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Theater, Fußball, Reisen und das Coronavirus : Was mache ich jetzt mit meinem Ticket?

Das Coronavirus legt das öffentliche Leben lahm. Events fallen aus, Flüge werden gestrichen. Wer hat den Schaden?

Der Vorhang bleibt unten. In Berlin bleiben Theater bis zum 19. April geschlossen.
Der Vorhang bleibt unten. In Berlin bleiben Theater bis zum 19. April geschlossen.Foto: imago/Frank Sorge

Das Coronavirus legt das öffentliche Leben lahm. Museen sind geschlossen, Theater machen Zwangspause, Konzerte fallen aus. In Berlin gilt das zunächst bis zum 19. April. Dann muss man weitersehen.

Ich habe ein Ticket, bekomme ich das Geld zurück?

Informationen über die Rückgabe und Erstattung von Eintrittskarten finden Sie im Internet auf den Seiten der Veranstalter.

Viele, vor allem kleine Theater bitten ihre Kunden darum, auf eine Auszahlung zu verzichten und stattdessen einen Gutschein zu akzeptieren oder sich auf einen späteren Termin umbuchen zu lassen. Der Musicalveranstalter Stage, dessen „Abba“-Musical im Theater des Westens ausfällt, stellt das im Internet sogar als die einzige Lösung dar. Tickets für die stornierten Veranstaltungen würden ihre Gültigkeit behalten und würden auf einen späteren Termin umgebucht, heißt es dort.

Kunden müssen sich darauf aber nicht einlassen, sagt Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Bei Verlegungen muss kein Alternativtermin akzeptiert werden, ein Vertrag bestand nur hinsichtlich des ersten Termins“, gibt der Verbraucherschützer zu bedenken. „Die Rückerstattung erfolgt immer in Geld, Gutscheine müssen nicht akzeptiert werden“, betont Buttler. Klauseln in Allgemeinen Geschäftsbedingungen, nach denen Kunden bei höherer Gewalt kein Geld zurück bekommen, obwohl sie keine Gegenleistung bekommen, sind unwirksam, so Buttler.

Allerdings wird in der Bundesregierung derzeit darüber diskutiert, ob man die rechtlichen Regeln verändert, um Massenpleiten in der Unterhaltungsindustrie zu verhindern. Im Gespräch sind Gutscheine statt einer Erstattung in Geld.

Wo gebe ich das Ticket zurück?

Zuständig ist der Veranstalter. Das gilt auch dann, wenn man das Ticket über einen Vermittler, etwa Eventim, gekauft hat.

„Der Veranstalter ist zur Rückzahlung verpflichtet“, sagt Buttler. Allerdings würden viele Veranstalter die Rückabwicklung auf die Vorverkaufsstellen verlagern. „Ich würde daher empfehlen, zuerst an die Verkaufsstelle heranzutreten. Im zweiten Schritt erst an den Veranstalter“, empfiehlt Buttler.

Was ist mit Fußballballspielen?

In der Fußballbundesliga sorgt das Coronavirus für eine Spielpause bis Mai. Die Deutsche Fußballliga hat erklärt, dass Tickets für verschobene Spiele ihre Gültigkeit behalten sollen.

Bei Hertha BSC heißt es auf Anfrage, man werde sich mit den Ticketinhabern in Verbindung setzen, so bald man wisse, ob und falls ja, in welcher Form Spiele stattfinden. Union Berlin hat bereits erklärt, Kunden entschädigen zu wollen. Unklar ist aber noch, in welcher Form.

Allein im Stadion. Die Fußball-Bundesliga macht Zwangspause.
Allein im Stadion. Die Fußball-Bundesliga macht Zwangspause.Foto: imago/WEREK

Was ist mit anderen Sportveranstaltungen?

Spiele des Basketballbundesligisten Alba sind auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, Einzelkarten werden erstattet, auf Dauerkarteninhaber will der Club in Kürze persönlich zukommen.

Die Eishockey-Saison ist dagegen bereits vorzeitig beendet worden. Wertlos gewordene Einzeltickets werden ersetzt, wie man mit den Inhabern von Dauerkarten umgeht und welches „Trostpflaster“ man ihnen bietet, wird noch diskutiert.

Was ist, wenn die Veranstaltung stattfindet, und ich nicht teilnehmen kann?

Das hängt davon ab, warum man nicht teilnimmt. Lässt man sein Ticket verfallen aus Angst vor Ansteckung, bleibt man auf den Kosten sitzen.

Kann man nicht teilnehmen, weil man in Quarantäne ist, hängt die Kostenfrage davon ab, ob man wirklich krank ist oder nicht. Im ersten Fall gibt es keinen Ersatz, sagt Oliver Buttler, das sei nicht anders als wenn man sich das Bein bricht. Einzig, wer eine Ticketversicherung abgeschlossen hat, kann gegen Vorlage eines Attests auf Entschädigung hoffen.
Ist man dagegen gar nicht infiziert und hätte man ohne die Quarantäne zum Konzert gehen können, kann man sein Ticket und mögliche Zusatzkosten dem Staat im Rahmen eines Staatshaftungsanspruchs in Rechnung stellen. Das gilt dann auch für mögliche Zusatzkosten für ein Hotel oder die Reise, meint Buttler.

Viele Flüge werden gestrichen. Das Geld fürs Ticket gibt es zurück.
Viele Flüge werden gestrichen. Das Geld fürs Ticket gibt es zurück.Foto: dpa-tmn


Wer hilft bei Einreiseverboten?

Immer mehr Staaten machen aus Angst vor dem Coronavirus ihre Grenzen dicht. Dänemark, Indien, Kosovo, Polen, Tschechien und andere Staaten lassen deutsche Reisende derzeit nicht mehr ins Land, dasselbe gilt für die USA. Andere Staaten wie etwa Israel schicken Reisende aus Deutschland erst einmal 14 Tage lang in Quarantäne. Die Rechtslage in den Fällen, in denen Staaten einen Einreisestopp verhängen, ist eindeutig, sagt Theresa Kühne vom Internetportal Flightright.

Die Airlines muss den Ticketpreis ersetzen, eine weitergehende Entschädigung muss sie aber nicht zahlen. Kunden sollten jedoch nicht von sich aus stornieren, sondern warten, bis die Fluggesellschaft die Verbindung offiziell streicht.

Diskutiert wird jedoch derzeit über eine Entlastung der Airlines. Die könnte so aussehen, dass Kunden Gutscheine akzeptieren müssen statt Geld.

Und was ist mit dem Hotel?

Wer in den USA, Polen oder einem anderen Land, das derzeit seine Grenzen für deutsche Staatsbürger dicht macht, auf eigene Faust ein Hotel gebucht hat, bleibt dagegen auf den Kosten sitzen, warnt der Berliner Reiserechtsanwalt Roosbeh Karimi. Das gilt auch im Inland, wenn man etwa zu einer Veranstaltung wollte, die abgesagt worden ist. Nur wenn Hotel und Veranstaltung als Paket beworben und gebucht worden sind (etwa bei Musicalreisen), ist die Sache anders.

Glück für Bahnreisende: Wer jetzt nicht fahren will, kann sein Ticket zurückgeben.
Glück für Bahnreisende: Wer jetzt nicht fahren will, kann sein Ticket zurückgeben.Foto: dpa

Was ist, wenn die Airline von sich aus storniert?

Viele Flüge werden derzeit annulliert, weil Maschinen sonst leer fliegen würden.

Werden Flüge gestrichen, gibt es das Geld für das Ticket zurück. Unklar ist, ob Kunden darüber hinaus eine Entschädigung zusteht. Nach Meinung des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft ist die Epidemie ein Fall von höherer Gewalt, sodass Airlines keine Entschädigungen zahlen müssen. Verbraucherschützer sehen das anders. Sie werfen den Unternehmen vor, ihre betriebswirtschaftlichen Risiken auf die Kunden abwälzen zu wollen. Letztlich wird diese Frage gerichtlich entschieden werden.

Einige Airlines kommen ihren Kunden jedoch derzeit entgegen und bieten angesichts der Epidemie flexible Umbuchungsmöglichkeiten an. Das gilt etwa für den Lufthansa-Konzern, Emirates und KLM.

Was macht die Bahn?

Bahnreisende können Tickets kostenfrei in einen Reisegutschein umtauschen. Das gilt auch für Spar- und Super-Sparpreisfahrkarten. Möglich ist das für alle Reisen bis zum 30. April. Der Umtausch läuft über die Verkaufsstellen der Bahn und die Kundenservice-Kanäle.

Wer will, kann seine Reise auch verschieben. Bei Super-Spar- und Sparpreistickets wird die Zugbindung aufgehoben, dieses Angebot gilt bis zum 30. Juni dieses Jahres. Weitere Infos dazu finden Sie hier.

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