Schon Nora Tschirner drehte hier : Berlins älteste Jugendherberge – ein Filmstar

Seit den 50ern gibt es die Einrichtung in Reinickendorf. Leser erinnern sich – und entdecken ein rührendes Musikvideo.

Links Nora Tschirner, rechts die Jugendherberge in Hermsdorf.
Links Nora Tschirner, rechts die Jugendherberge in Hermsdorf.Fotos: dpa, Gerd Appenzeller

Ein Besuch in Berlins ältester Jugendherberge - und die Folgen. Letzte Woche hatte ich im Reinickendorf-Newsletter die Jugendherberge in Berlin-Hermsdorf besucht. Eine kleine Berühmtheit im Norden der Stadt: Sie ist die älteste Jugendherberge in Berlin, benannt nach dem legendären Regierenden Bürgermeister, Ernst Reuter, und am 4. Juli 1956 eröffnet.

Chef dort ist seit Herbst 2018 Thomas Kons, 54. Gibt es den Begriff „Herbergsvater“ eigentlich noch? Thomas Kons, 54, lächelt ein wenig verlegen. Dass er gut mit jungen Leuten zurecht kommt, das kann ich mir schon vorstellen. Eigene Kinder? Nein, dafür habe ich ja jeden Tag welche um mich, meint er schmunzelnd. Den ganzen Text können Sie hier im Tagesspiegel-Newsletter für Reinickendorf nachlesen.

Ungeahnte Resonanzen hat dieser Text über die Hermsdorfer Jugendherberge gefunden – aber solche, die mich sehr gefreut haben. Leserinnen und Leser des Reinickendorf-Newsletters haben sich an eigene Klassenausflüge in die JuHe am Hermsdorfer Damm erinnert. Andere schrieben mir noch einmal ihre Kritik an dem seltsamen Beschluss der BVG, aus der Kennzeichnung der Bushaltestelle den Bezug auf die Jugendherberge zu streichen und statt dessen die völlig bedeutungslose Seitenstraße "Dohnensteig" zu wählen. Geradezu anrührend aber war ein Hinweis von Lutz Essers auf ein Video, das vor einigen Jahren in dieser Jugendherberge gedreht worden ist.

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Das Video stammt von der Berliner Musikgruppe "Prag", die 2011 gegründet worden ist, und zu der bis 2015 auch die Berliner Schauspielerin Nora Tschirner gehörte. Sie ist auch im Video zu sehen, ganz am Ende, ab Minute 4:19. Im Jahr 2015 kam "Prag" mit dem Lied "Dieser Himmel" auf den Markt, unter diesem Link können Sie den Text dazu nachlesen, tun Sie es bitte, es lohnt sich. Und jetzt schauen Sie sich das Video dazu an, entstanden im Februar 2015 in der Jugendherberge in der Anmutung der späten Fünfziger, aber mit Kindern ganz von heute – hier der Youtube-Link.

Ging es Ihnen jetzt auch so wie mir, angerührt, betroffen fast von schmerzhaft-schönen Erinnerungen an die eigene Kindheit? Diese Geschichte ist aber erst zu Ende erzählt, wenn Sie sich nun auch noch angeschaut haben, wie dieses Video entstanden ist, das „Making off“ – hier das Video.

Da sehen Sie in einer Szene übrigens auch Thomas Kons, den heutigen Leiter der Jugendherberge. Ich habe versucht, mit Erik Lautenschläger, dem Sänger der Band, über die Geschichte von „Dieser Himmel“ zu sprechen, leider hat das aus Termingründen (noch) nicht geklappt, ich hole es am kommenden Mittwoch nach - mehr lesen Sie dann im Reinickendorf-Newsletter vom Tagesspiegel.

"Eine Jugendherberge ist mehr als ein Gebäude, in dem man schlafen kann", sagte Thomas Kons, der Leiter der Jugendherberge. Um Familien mit kleineren Kindern könne man sich, direkt am Fließ, in unmittelbarer Nähe des Naturschutzgebietes, ganz individuell kümmern. Dinge erklären, die man als Gast in einer Innenstadt-Unterkunft überhaupt nicht mitkriegen würde.

Früher kamen mehr Einzelgäste, die landen heute eher in den Airbnb-Unterkünften der Innenstadt. 15.000 Übernachtungen zählt er im Jahr. Die Hermsdorfer ist eine eher kleinere Jugendherberge – die 111 Betten verteilen sich auf 25 Zimmer. Die haben bis zu sechs Betten, ideal für eine Familie mit kleinen Kindern, für Schulklassen mit heutigen, modernen Ansprüchen vielleicht doch gewöhnungsbedürftig, und Sanitäranlagen gibt es halt immer nur am Ende des Ganges.

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Dieser Text stammt in leicht veränderter Version aus dem aktuellen Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-ReinickendorfIn unseren Bezirks-Newslettern berichten wir kompakt, konkret und einmal in der Woche, was los ist in Ihrem Bezirk. 180.000 Haushalte haben die Newsletter schon fest abonniert. Sie haben auch Interesse?  Den Reinickendorf-Newsletter gibt es kostenlos, kompakt und in voller Länge unter leute.tagesspiegel.de

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