
Der Kompromiss zur Bankenbeteiligung an der Hilfe für Athen gefährdet die Zustimmung von CDU und FDP im Parlament. Die SPD behält sich vor, die Zustimmung zu verweigern - und spekuliert schon über Neuwahlen.

Der Kompromiss zur Bankenbeteiligung an der Hilfe für Athen gefährdet die Zustimmung von CDU und FDP im Parlament. Die SPD behält sich vor, die Zustimmung zu verweigern - und spekuliert schon über Neuwahlen.

Bundesfinanzminister Schäuble muss wieder alles geben. So wie damals, 1991, als er mit seiner Rede die Abgeordneten des Deutschen Bundestages zum Votum für Berlin bewegen konnte. Heute geht es um ungleich mehr.
Bislang hatte sich die EZB gegen eine Beteiligung privater Gläubiger an neuen Hilfen für Griechenland gesträubt. Durch den neuen Schäuble-Plan sollen die Ratings nicht mehr gefährdet werden.

Wer nach Griechenland reist, muss mit Widrigkeiten rechnen. Doch pauschal wird Hellas gut gebucht.
Moody’s droht Italien mit AbstufungFrankfurt am Main - Die Ratingagentur Moody’s hat Italien mit einer Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit gedroht. Die derzeitige Bonitätsnote von „Aa2“ sei in Gefahr, teilte Moody’s am Freitagabend mit.

Die Euro-Finanzminister beraten in Luxemburg über weitere Hilfen für Griechenland. „Je schneller wir die Probleme lösen, desto besser“, hat Angela Merkel gesagt, dabei laboriert die Regierungschefin der größten und europäischen Nation schon seit über einem Jahr daran herum.
Frankfurt am Main - Auch viele Börsianer sind des Gezerres um Griechenland überdrüssig. Sie beschäftigen sich deshalb mit anderen Themen, zumal nach Ansicht vieler Beobachter ein weiteres Hilfspaket für Athen längst in den Aktienkursen eingepreist ist.
„Lehrstunde zu Europa“ vom 11. Juni Griechenlands Verschuldung beruht zu einem Gutteil auch darauf, dass es seine Importe auf Kredit finanziert.

Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker warnt vor der Ansteckung anderer Länder. Auch zwischen FDP und Union hakt es beim Thema Gläubiger-Beteiligung wieder. Die SPD spricht deshalb bereits von Neuwahlen im Herbst.
Angela Merkel muss in Europa führen, aber keiner darf das merken – auch Sarkozy nicht
Zuletzt bewarfen die Griechen ihn mit faulen Orangen und aus seiner Fraktion traten die ersten Abgeordneten aus. Da ahnte der griechische Regierungschef Papandreou: So geht es nicht weiter. Jetzt hat er sein Kabinett umgebildet – ein letztes Aufgebot?
Wegen der Hoffnung auf ein neues Rettungspaket für Griechenland hat der deutsche Aktienmarkt am Freitag Gewinne verbucht. Der Leitindex Dax schloss 0,8 Prozent höher bei 7164 Punkten.
Angela Merkel muss in Europa führen, aber keiner darf das merken – auch Sarkozy nicht

Alle Augen richten sich auf Merkel und Sarkozy, die am Freitag in Berlin zusammentreffen. In der Bundesregierung verursachen aber gerade Sarkozys sprunghafter Politikstil und Überraschungen Verstimmung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy sind sich in puncto Griechenland im Grundsatz einig. Details aber müssen noch ausgehandelt werden.
Bloß nicht zu lange an einem Ort, bloß nicht zu lange dieselben Sachen
Die anhaltenden Sorgen um die finanziellen Lage in Griechenland haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag erneut unter Druck gesetzt. Dank erfreulich ausgefallener Konjunkturdaten aus den USA konnte der Leitindex am Nachmittag aber wieder etwas aufholen.

Der Chef der Euro-Gruppe Jean-Claude Juncker über das neue Rettungspaket für Griechenland, die Möglichkeit einer harten Umschuldung und die Sorgen der Deutschen.
Der EU-Währungskommissar Olli Rehn sieht die nächsten Tage als „kritisch“ für Europa an. Das Paket soll am 11. Juni formalisiert werden - einige Länder wollen abwarten.
Staatsanleihe Wer sein Geld anlegen will, kann es aufs Sparbuch legen, Aktien, Immobilien oder Gold kaufen – oder eben eine Staatsanleihe zeichnen. Dabei überweist man dem Staat eine bestimmte Summe und bekommt dafür einen garantierten Zins.
Europa war nie einfach. Dass der Maastricht-Vertrag vor bald 20 Jahren unterschriftsreif war und die heutigen Strukturen der EU weitgehend festlegte, beruhte auf einem enormen Kraftakt.
Auch wenn kaum noch jemand davon spricht, möglich ist es: Griechenland kann gerettet werden – wenn alles, aber auch wirklich alles gutgeht. Wenn sich die Politiker auf ein neues Hilfspaket einigen, würden die Griechen erst einmal Zeit gewinnen.
Anstatt Griechenland immer neue Kredite zu geben, fordern manche Politiker und Ökonomen, lieber sofort einen klaren Schuldenschnitt zu machen. Das Land geht ohnehin pleite, meinen sie, und je früher sich Europa damit abfinde, desto besser.
Der Euroist die Währung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion, zu der sich diverse EU-Länder zusammengefunden haben. Er wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgegeben und ist die gemeinsame Währung von inzwischen 17 EU-Staaten, die zusammen die Eurozone bilden: Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern.
Es ist das radikalste aller denkbaren Szenarien: Griechenland scheitert bei der Sanierung seiner Finanzen und versinkt in der Pleite. Der Regierung geht dann binnen weniger Wochen das Geld aus.
Die Finanzmärkte fürchten eine unkontrollierte Pleite. Die Amerikaner warnen, dies könne das System zu Fall bringen – wie einst bei Lehman Brothers

Seit Monaten streiten die beiden großen Parteien um die Wirtschafts- und Finanzpolitik, während das Land immer tiefer in die Misere rutscht. Was Griechenland jetzt wirklich braucht, ist eine breit aufgestellte Regierung der nationalen Einheit.
Für rund 45 Milliarden Euro hat die EZB seit griechische Staatsanleihen gekauft. Die Zentralbank ist besorgt: Eine Umschuldung träfe auch sie – und damit den Fiskus.
Bundesbank-Präsident Weidmann teilt die Sorge der EZB vor einem Schuldenschnitt für Griechenland. SPD-Chef Gabriel widerspricht dem - und empfiehlt Euro-Bonds.

Bei den Verhandlungen über das zweite Rettungspaket für Griechenland will die deutsche Seite private Gläubiger unbedingt beteiligen. Ein EU-Diplomat unterstellt der Regierung Merkel Ratlosigkeit.
Der Markt mag keine Politik. Sie ist unberechenbar.
Aus Protest gegen den Sparkurs haben tausende Griechen das Parlament in Athen belagert. Es kam zu Ausschreitungen. Ministerpräsident Papandreou versucht es zunächst mit einem neuen Kabinett.
Bisher haben EU und Internationaler Währungsfonds (IWF) Griechenland ein Paket von 110 Milliarden Euro zugesagt, das Ende 2012 ausläuft. Danach soll ein neuer Krisenmechanismus für überschuldete Staaten greifen.

Der Widerstand gegen die Sparpläne steigt
Die Regierung in Athen steht vor schweren Zeiten. Die Gewerkschaften haben zu einem Generalstreik aufgerufen - auch eine Belagerung des Parlaments wurde angekündigt.
Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat gerade Wolfgang Schäubles Vorschlag einer Umschuldung Griechenlands regelrecht in der Luft zerfetzt. Seine kluge Analyse bringt leider wenig.
Als Angela Merkel ihn ziehen ließ, da lautete der Vorwurf, er sei zu regierungsnah und seine Berufung gefährde die Unabhängigkeit der Bundesbank. Erst seit gut sechs Wochen amtiert Jens Weidmann als oberster deutscher Währungshüter, aber dieser Vorwurf ist abgeräumt.
Beruhigende Nachrichten aus China haben die deutschen Börsen am Dienstag stabilisiert. Der Dax schloss 1,7 Prozent höher bei 7204 Punkten.

Europa stellt den Griechen frisches Geld zur Verfügung – mindestens 60 Milliarden Euro, damit das Land bis 2014 über die Runden kommt. Dabei sagt ein Ökonomen: Eine Pleite käme die Deutschen billiger als immer neue Hilfspakete.

Die EU hilft den infolge der Ehec-Krise geschädigten Bauern. Über die Summe wurde in Brüssel heftig gestritten. Erst sollten es 150 Millionen sein, jetzt gibt es 210 Millionen Euro.
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