Listenplatz 11 bis 20

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Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus : Diese AfD-Politiker sitzen bald im Parlament
Felix Hackenbruch

11. CARSTEN UBBELOHDE

Jahrgang 1962, Mitglied im Landesvorstand
Den älteren Wählern wird der Name Ubbelohde wahrscheinlich noch im Gedächtnis sein. Von 1985 bis 1989 war Baldur Ubbelohde für die CDU Bezirksbürgermeister in Charlottenburg. Sein Sohn Carsten war auch mal in der CDU, tritt nun aber für die AfD in Charlottenburg an. Der Tegeler Zahnarzt gilt als Verkehrsexperte der AfD. Auf Radio 1 positionierte er sich gegen Fahrradparkplätze, Fahrradschnellwege, den Ausbau von Straßenbahnen und Investitionen für Fußgänger. Dafür möchte er die A100 weiterbauen und vorhandene S-Bahn-Strecken nach Staaken und Siemensstadt reaktivieren.

12. JEANETTE AURICHT

Jahrgang 1970, Mitglied im Landesvorstand

Auricht ist eine von nur zwei Frauen unter den ersten 20 auf der Landesliste der AfD. Trotzdem ist sie gegen Frauenquoten. Die würden nur Mittelmaß fördern, sagte sie dem rechtspopulistischen Magazin Compact. Für die kaufmännische Angestellte und „Ureinwohnerin“ Mahlsdorf ist die AfD nicht rechts, sondern in der Mitte der Gesellschaft. „Die CDU hat doch ihr Klientel verlassen und verkauft (...) deshalb kommen die jetzt zu uns. Wir sind doch für Werte-Konservatismus“, sagte Auricht im Berliner Journal. Sie selbst sieht ihren Schwerpunkt in der Bildungspolitik, wo sie beobachtet, dass „einheimische Kinder“ hinten runterfallen, weil es zu wenige Lehrer und zu viele Willkommens- und Inklusionsklassen gebe.

13. MARC VALLENDAR

Jahrgang 1986, Stellvertretender Vorsitzender der Jungen Alternativen
Marc Vallendar bezeichnet sich politisch als nationalliberal. Nach dem Abitur absolvierte er eine zweijährige Ausbildung zum Leutnant und studierte anschließend Jura in Potsdam. Vor seinem Eintritt in die AfD war Vallendar sechs Jahre Mitglied bei der FDP. Als Rechtsanwalt erstritt er für die AfD vor dem Bundesverfassungsgericht, dass das Bundesbildungsministerium auf ihrer Homepage nicht mehr auf die Aktion „Rote Karte für die AfD“ hinweisen durfte. Bei der fakultativ schlagenden Burschenschaft Obotritia bekleidet Vallendar den Rang eines alten Herren.

14. FRANK KERER

Jahrgang 1977, Mitglied im Bezirksverband Berlin-Mitte

„Franz Kerker ist ein eingefleischter Weddinger“, sagt Frank Kerker in einem Youtube-Video über sich selbst. Schon die Urgroßeltern des gelernten Versicherungskaufmanns hatten in der Müllerstraße ein Geschäft. Von 1996 war Kerker 18 Jahre Mitglied in der CDU, die er wegen Eurokrise 2014 verließ. Er betont, dass er mit einer „Ausländerin“ verheiratet ist und fordert von anderen Migranten in Berlin mehr Integrationswille. Er ist Mitglied der fakultativ schlagenden Verbindung „Sängerschaft Borussia“, der auch Frank Henkel angehört.

15. Hugh Bronson

Jahrgang 1961, Stellvertretender Sprecher des Landesverbands

Hugh Bronson, gebürtig Uwe Brunßen, ist gelernter Baumschulgärtner, promovierte aber später an einer britischen Universität in Philosophie und arbeitet heute als Sprachlehrer. Auf dem AfD-Parteitag im April war Bronson bei der Wahl zum Spitzenkandidaten klar gegen Pazderski gescheitert. Der Deutsch-Brite sieht Deutschland „in der Eurozone gefangen“ und spricht von einem „Eurorettungsdiktat“. Am Donnerstag verglich er auf Twitter Todeszüge nach Auschwitz mit Sonderzügen für Flüchtlinge. „Extreme sind urdeutsch, wie Menschen in Zügen: Entweder Auschwitz oder Refugees Welcome. Beides falsch!“ Der Tweet wurde inzwischen gelöscht.

16. ANDREAS WILD

Jahrgang 1963, Stellvertretender Bezirksvorsitzender in Steglitz-Zehlendorf

Andreas Wild zählt zum rechts-patriotischen Flügel der AfD. Bundesweit bekannt wurde der Arbeitsvermittler, der früher Mitglied bei der CDU und FDP war, durch eine Rede in Erfurt im Mai. Dabei kritisierte er die hohen Kosten für die Flüchtlingsunterbringung und plädierte dafür, Flüchtlinge „in spärlich besiedelten Landstrichen“ unterzubringen. Dafür brauche man keine Milliarden, sondern lediglich „ein paar Quadratkilometer Heide“ und „Bauholz, Hämmer, Sägen und Nägel.“ Dadurch, sagte Wild letzte Woche in der Sendung Kontraste, wird den Flüchtlingen „gar nicht der Weg in die deutsche Gesellschaft geebnet.“

17. DIETER NEUENDORF

Jahrgang 1953, Vorstandsmitglied im Bezirksverband Reinickendorf

„Ich habe beim letzten Mal FDP gewählt, wegen der versprochenen Steuerpolitik“, sagte Dieter Neuendorf der Berliner Zeitung nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern. Weil es keine Steuersenkung gegeben habe, ging der Berliner Hautarzt zu AfD. Auf dem Bundesparteitag im letzten November brachte er eine Resolution gegen den Einsatz von 1200 Bundeswehrsoldaten in Syrien ein und forderte verfassungsrechtliche Schritte dagegen zu prüfen.

18. HERBERT MOHR

Jahrgang 1988, Vorstandsmitglied der Jungen Alternativen

„Ich hätte mir vor fünf Jahren auch nicht vorstellen können jemals einer Partei anzugehören“, sagte Mohr den Prenzlauer Nachrichten. Jetzt ist der Pankower Physiotherapeut im Vorstand der JA und im Bezirksvorstand der Pankower AfD. Er mache sich einfach Sorgen um Deutschland, sagt Mohr und verweist auf den Wedding, wo „75 Prozent der Kinder kein Deutsch zu Hause“ sprechen.

19. FRANK SCHEERMESSER

Jahrgang 1958, Mitglied im Bezirksvorstand Friedrichshain-Kreuzberg

Als Vorsitzender der AfD in Friedrichshain-Kreuzberg hat Frank Scheermesser keinen leichten Stand bei der Bevölkerung. „Wegen Volksverdummung und Wirtschaftsverbrechen gesucht“, hieß es im November 2015 auf einem Steckbrief. Später wurde auch der Wohnort des Versicherungsmaklers veröffentlicht. 1984 war er ursprünglich der Ost-CDU beigetreten, später war er 8 Jahre in der FDP, seit 2013 ist er Mitglied der AfD. Er selbst bezeichnet sich als liberal-konservativ. Über die Partei sagte er im Tagesspiegel: „Es gibt ein paar Wahnsinnige, ja, aber jede Partei hat solche Probleme.“

 20. HANNO BACHMANN

Jahrgang 1967

Hanno Bachmann ist Anwalt und Leiter des Berliner AfD-Fachausschuss Integration. Dort beschäftigt er sich vorrangig mit der Abschiebung von Asylbewerbern. Er entwickelte AfD-Asyl-Flyer mit, auf denen immer wieder gefordert wurde, „wirtschaftlich motivierte Zuwanderung unter Missbrauch des Asylrechts“ zu unterbinden. Bis 2011 war Bachmann Mitglied der Anti-Islam Partei Die Freiheit, die zeitweise vom Verfassungsschutz beobachtet wurde.

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