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Vom Amt gezeichnet: Papst Benedikt XVI. - hier ein Bild von diesem Samstag in Rom - tritt zurück, weil er sich dem Pontifikat nicht mehr gewachsen fühlt.
© dpa

Benedikt-Blog: Der Tag, an dem der Papst seinen Rücktritt ankündigte

Papst Benedikt XVI. hat in Rom erklärt, dass er sein Pontifikat am 28. Februar abgeben wird. Weltweit äußerten Politiker, Funktionäre und Würdenträger Respekt und Kritik. Hintergründe, Reaktionen und Leserdebatte in unserem Blog zum Nachlesen.

18.10 Und so sieht Angela Merkel, pardon, unser Karikaturist Klaus Stuttmann den angekündigten Papst-Rücktritt.

17.57 Nikolaus Schneider, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) nimmt in seiner Würdigung Bezug auf die für einen Papst überraschende Entscheidung zum Amtsverzicht: "Dass Ämter nur auf Zeit wahrgenommen werden und dass man ab
einem bestimmten Lebensalter von allen amtlichen Pflichten befreit ist, gehört zum Maß des Menschlichen", sagte Schneider. "Es ist ein gutes Zeichen, dass Papst Benedikt dieses durch das Evangelium eröffnete Maß des Menschlichen durch die Ankündigung seines Rücktritts zum Ausdruck bringt.“

17.41 John Kelly von der irischen Selbsthilfegruppe der Opfer von Kindesmissbrauch in katholischen Einrichtungen sagt zur Rücktrittsankündigung Benedikts XVI.: „Dieser Papst hatte die große Chance, den jahrzehntelangen Missbrauch in der Kirche aufzuarbeiten, aber er versprach alles und lieferte am Ende nichts. Wir hatten den Papst aufgefordert, die für den Missbrauch verantwortlichen Ordensgemeinschaften und die katholische Führung in Irland, die dies duldete, zur Rechenschaft zu ziehen. Aber zu unserem Verdruss ist nichts geschehen.“ Auch Nicky DAVIS, Sprecherin des australischen Netzwerks von Opfern, die durch Priester missbraucht wurden, meldet sich zu Wort: „Die Opfer begrüßen den Rücktritt eines Kirchenvertreters, der trotz all seiner Macht so wenig unternommen hat, um den Terror zu stoppen, dem Kinder durch Missbrauch begehende Priester ausgesetzt sind. In den Augen vieler Opfer hat Joseph Ratzinger dadurch persönlich ihr Leid immens vermehrt.“

17.24 Auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle äußert sich zum angekündigten Papst-Rücktritt: "Die Menschen in Deutschland, auch diejenigen, die nicht katholischen Glaubens sind, hatten während seines Pontifikats das Gefühl: 'Wir sind Papst' ... Er hat sich um die Ärmsten dieser Welt gekümmert und immer den Dialog auch mit Andersgläubigen gesucht.“

17.14 Vizekanzler und Wirtschaftsminister Philipp Rösler, auch Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken, sagte, Papst Benedikt XVI. zeige mit dem angekündigten Rücktritt Größe. „Ich bedauere seine Entscheidung persönlich sehr, gleichwohl sind die Gründe nachvollziehbar“, sagte der FDP-Chef, Benedikt XVI. gehe in Würde, zu Recht verneige sich die Welt mit Respekt vor ihm. „Unser deutscher Papst hat sich unermüdlich für die katholische Kirche, die christlichen Werte und den Dialog zwischen den Religionen eingesetzt“.

17.00 Als Vorstand des Bundesverbandes der Lesben und Schwulen in Deutschland (LSVD) sagt Helmut Metzner zur Rücktrittsankündigung des Papstes: "Der Rücktritt des Papstes spricht für ein Verantwortungsgefühl gegenüber seinem Amt, das er bei der Verteidigung der Menschenrecht für Schwule, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuellen vielfach hat vermissen lassen. Er habe "die Hoffnung, dass sich mit dem bevorstehenden Amtswechsel auch ein Politikwechsel verbindet". Die rigide Sexualmoral der katholischen Kirche werde den Anforderungen bei der Bekämpfung von HIV/AIDS, der Akzeptanz für Eingetragene Lebenspartnerschaften und dem Menschenrechtsschutz von verfolgten Homosexuellen nicht gerecht. Er verbinde seine Erwartungen an einen neuen Papst mit der Kritik an Äußerungen Bendedikts XVI, wonach gleichgeschlechtliche Paare eine "Bedrohung für Frieden und Gerechtigkeit" seien. "Nicht akzeptabel war zum Beispiel die Segnung der ugandischen Parlamentspräsidentin Rebecca Kadaga. In Uganda wird aktuell ein Gesetz beraten, dass die Todesstrafe für Homosexuelle vorsieht. Die Kirche sollte auf der Seite der Schwachen und Verfolgten stehen, gerade auch dort, wo sie selbst nicht verfolgt ist. Sie trägt durch ihren Einfluss auf viele Gläubige eine hohe Verantwortung. Ich hoffe, dass die Kirche sich zwischen Gottesfurcht und Nächstenliebe für die Menschen entscheidet."

16.42 Vatikansprecher Lombardi spricht in einer Pressekonferenz über Benedikts weiteren Weg: "So weit ich weiß, wird der Papst die erste Zeit in das Castel Gandolfo umziehen. Danach, sobald die laufenden Arbeiten beendet sind, wird er in den Vatikan in ein ehemaliges Kloster der Klausurschwestern zurückkehren. Er wird sich der Einkehr und dem Gebet widmen, wenn er keine Amtspflichten mehr für die Kirche hat."

Was Juden und Muslime zum Papst-Rücktritt sagen

16.23 Der evangelische Landesbischof von Baden, Ulrich Fischer, hat Papst Benedikt XVI. fehlenden Einsatz für die Ökumene vorgeworfen. In den acht Jahren seines Pontifikats habe es „nur wenige Impulse für die Ökumene gegeben“, sagte Fischer am Montag in Karlsruhe. Auch der Deutschlandbesuch des Papstes 2011 habe keine positiven Signale in Richtung der evangelischen Kirche gebracht. Aber für den Rückzug des Papstes habe er Verständnis: „Dieser in der Neuzeit einmalige Schritt eines Papstes verdient Hochachtung.“

16.17 Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland würdigt Benedikt für den religiösen Dialog. Seine Bemühungen um das jüdisch-christliche Verhältnis haben den Kurs der Annäherung seines Vorgängers beherzt fortgesetzt, erklärte Zentralratspräsident Dieter Graumann am Montag. „Die Versöhnung mit dem Judentum war Papst Benedikt XVI. ein ganz persönliches Anliegen.“

16.11 Das Erzbistum Berlin lädt für heute Abend, 18.00 Uhr, "in besonderer Weise", wie es auf dessen Website heißt, zum Gottesdienst in die St. Hedwigs-Kathedrale ein. Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki sagt zum Papstrücktritt: „Für mich ist es ein Zeichen von Demut und Sorge um die ihm anvertraute Kirche, dass dieser große Papst seinen Rücktritt angekündigt hat. Ich habe davon heute mit Respekt, Verständnis und großem Bedauern erfahren. Wie in allen anderen Belangen seines segensreichen Pontifikats handelt der Papst mit großer Umsicht und weit vorausschauend, auch wenn es um seine eigene Person geht. Mir persönlich geht diese Entscheidung sehr nahe, da ich mich Papst Benedikt XVI. besonders verbunden fühle: Ich schätze ihn als meinen theologischen Lehrer seit Studienzeiten, ich durfte ihn im Berliner Olympiastadion begrüßen und schließlich berief er mich erst kürzlich in das Kollegium der Kardinäle. Der Papst verkörpert in seiner Person die Einheit der Kirche, insofern geht uns sein Rücktritt alle an. Ich lade daher alle ein, sich im Gebet mit dem Heiligen Vater zu verbinden.“

16.01 Die Ditib als größter islamischer Dachverband in Deutschland würdigt Papst Benedikt XVI. als Förderer des Dialogs unter den Religionen. „Das interreligiöse Gespräch war ihm ein Anliegen und so hat er zu verschiedenen Anlässen dessen Bedeutung ausdrücklich betont“, erklärte die türkisch-islamische Union in Köln. Der Papst habe beim Weltjugendtag in Köln 2005 und 2011 in Berlin Gespräche mit Vertretern von Ditib und anderen Muslimen geführt. Für ihn seien Muslime selbstverständlich Teil der deutschen Gesellschaft. „So mahnte er die multikulturelle Gesellschaft in Deutschland, beständig daran zu arbeiten, sich gegenseitig besser kennen zu lernen und zu verstehen.“

15.48 Malte Lehming, Leiter der Meinungsredaktion des Tagesspiegels, kommentiert den Papst-Rücktritt: "Der Intellekt war sein Zuhause. Seine Reden entfalteten einen spirituellen Kosmos. Sie waren nicht laut, eher nuschelnd, aber wirkungsvoll. Und doch ist Papst Benedikt XVI. auch eine tragische Figur. Eine, die fehlen wird." Zum Lehming-Kommentar hier.

15.30 Die Huffington Post listet die sieben größten Skandale des Papstes auf: von Hitlerjugend über Piusbrüder bis zu VatiLeaks.

15.21 Auch Klaus Wowereit ist ergriffen: Berlins Regierender Bürgermeister hat den angekündigten Amtsverzicht des Papstes gewürdigt. „Diese ungewöhnliche Entscheidung verdient großen menschlichen Respekt“, teilte Wowereit am Montag mit. „Berlin und die deutschen Katholikinnen und Katholiken werden den historischen Besuch des deutschen Papstes im September 2011 in unserer Stadt im Gedächtnis behalten“, fügte der Katholik Wowereit hinzu. Wer sich wie Wowereit gern an Benedikts Berlin-Besuch erinnert, kann hier unseren damaligen Blog nachlesen.

15.08 Israels Oberrabbiner Yona Metzger lobt die Verdienste von Benedikt XVI. im Dialog zwischen den großen Religionen. “Während seiner Amtszeit gab es die besten Beziehungen zwischen der Kirche und dem Oberrabbinat. Wir hoffen, dass sich das fortsetzt“, ließ Metzger über seinen Sprecher ausrichten. “Er verdient ein hohes Ansehen für den Ausbau der interreligiösen Verbindungen zwischen Judentum, Christentum und Islam.“ Metzger wünschte dem Papst “viel Gesundheit und ein langes Leben“.

Die Kirche braucht einen handlungsfähigen und präsenten Papst

15.04 Der Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, bewertet den angekündigten Rücktritt des Papstes als "bewusste Entscheidung im Sinne des Amtes". Er glaube nicht, dass Benedikt seine persönliche Beschwernis zum Maßstab seiner Entscheidung genommen habe, sagte Glück dem Tagesspiegel.  Das scheidende Kirchenoberhaupt sei vielmehr zu dem Schluss gekommen: "Die Kirche braucht in dieser Zeit einen handlungsfähigen und präsenten Papst." Glück würdigte Benedikt als "Theologen im Papstamt". Auch Menschen, die selbst nicht religiös seien, hätten ihn respektiert als jemanden,  "der etwas zu sagen hat". "Er war zugleich ein Papst, der in einer unruhigen Zeit die Kontinuität und das Bewahrende betont hat", fügte der Vorsitzende der katholischen Laienvertretung an.

14.52 Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth hält den angekündigten Rückzug von Papst Benedikt XVI. für mutig. "Für seinen Schritt, aus gesundheitlichen Gründen sein Amt aufzugeben, gebührt Papst Benedikt XVI. tiefer Respekt. Damit stellt er die falsche  und vollkommen überholte Tradition in Frage, wonach ein Papst nicht zurücktreten darf, sondern in seinem Amt sterben muss", sagte Roth dem Tagesspiegel. Die Katholische  Kirche sollte "aus diesem mutigen Schritt jetzt die richtigen Schlüsse  ziehen und sich endlich den Bedürfnissen und Erwartungen der Menschen im 21. Jahrhundert öffnen." Die dringend notwendige Modernisierung sei "die große Aufgabe des nächstes Papstes. Er muss ein Papst für die ganze  Kirche sein, ein Papst der Basis".

14.47 Auf seinem Twitter-Account @Pontifex hat sich der Papst zu seinem Rücktritt bisher nicht geäußert. Dabei schrieb er erst am Vortag einen Eintrag: "Wir dürfen der Kraft der Barmherzigkeit Gottes vertrauen. Wir sind alle Sünder, doch seine Gnade verwandelt uns und macht uns neu."

14.43 Edmund Stoiber übt sich in Demut und ernennt Joseph Ratzinger zum „größten Sohn Bayerns“, und zwar in der mehr als tausendjährigen Geschichte des Landes. Also vor CSU-Papst Franz-Josef Strauß. „Papst Benedikt ist nicht nur durch sein Amt, sondern durch seine Person eine moralische Instanz in der Welt“, erklärte Stoiber. Unvergleichlich seien seine Bescheidenheit und seine besondere Gabe, auch im 21. Jahrhundert den Menschen das Evangelium nahe zu bringen.

14.33 Der Rücktritt von Benedikt XVI. wird erst der zweite freiwillige Rücktritt eines Papstes in der Geschichte sein. 1294 trat Coelestin V. nach einem halben Jahr Amtszeit wieder ab - also vor 719 Jahren. Weitere Päpste, die von ihrem Amt zurücktraten, taten dies nicht freiweilig. So mussten letztmals im vierjährigen Konzil von Konstanz drei Päpste zurücktreten: 1415 Johannes XXIII. und danach Gregor XII., 1417 Benedikt XIII.

14.18 Die Rücktrittsankündigung des Papstes stößt vor allem in Deutschland auf großes Interesse - oder fast in ganz Deutschland. Ein Blick auf die "Trending Topics" bei Google zeigt, das in Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg die meisten Suchanfragen zu Benedikt XVI. gestellt werden. Kaum von Interesse ist der Papst hingegen in Brandenburg.

Die Trending Topics der Suchanfragen für "Papst" bei Google.
Die Trending Topics der Suchanfragen für "Papst" bei Google.
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14.13 Nachschub von Corriere della Sera: Angeblich habe der Papst bereits im vergangenen Jahr auf seiner Kuba-Reise von einem möglichen Rücktritt gesprochen.

14.09 Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Papst Benedikt XVI. für seine Arbeit als Kirchenoberhaupt gedankt. Sie äußerte "allerhöchsten Respekt" für die Rücktrittsentscheidung und lobte Ratzinger als einen "der bedeutendsten religiösen Denker unserer Zeit".

14.00 Die "SPD wars" - Nur wenige Sekunden nach der Eilmeldung vom Rücktritt des Papstes explodierten die Trending Topics des Kurznachrichtendienstes Twitter förmlich. Von Gründen für den Rücktritt bis hin zu Vorschlägen für Nachfolger - die Hashtags stehen ganz im Zeichen von Benedikt dem XVI. Eine erste Twitter-Umschau lesen Sie hier.

13.51 Der Vatikan gibt bekannt, dass Papst Benedikt XVI. nicht aufgrund einer akuten Erkrankung zurücktrete.

13.46 Auf der Website der italienischen Corriere della Sera wird Benedikt mit Aussagen aus seinem 2010 erschienen Buch "Licht der Welt" zitiert. Dort äußerte er sich zum Thema Papst-Rücktritt: "Wenn ein Papst zur klaren Erkenntnis kommt, dass er physisch, geistig und geistlich nicht mehr in der Lage ist, das ihm anvertraute Amt auszufüllen, hat er das Recht und unter gewissen Umständen auch die Pflicht zurückzutreten." Und weiter: "Ab und an bin ich besorgt und frage mich, ob ich das alles schon körperlich schaffe."

13.37 In einer Erklärung der Bundesregierung äußerte sich Regierungssprecher Steffen Seibert zur Ankündigung von Papst Benedikt XVI., sein Pontifikat am 28. Februar abzugeben. „Die Bundesregierung hat den allerhöchsten Respekt für den Heiligen Vater, für seine Leistung, für seine Lebensleistung für die katholische Kirche.“ Persönlich sagte Seibert: „Als Christ und zumal als Katholik reagiert man mit Bewegung und mit Betroffenheit darauf.“ Weitere Reaktionen zum Papst-Rücktritt finden Sie in unserer Bildergalerie.

Der engste Vertraute ist überrascht - der Bruder nicht

13.19 Kurienkardinal Angelo Sodano sagte, die Verkündung habe ihn wie ein "Blitz aus heiterem Himmel" getroffen. Sodano, ehemaliger Kardinalstaatssekretär, gilt als engster Vertrauter des Papstes.

13.14 Auch Georg Ratzinger äußerte sich zur Rücktrittsankündigung seines Bruders Joseph: Der Rücktritt sei ein „natürlicher Vorgang“. „Mein Bruder wünscht sich im Alter mehr Ruhe.“ Georg Ratzinger sagte weiter: „Ich war eingeweiht.“ Er räumte ein, seit Monaten von den Rücktrittsplänen des Papstes gewusst zu haben. Georg Ratzinger, wie sein Bruder katholischer Priester, war drei Jahrzehnte lang Domkapellmeister in Regensburg und damit Leiter der weltberühmten Regensburger Domspatzen.

13.06 Der neue Papst soll vor Ostern gewählt werden, teilte Vatikansprecher Federico Lombardi soeben mit.

12.58 Der Vatikan hat die Erklärung des Papstes im Wortlaut herausgegeben. Sie finden sie hier.

12.50 Der Papst-Rücktritt führt gerade zum wohl größten Twitter-Gewitter aller Zeiten. Natürlich ist der größte Teil der Tweets unter den Hashtags #papst oder #benedikt satirisch, kritisch, ironisch. Der Papst wird's verschmerzen können, nicht zuletzt ist es ja auch ein Indiz für seine immer noch große Bedeutung. Auch der Tagesspiegel gestattet sich da gleich eine kleine Satire.

12.37 Die Bundesregierung hat nach der Rücktrittsankündigung von Papst Benedikt XVI. dessen Verdienste gewürdigt. „Die Bundesregierung hat den allerhöchsten Respekt für den Heiligen Vater, für seine Leistung, für seine Lebensleistung für die katholische Kirche“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. „Er hat seine ganz persönliche Handschrift als Denker an der Spitze dieser Kirche und auch als Hirte eingebracht.“ Ihm gebühre Dank dafür, diese Weltkirche acht Jahre lang so geleitet zu haben. Seibert fügte hinzu, welche Gründe auch immer zu dem Schritt geführt hätten, sie seien „natürlich zu ehren und zu achten“. Der Sprecher kündigte an, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch am Montag zu dem Rücktritt äußern werde.

12.35 Papst Benedikt XVI. hat nach eigenen Angaben aufgrund seines Alters nicht mehr „die Kraft“, die katholische Kirche zu führen. Zu dieser Erkenntnis sei er nach Prüfung seines Gewissens vor Gott gekommen, sagte der 85-Jährige am Montag bei der Vollversammlung der Kardinäle. In einem Buch hatte das katholische Kirchenoberhaupt geschrieben, es sei für einen Papst „eine Pflicht“ zurückzutreten, wenn er seine Ämter nicht mehr bewältigen könne.

12.30 Radio Vatikan zufolge begründete der 85 Jahre alte Benedikt seinen ungewöhnlichen Schritt mit seinem Gesundheitszustand. Seine geistigen und körperlichen Kräfte hätten in den vergangenen Monaten derart abgenommen, dass er seinen Dienst nicht mehr ausreichend ausführen könne, heißt es in einer am Montag in Rom verbreiteten Erklärung. Sein Pontifikat hatte 2005 begonnen.

12.20 Papst Benedikt XVI. gibt sein Pontifikat am 28. Februar ab. Das hat Joseph Ratzinger am Montag laut verschiedenen Nachrichtenagenturen überraschend während eines öffentlichen Konsistoriums in Rom mitgeteilt - in lateinischer Sprache. (mit AFP, dpa, Reuters)

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