Ärger nach Berlin-Tatort : ExRotaprint-Gründer kritisiert ungefragte Filmaufnahmen

Im neuen Berlin-Tatort "Meta" wird zweimal das ExRotaprint-Gebäude in Wedding gezeigt. Dessen Firmengründer wäre vorher gern gefragt worden.

Louisa Lenz
„Uns hat niemand gefragt, ob unsere Ikone – der vordere Betonturm – im Tatort verwendet werden darf“, sagt Les Schliesser.
„Uns hat niemand gefragt, ob unsere Ikone – der vordere Betonturm – im Tatort verwendet werden darf“, sagt Les Schliesser.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Manch aufmerksamem Tatort-Zuschauer mag es im Berlinale-Special „Meta“ am Sonntag vor zwei Wochen aufgefallen sein: Das Lagerhaus, in dem die Kommissare Rubin und Karow eine Leiche finden, ist im realen Berlin das ExRotaprint-Gebäude in der Gottschedstraße in Wedding. Zweimal wird die einstige Druckmaschinenfabrik für ein paar Sekunden eingeblendet, mit der – nicht realen – Aufschrift „Storage 24/7“.

Das reicht aus, um die Zuschauer das markante Gebäude erkennen zu lassen, vor allem aber, um dessen heutige Betreiber zu verärgern. „Uns hat niemand gefragt, ob unsere Ikone – der vordere Betonturm – im Tatort verwendet werden darf“, sagt Les Schliesser, einer der Gründer der Firma ExRotaprint, die er als künstlerisches Projekt für profitfreie Stadtentwicklung verstanden wissen will. ExRotaprint vermietet Flächen an soziale Einrichtungen und Kreativschaffende und will ein „heterogener Ort für alle gesellschaftlichen Gruppen“ sein.

Schliesser ärgert sich, dass das Baudenkmal im Tatort als „Storage getrashed“ werde, gerade auch, weil sich ExRotaprint gegen Vermarktung und Profit wendet. „Das ist einfach kein guter Stil“, findet Schliesser, „aber da kann man nichts machen“.

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Rechtlich verboten sind die Aufnahmen nämlich nicht, es gilt die Straßenbildfreiheit – eine Einschränkung des Urheberrechts, nach der es zulässig ist, die äußere Ansicht von Bauwerken öffentlich zu vervielfältigen. Bei der ARD beschwert hat sich Schliesser nicht. Eventuell wolle man aber „mal einen Brief hinschreiben“.

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