Im Jahr vor der Bundestagswahl hat sich im politischen Betrieb ein neues Ritual etabliert: Jedesmal, wenn die Mineralölkonzerne die Benzinpreise anheben, steigt auch der Nervositätspegel in der rot-grünen Regierungskoalition. Und deshalb hat Berlin am Freitag einen Tag der Dementis erlebt, an dessen Ende sich trotz vieler Erklärungen die Spannung doch nicht richtig löste: Nein, versicherten SPD-Generalsekretär Franz Müntefering, der Grünen-Parteivorsitzende Fritz Kuhn und Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye einhellig, die Bundesregierung werde die nächste Stufe der Ökosteuer im Jahr 2002 nicht aussetzen.
Spritpreise
Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig will Autofahrern keinen finanziellen Ausgleich für die hohen Benzinpreise zahlen. Sie seien bereits zu Beginn des Jahres mit der Erhöhung der Kilometerpauschale deutlich entlastet worden, sagte der SPD-Politiker der "Märkischen Allgemeinen Zeitung".
Die Mineralölkonzerne haben die Benzinpreise zum vierten Mal innerhalb von zwei Wochen erhöht. Der Anhebung um durchschnittlich drei Pfennig je Liter durch Aral hätten sich alle anderen Mineralölfirmen angeschlossen, sagte ein Aral-Sprecher am Donnerstag.
Einen Spitzengespräch über den Benzinpreis in Deutschland wird es vorerst nicht geben. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat die Forderung der schleswig-holsteinischen Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) zurückgewiesen, wegen der gestiegenen Benzinpreise ein Gipfeltreffen mit den Mineralölkonzernen einzuberufen.
Mit den gestiegenen Preisen für Treibstoff und Nahrungsmittel haben die Lebenshaltungskosten in diesem Monat klar angezogen: Nach ersten Daten aus drei der 16 Bundesländer kletterte der Preisindex um rund drei Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und damit so hoch wie teilweise seit sieben Jahren nicht mehr. In Brandenburg erreichte die auf ein Jahr berechnete Inflationsrate 3,3 Prozent, in Bayern 2,8 Prozent und in Baden-Württemberg 2,9 Prozent.
Die Mineralölbranche hat die Kritik von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) an den hohen Gewinnen der Konzerne zurückgewiesen. Das hohe Niveau der Benzinpreise sei im Wesentlichen auf die Steuerbelastung zurückzuführen, erklärte der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) am Montag in Hamburg.
Angesichts steigender Spritpreise sind Erdgasautos auf dem Vormarsch. "Innerhalb der nächsten zwei Jahre wird sich die Zahl der Erdgastankstellen in Deutschland fast verdoppeln", sagte Manfred Scheibe, der Direktor Kundenbetreuung der ostdeutschen Verbundnetz Gas AG (VNG) am Montag auf der Leipziger Auto Mobil International.
Trotz entrüsteter Proteste von Politikern und Autofahrern verharren die Spritpreise auf Rekordniveau. SPD-Generalsekretär Franz Müntefering warf den Mineralölkonzernen vor, sie nähmen die gegenwärtigen Preisspitzen mit, gäben aber die Preistäler nicht an die Verbraucher weiter.
In der Sonderschau "Motion, Drive & Automation" zeigen über 1300 Aussteller die neuesten Entwicklungen an Triebwerken, Turbinen, Hydraulik und Motoren (Hallen 19 bis 26). Neben Flugzeugtriebwerken, die immer weniger Sprit verbrauchen, leiser sind und nur noch geringe Emissionen ausstoßen, stehen sparsame Verbrennungsmotoren im Mittelpunkt des Interesses, nicht zuletzt wegen der steigenden Benzinpreise.
Die CDU fordert als Konsequenz aus den rapide gestiegenen Benzinpreisen die rasche Entwicklung alternativer Automotoren. "Wir müssen jetzt Millionen in die Hand nehmen, um die Entwicklung neuer Antriebssysteme für das Auto zu beschleunigen und von der Abhängigkeit vom Erdöl wegzukommen", sagte CDU-Vize Christian Wulff der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Bundeskanzler Gerhard Schröder fürchtet, dass die jüngsten Benzinpreiserhöhungen der Automobilkonjunktur und dem Wirtschaftsleben insgesamt schaden könnten. "Ich hoffe, dass wir runterkommen von den hohen Preisen", sagte Schröder am Freitag.
Wer fährt noch Auto? Die Hälfte aller Deutschen setzt für die Ferienreise nach wie vor aufs Auto - davon geht der ADAC auch für die Urlaubssaison 2001 aus.
In den letzten Wochen ist der Rohölpreis kaum gestiegen. Er liegt bei 28 Dollar.
Benzin - ist das jetzt nicht wirklich zu teuer geworden? Dagegen kann man etwas tun, meint der Wirtschaftsminister.
Die "Bild"-Zeitung machte sich wieder zum Sprachrohr kollektiver Ängste: "Benzin bald drei Mark?", fragte das Boulevardblatt am Freitag in großen Lettern auf der ersten Seite.
Die Benzinpreise in Deutschland sind am Mittwoch auf ein nie dagewesenes Niveau gestiegen: Nach einer Anhebung um fünf Pfennig kostet Normalbenzin nun 2,119 Mark, Super 2,159 Mark und Super plus 2,249 Mark. DEA-Sprecher Harald Gräser begründete die Anhebung in Hamburg mit den hohen Preisen auf dem Weltmarkt für Benzin.
Das Bundeskartellamt in Bonn sieht trotz der Proteste der Politiker und Verbände gegen die drastischen Benzinpreiserhöhungen zum Beginn der Osterreisewelle keinen Grund, gegen die Mineralölkonzerne vorzugehen. "Wir beobachten die Mineralölbranche intensiv.
Es gibt viele Dinge, an die Kaya Pirinci nicht denken mag. Ein Unfall zum Beispiel.
Was für ein Jammern, was für ein Klagen: Ostern war furchtbar. Schlechtes Wetter und erhöhte Benzinpreise - wer soll sich da erholen?
Nach einer Welle von Preiserhöhungen vor Ostern ist Benzin wieder deutlich billiger geworden. Dies ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur am Montag in mehreren deutschen Städten.
Nun wissen wir also, warum das Benzin schon wieder teurer geworden ist. Die geldgierigen Öl-Multis sind schuld, denn sie haben gemeinsam heimlich Preiserhöhungen beschlossen, um im Oster-Reiseverkehr den Autofahrer abzuzocken.
Die Benzinpreise in Deutschland sind so hoch wie noch nie. Nach Einschätzung des Hamburger Branchendienstes EID haben Einflüsse aus den USA dazu beigetragen, den Großhandelspreis für Benzin auf mehr als 300 Dollar je Tonne zu treiben.
Sinkende Heizöl- und Benzinpreise haben den Anstieg der jährlichen Teuerungsrate im März auf 2,5 Prozent gebremst. Im Februar hatten die Preise für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland noch um 2,6 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen.
Durch den anhaltenden Preiskampf an den deutschen Zapfsäulen ist der Bochumer Aral-Konzern in die roten Zahlen gerutscht. Für das Geschäftsjahr 2000 habe das zum Eon- Konzern gehörende Unternehmen nach Verlusten "in dreistelliger Millionenhöhe" im Tankstellengeschäft das schlechteste Ergebnis der vergangenen 15 Jahre erzielt, sagte Aral-Vorstandschef Günter Michels am Mittwoch in Bochum.
Führende Grüne arbeiten an einer Reform der umstrittenen Ökosteuer. Ersten Vorstellungen zufolge sollte ab 2003 der Benzinpreis nicht mehr jährlich um eine feste Summe steigen.
Hans-Willi Müller ist Vorsitzender des Bundesverbandes Freier Tankstellen und vertritt 1700 mittelständische Tansktellen. Herr Müller, die freien Tankstellen sehen sich plötzlich dem größten Tankstellennetz in Deutschland gegenüber.
Auf dem deutschen Tankstellenmarkt wird es eng. Mit der Fusion von Shell und Dea wächst der Druck auf andere Konzerne.
Für die Verbraucher in Deutschland werden sich die jüngsten Förderkürzungen der Opec nur wenig auswirken. Die Mineralölkonzerne rechnen mit einem weitgehend stabilen Preisniveau, nachdem sich die Preise für Öl und Ölprodukte an den internationalen Märkten am Montag nur innerhalb der üblichen Schwankungsbreiten bewegten.
Die Verbraucherpreise haben im Februar wieder zugelegt. Auf Grund gestiegener Benzinpreise, verteuerter Pauschalreisen und der Folgen der BSE-Krise kam es nochmals zu einem Preisschub von gut 0,6 Prozent.
In Deutschland sind die Kraftstoffpreise nach einer Untersuchung des ADAC weitaus geringer als in vielen anderen europäischen Ländern. Während die deutschen Autofahrer zurzeit durchschnittlich 2,06 Mark pro Liter bleifreies Superbenzin bezahlen müssten, liege der Preis in Großbritannien bei umgerechnet 2,67 Mark, heißt es in der am Donnerstag in München veröffentlichten Studie.
Die Grünen wollen in ihrem künftigen Grundsatzprogramm dem Grundwert der Freiheit eine zentrale Rolle geben. Das geht aus vom Bundesvorstand beschlossenen Thesen hervor, die den Delegierten für den Bundesparteitag im März in Stuttgart übermittelt wurden.
Nach dem jüngsten Angriff amerikanischer und britischer Kampfflugzeuge auf Irak ist der Ölpreis an der Londoner Rohstoffbörse spürbar angezogen. Londoner Händler nannten für das Barrel (159 Liter) der marktführenden Nordseesorte Brent am Montag einen Preis von 27,35 Dollar.
Wenige Monate vor Chinas WTO-Beitritt nehmen weltweit führende Autokonzerne im Reich der Mitte ihre Startposition für das vermeintlich lukrative Kleinwagensegment ein. General Motors baut in seiner 1,5 Milliarden Dollar teuren Fabrik in Schanghai seit Dezember den Sail, ein Auto, das auf dem Opel Corsa basiert und im Sommer auf den chinesischen Markt kommt.
Nach langen Diskussionen entscheidet sich am Dienstag, ob die Fahrten mit Bahnen und Bussen vom 1. August an in den meisten Fällen teurer werden.
Mojib Latif vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg.Was ist das Neue an dem Bericht des IPCC?
Nach vielen Enttäuschungen blicken die Auto-Importeure mit gedämpftem Optimismus auf das laufende Jahr. Der Verband der Importeure von Kraftfahrzeugen (VDIK) rechnet für 2001 mit 3,6 Millionen neu zugelassenen Pkw in Deutschland.
Der Vorstandsvorsitzende der Adam Opel AG, Robert Hendry, wirft nach einem Betriebsverlust von rund einer Milliarde Mark im vergangenen Jahr das Handtuch. Ende März will der Amerikaner den Opel-Aufsichtsrat um die "Entbindung" von seinen Pflichten bitten, kündigte Hendry auf der Bilanzpressekonferenz des Rüsselsheimer Autoherstellers am Mittwoch in Frankfurt an.
Claudia Roth muss ihr Bundestagsmandat als Parteichefin zurückgeben, wenn sie zur Parteichefin gewählt wird. Als ihre Nachrückerin auf der bayerischen Landesliste für den Bundestag steht eigentlich Halo Saibold.
Auch nach dem Öko-Steueraufschlag von sieben Pfennig zum Jahresbeginn sind die Benzinpreise weitgehend unter zwei Mark geblieben. Weil die Rohölpreise und der Dollarkurs sinken, ist der reine Kraftstoffpreis zurückgegangen.
Zum Ausgleich für die zeitweise stark gestiegenen Öl- und Spritpreise sollen die Autofahrer über die Einkommensteuer entlastet werden. Doch die bisherige Kilometerpauschale von 70 Pfennig je Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Arbeitsplatz wird nicht nur vom elften Kilometer an auf 80 Pfennig erhöht - sie wird gleichzeitig in eine reine Entfernungspauschale umgewandelt und steht damit auch Bus-, Bahn und Radfahrern sowie Fußgängern zu.