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Thema

Sicherheitsrat der Vereinten Nationen

Der UN-Sicherheitsrat hat der von Frankreich und den USA ausgearbeiteten UN-Resolution zur Beendigung des Libanon-Konflikts zugestimmt. Die israelische Armee startete dennoch ihre Bodenoffensive.

In einem Wettlauf gegen die Zeit haben Frankreich und die USA ihre Bemühungen um eine diplomatische Lösung für den Libanon intensiviert. Die israelische Armee bombardierte unterdessen zahlreiche Ziele im Südlibanon.

New York - Die Zeit drängt, doch die Fortschritte lassen sich nur in Millimetern messen. Mit jedem Tag, der ohne eine UN-Resolution für einen Frieden im Nahostkonflikt ins Land geht, sterben nicht nur die Menschen in der Region, es sinkt auch das Ansehen der Vereinten Nationen.

Von Matthias B. Krause

Der Krieg im Libanon ging auch heute mit schweren Kämpfen, Verletzten und Toten auf beiden Seiten weiter. Israels Armee griff im Süden Stellungen der Hisbollah an. US-Präsident Bush drängt derweil auf eine Resolution des UN-Sicherheitsrats.

Die Bundesregierung steigert ihre Bemühungen um eine diplomatische Lösung des Libanonkriegs. Bundeskanzlerin Merkel telefonierte mit Libanons Ministerpräsident Siniora und Außenminister Steinmeier plant eine Nahost-Reise schon diese Woche.

Der Iran hat den vom UN-Sicherheitsrat geforderten Verzicht auf seine Urananreicherung abgelehnt. Sollte Teheran bis Ende August nicht einlenken, drohen dem Land politische und wirtschaftliche Strafmaßnahmen.

Die USA und Frankreich haben sich auf einen Resolutionsentwurf des UN-Sicherheitsrats zur Krise im Nahen Osten geeinigt. Ein Beschluss des Rats gilt als Voraussetzung für ein Ende des Blutvergießens.

Israel hat den Libanon mit neuen schweren Luftangriffen weitgehend von Hilfslieferungen aus dem Ausland abgeschnitten. Kampfflugzeuge bombardierten vier Brücken an der Küstenstraße von Beirut nach Syrien.

Frankreich hat dem UN-Sicherheitsrat einen neuen Resolutionsentwurf zur Lösung der Libanon-Krise vorgelegt. Im Vergleich zum Vorgänger-Entwurf enthält er nur wenige Änderungen, aber doch eine Neuerung.

Israel hat die Angriffe auf mutmaßliche Stellungen der Hisbollah im Libanon in der Nacht noch verstärkt. Unterdessen zeichnet sich im UN-Sicherheitsrat eine Einigung auf eine gemeinsame Resolution ab.

Drei Wochen nach den ersten Angriffen im Libanon hat Israel bekräftigt, dass es keinem Druck aus dem Ausland nachgeben werde. Unterdessen nähern sich die USA und Frankreich einer gemeinsamen Haltung zu den Kämpfen im Nahen Osten.

Trotz der verkündeten Feuerpause von 48 Stunden hat Israel neue Luftangriffe auf Ziele im Südlibanon geflogen. Nach Angaben eines Militärsprechers nahm die Luftwaffe am Montag Stellungen der Hisbollah-Miliz bei dem Dorf Taibeh ins Visier.

Ein israelischer Luftangriff im Südlibanon hat am Sonntag mehr als 50 Tote gefordert, darunter rund 30 Kinder. Das Bombardement sorgte weltweit für Entsetzen. Das israelische Militär äußerte Zweifel an der Ursache der Explosion.

Im UN-Sicherheitsrat weiß man, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Hisbollah-Angriff auf Israel und Irans Atomplänen. Anders als von Teheran gehofft, führt die Krise in Nahost deshalb eben nicht zu einer weiteren Verzögerung in Sachen Atomprogramm: Der Sicherheitsrat hat den Mullahs eine Frist bis Ende August gesetzt, um das weitreichende Kompromissangebot der internationalen Gemeinschaft anzunehmen.

Die kriegerischen Auseinandersetzungen gehen weiter: Israel hat eine von den Vereinten Nationen geforderte Feuerpause zur Versorgung von Verletzten und zur Lieferung von Hilfsgütern abgelehnt.

US-Präsident Bush und der britische Premier Blair haben sich für eine rasche Entsendung einer internationalen Stabilisierungstruppe in den Süden des Libanon ausgesprochen. Die Uno zog derweil unbewaffnete Beobachter aus dem Gebiet ab.

Im Südlibanon ist ein UN-Hilfskonvoi unter Beschuss geraten. Dabei wurde das Fahrzeug eines deutschen Journalisten-Teams getroffen. Die UN zieht derweil ihre Beobachtertruppen ab.

Der UN-Sicherheitsrat hat sich auf eine Erklärung zu dem Angriff auf einen UN-Posten geeinigt. Darin heißt es, man sei "zutieft schockiert". Auf Druck der USA wurde auf eine Verurteilung Israels verzichtet.

Dass er Nachfolger von Kofi Annan werden will, das hat er schon im Februar angekündigt – damals war das eine kaum ernst genommene Fußnote im internationalen Protokoll. Fünf Monate und viele geheimdiplomatische Manöver später ist Ban Ki Moon seinem Ziel nun deutlich näher gerückt.

Von Sebastian Bickerich
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