Bundestags-Ambitionen Ludwigs: Feuertaufe für designierten CDU-Parteichef
Im „roten Brandenburg“ haben die Christdemokraten derzeit keine Chance, bei der Bundestagswahl 2013 auch nur einen der neun Wahlkreise direkt zu gewinnen.
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Potsdam - Das geht aus der jüngsten Prognose der Plattform election.de hervor. Demnach würde die SPD alle Wahlkreise zwischen Uckermark und Lausitz holen – auch den Wahlkreis 61, der Potsdam und das Umland umfasst. Den Wahlkreis hatte die SPD – immer knapp gefolgt von den Linken – seit 1990 ununterbrochen gewonnen. Gleichwohl ist innerhalb der CDU um die Direktkandidatur ein Machtkampf ausgebrochen. Wie berichtet will die gerade als Landes- und Fraktionsvorsitzende gestürzte Saskia Ludwig ein Comeback im Bundestag versuchen. Der von ihr geführte CDU-Kreisverband Potsdam-Mittelmark nominierte sie am Dienstagabend bei nur einer Gegenstimme. Nun tritt Ludwig im innerparteilichen Kampf um die Spitzenkandidatur im Wahlkreis 61 gegen Katherina Reiche an. Sie ist Potsdams CDU-Kreischefin, langjährige Bundestagsabgeordnete und als parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium Mitglied der Bundesregierung. Reiche war Brandenburgs CDU-Spitzenkandidatin bei der letzten Bundestagswahl.
Bei der Kampfkandidatur der beiden schon länger als verfeindet geltenden CDU-Frauen geht es allein um die Ausgangsposition für die Aufstellung der Landesliste zur Bundestagswahl. Nur wer nominiert wird, hat eine Chance auf einen vorderen Platz. Trotzdem bringt das Duell neue Unruhe in die brandenburgische CDU, sorgt in der Landesspitze für geteilte Reaktionen. Vor allem wird es zur Nagelprobe für die Führungsstärke des designierten Landeschefs Michael Schierack, der im November als Ludwig-Nachfolger gekürt werden soll. Am Dienstag machte Schierack zwar keinen Hehl daraus, dass er von den Ambitionen seiner Vorgängerin „überrascht“ wurde. Die Lage in der Partei nach dem Wechsel sei aber „ruhig, ohne Nachbeben. Es wird honoriert, wie schnell, klar und deutlich wir ihn vollzogen haben“, sagte er den PNN. Schierack betonte zugleich, dass das Duell um den Wahlkreis 61 „eine lokale Angelegenheit“ der zuständigen Kreisverbände sei. „Das muss man nicht gleich auf die Landesebene überhöhen. Ich sehe keine Spaltung.“ Präferenzen oder Empfehlungen wollte er keine abgeben.
Noch kann Schierack abwarten, wie das Duell ausgeht. Doch gefragt wird er sein, falls Ludwig es schaffen sollte, Reiche den Wahlkreis abspenstig zu machen. Dann käme man bei der Vergabe der vorderen Plätze der Landesliste kaum an der Ex-Vorsitzenden vorbei. Die soll im Frühjahr 2013 aufgestellt werden. Nach PNN-Informationen soll es Zusagen führender CDU-Politiker geben, dass Ludwig mit dem bisherigen Bundestagsabgeordneten Michael Stübgen, Andrea Vosshoff und Jens Köppen auf einen der ersten vier Listenplätze käme. Andererseits kann der neue Landeschef Schierack objektiv kein Interesse haben, dass mit Ludwig als Mitglied des „Berliner Kreises“ eine konservative Kritikerin von Kanzlerin Angela Merkel als Gesicht Brandenburgs in den Bundestag zieht. Er selbst hat – wie auch Reiche in einem Brief an die Potsdamer Mitglieder – seine Loyalität zum Merkel-Kurs betont. Es sei noch viel zu früh, sagt Schierack, „über die Landesliste zu spekulieren“. Thorsten Metzner
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