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Ángel Trinidad spielte in der vergangenen Saison in Warschau.
© Imago/Newspix

Neuer Zuspieler für die BR Volleys: Ángel Trinidad soll die Grankin-Lücke füllen

Nach dem Abschied von Sergej Grankin war die Zuspielerposition die größte Baustelle bei den BR Volleys. Der Spanier Trinidad bringt viel Erfahrung mit.

Von Inga Hofmann

Es sind große Fußstapfen, in die Ángel Trinidad schon bald tritt. Von den BR Volleys wurde der Spanier für die kommende Saison als Zuspieler verpflichtet. Er soll die Lücke füllen, die Weltklassespieler Sergej Grankin bei seinem Abschied hinterlassen hat. Doch der 29-Jährige klingt am Telefon mit Blick auf seine künftige Herausforderung keineswegs verunsichert oder zurückhaltend, sondern ziemlich souverän. „Wer vor mir war, ändert für mich überhaupt nichts. Mein Job bleibt der gleiche: Hart arbeiten und Titel gewinnen.“ Und darin hat er bereits Erfahrung: In Belgien gewann er mehrmals die Meisterschaft und den Pokal und auch mit dem französischen Spitzenklub Tours Volleyball kann er einige Erfolge vorweisen.

Dabei begann Trinidad mit dem Volleyball erst, als er 14 Jahre alt war, „also ziemlich spät“, wie er selbst sagt. Bereits zwei Jahre später wurde er in die Nationalmannschaft aufgenommen und mittlerweile hat er für europäische Topvereine in Italien, Belgien, Frankreich und Polen gespielt. „Ich habe verschiedene Arten von Volleyball kennengelernt. In Belgien ist der Volleyball zum Beispiel total anders als in Italien oder Polen.“

Besonders gut gefiel es ihm in Warschau, wo es immer etwas zu tun und unternehmen gab. „Ich mag große Städte.“

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In eine große Stadt geht es für ihn auch nach dem Sommer, den er bei seiner Familie in Córdoba verbringt, einer Stadt im Süden Spaniens, wo auch seine Frau lebt. „Es ging vor rund einem Monat los“, erzählt Trinidad. Sein Manager habe ihm mitgeteilt, dass möglicherweise die Chance bestehe, nach Berlin zu wechseln. „Da war ich sehr glücklich.“

Bereits 2014 spielte der Spanier beim damaligen Bundesligisten Bühl und war beeindruckt von den Spielen in der Hauptstadt. „Die Stadt ist wirklich toll, die Halle ist wunderschön und die Zuschauer sind unglaublich. Ich bin echt glücklich, diese Chance zu erhalten.“

Auch Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand zeigt sich glücklich über den Neuzugang: „Er war schon immer in unserem Blickwinkel, weil er auch internationale Qualitäten hat. Wir waren allerdings relativ spät dran, denn das Spielerkarussell setzte sich bereits kurz nach Weihnachten in Gang und gerade gute Zuspieler sind international rar.“

Umso mehr freue er sich, einen Spieler gefunden zu haben, der alle Vorrausetzungen erfülle: „Spanisches Ballgefühl, starker Aufschlag und gutes Zuspiel, ein kompletter Spieler eben.“

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Bevor er nach Berlin zieht, will Trinidad noch ein bisschen recherchieren, welche Sehenswürdigkeiten man unbedingt sehen muss. Dabei könnte ihm auch sein neuer Teamkollege Marek Sotola behilflich sein, mit dem er bereits in Kontakt steht, oder Nehemiah Mote, den er aus seiner Zeit in Bühl kennt.

Ganz besonders freut er sich aber auf die kleineren Kinos, in denen Filme in Originalsprache gezeigt werden. „Das vermisse ich am meisten, wenn ich nicht in Spanien bin: Die Kinos“, sagt Trinidad. „Ich liebe es einfach, ins Kino zu gehen – vor allem wegen des Popcorns.“ In seiner Freizeit schneidet er sogar selbst kleine Filme und setzt sich mit Fotografie auseinander.

Er hofft, dass Benjamin Patch, der die Volleys zwar verlassen hat, aber in Berlin bleibt, ihm einiges beibringen kann. Ein eigener Fotokalender, wie in Patch im vergangenen Jahr rausgebracht hat, sei aber noch eine Nummer zu groß, meint Trinidad und lacht.

Mit sportlichen Zielsetzungen hält Trinidad sich bislang zurück: „Wenn man zu einem neuen Verein wechselt, fragen immer alle nach deinen Erwartungen. Aber ich konzentriere mich gerne Tag für Tag und dann schauen wir am Ende der Saison.“ Die Volleys wollen dieses Mal unbedingt den Pokal gewinnen, nachdem sie zweimal vorm Finale rausgeflogen waren, insofern könnte Trinidads Pokal-Erfahrung noch eine wichtige Hilfe sein.

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