Gesinnung des PDS-Spitzenkandidaten Gregor Gysi. "Sicherlich gehörte er zu jenen, die in den Jahren 1988 und 1989 zu dem Ergebnis kamen, dass es mit der Honecker-SED so nicht weitergehen könnte", sagte Kohl in einem Interview der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe).
Der Streit geht weiter, immer weiter. Noch immer zanken sich Otto Schily und Marianne Birthler um die Herausgabe der Stasi-Akten.
Leuna - ein Ort, ein Name, ein Synomym: Was da alles mitschwingt! Leuna hat als Begriff inzwischen eine Bedeutung erlangt, die weit über Deutschland hinausreicht: Weil es um den Verdacht geht, dass das größte deutsch-französische Gemeinschaftsvorhaben nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht sauber war.
Der Schatten von Helmut Kohl wird groß wie nie. Wenn Marianne Birthler ihren Willen durchsetzt und sich der Bundestag aufgrund des Streits um die Herausgabe von Kohls Stasi-Akten mit dem Stasi-Unterlagengesetz (StUG) befasst, verdunkelt seine Person alle Staatsgewalten gleichzeitig: In der Exekutive kämpft Innenminister Otto Schily (SPD) mit der Chefin der Unterlagen-Behörde um seinen Fall; die Justiz in Gestalt des Bundesverwaltungsgerichts schreibt ein Revisionsurteil; und der Bundestag, die Legislative, feilt an einer Novelle in der Sache.
Was lange währt: Der Streit um die Herausgabe der Stasi-Akten von Personen der Zeitgeschichte kann in absehbarer Zeit entschieden sein. Kann.
Lange Briefe sind eigentlich was Schönes. Doch Marianne Birthler dürfte sich nicht über den dicken Umschlag gefreut haben, der am Montag auf ihrem Schreibtisch landete.
Es ist still geworden ums idyllische St. Gilgen.
"Trotz Kohl und Schily, die Akten bleiben offen" heißt es rot auf weißem Laken an der Fassade des "Hauses Nummer 1", Lichtenberger Normannenstraße. In dem grauen Verwaltungsbau befand sich die "Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit".
Wer trägt wie viel Schuld am Freitod der Hannelore Kohl, wie lässt diese Sache sich politisch instrumentalisieren? Zwei Versionen gibt es.
Auszüge aus dem Abschiedsbrief Hannelore Kohls hat der Historiker Theo Schwarzmüller am Wochenende veröffentlicht. Als Grund für seinen Schritt nannte er in der "Welt am Sonntag" "unwürdige Spekulationen und offenbar von Hass diktierte Verleumdungen", die er beenden wolle.
Die Statistiker finden ja schon interessante Dinge heraus. Bei Wahlen in den USA gewinnt stets der Kandidat, der weniger Glatze hat.
Nach dem Tod seiner Ehefrau Hannelore wird Helmut Kohl nicht wie bisher vorgesehen bei der Berliner CDU-Veranstaltung zum Jahrestag des Mauerbaus am 13. August auftreten.
Eine kräftige Sonne und die wandernden Schatten der Regenwolken bestimmten das Licht im Kaiserdom zu Speyer, als sich die Trauergemeinde versammelte und den Gottesdienst für Hannelore Kohl feierte. "Siehe, ich will alles neu machen", hieß es in der Lesung.
Einem Menschen die Ehre rauben zu wollen, sagte Monsignore Erich Ramstetter in seiner Trauerrede für Hannelore Kohl, so etwas ziele immer auf das Leben und die Lebenskraft. Hannelore habe mit Helmut, ihrem Mann, das "gemeinsame bittere Leid" geteilt, dieses "schwere Schicksal", und "bis zuletzt zu ihm gehalten.
Ihr gehört der Aufmacher. Ihr Bild ist auf allen Titelseiten.
Der Selbstmord von Hannelore Kohl und der heute stattfindende Trauergottesdienst im Speyerer Dom wirft die Frage nach der Haltung der Katholischen Kirche zum Selbstmord auf. So hält sich heute häufig die Ansicht, dass Selbstmörder nicht kirchlich bestattet werden dürften.
Zu Klängen von Verdi, Mendelssohn und Haydn wird Helmut Kohl an diesem Mittwoch im Speyerer Dom Abschied von seiner Frau nehmen. Der 71-Jährige hat damit für die Totenmesse (Beginn 14 Uhr) ein Gotteshaus gewählt, das ihm seit langem vertraut ist.
Auf dem Tisch haben all die Blumen keinen Platz. Deshalb stehen sie auf dem Boden daneben, die Vasen mit weißen Lilien, weißen Rosen, weißen Orchideen.
Immerhin: "Der Bundeskanzler hat Verständnis für die Haltung von Bundesinnenminister Schily zum Ausdruck gebracht." So berichtete es jedenfalls Regierungssprecher Uwe Karsten Heye am Montag in Berlin.
Kann das auch in Berlin passieren? In nordenglischen Städten entlädt sich der Hass zwischen jungen weißen Rassisten und Jugendlichen aus Einwandererfamilien mit einer Wucht, der die Polizei nicht gewachsen ist.
Er hat sie vorgeschlagen, er hat sie in ihr Amt eingeführt, er hat ihre Hand gedrückt. Innenminister Otto Schily (SPD) hat der Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, viel Glück für ihre Arbeit gewünscht.
Am vergangenen Mittwoch hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden, dass die Gauck-Behörde keine Stasi-Akten über den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl veröffentlichen darf. Richter Volker Markworth begründete sein Urteil damit, dass der Schutz von Stasi-Opfern - in diesem Fall Kohl - Vorrang vor der Aufarbeitung der Stasi-Geschichte habe.
Über den Parteispenden-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages haben wir aus verschiedenem Anlass mehrfach üblen Spott und Hohn ausgegossen. Doch in seiner letzten Sitzung ist ihm in seiner unendlichen Weisheit etwas eingefallen, das uns dazu nötigt, Abbitte zu leisten.
Ultimaten haben einen Nachteil. Wenn die Frist, die eine Seite setzt, von der anderen ignoriert wird, ist der Eklat perfekt.
High noon in Berlin-Mitte: Otto Schily und Marianne Birthler rüsten zum Duell, heute Mittag, 12 Uhr. "Ultimatum" und "Rechtsaufsicht" droht der Innenminister.
Der Brief von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) dürfte im Amt der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, wie eine Bombe eingeschlagen haben. In der Kontroverse um die Herausgabe von Stasi-Akten über Prominente fordert Schily die Behördenchefin auf, ihm bis Montag "12.
Zum Thema Ted: Sollen Parteien auf Wahlplakate verzichten? Man muss Wahlversprechen ja nicht gleich so wörtlich nehmen wie Paul Unzufrieden.
Helmut Kohl zieht sich in seiner Trauer zurück. Am Tag nach dem Selbstmord seiner Ehefrau Hannelore hält sich der Alt-Bundeskanzler in seinem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim rund zwei Dutzend wartende Journalisten und kondolierende Bürger gleichermaßen vom Leibe.
Ein Schnappschuss, mehr nicht. Edmund Stoiber trotzt aufrecht wie ein Kapitän auf schwerer See den Batterien, Flaschen und Eiern, die ihm und seinen Kollegen von der Union am Montag auf dem Alexanderplatz entgegen geschleudert wurden.
Man weiß nicht so genau ob aus eigenem Antrieb oder auf Anraten der Lehrer - aber die Schüler der Gustav-Heinemann-Oberschule hatten offenbar Verdacht geschöpft: Ob die Kollegen Merkel und Merz ihn mit der Bitte, für das Amt des Regierenden Bürgermeisters zu kandidieren, nicht ohnehin nur in die zweite Liga hätten abschieben wollen, wollte die 16-jährige Christina von Wolfgang Schäuble wissen. Ob die Tatsache, dass mit Frank Steffel nun der Wunschkandidat des Altbundeskanzlers antrete, nicht eigentlich zeige, dass Kohl immer noch der heimliche Parteivorsitzende sei, fragte Jakob, 15, offenbar der notorische Querdenker im Raum.