E-Mobilität : Stern und Kreis will Elektroschiffe nach Berlin bringen

Das Schifffahrtsunternehmen plant sein erstes "Hybridfahrgastschiff" für 2019.

So könnte ein Anleger für Elektro-Fahrgastschiffe im Humboldthafen aussehen.
So könnte ein Anleger für Elektro-Fahrgastschiffe im Humboldthafen aussehen.Simualtion: eSpree

Die Luft am Wasser ist nicht gesund. Die Werte für Kleinstpartikel, Ruß und Stickoxide sind in der Innenstadt alle zu hoch, wenn ein Schiff vorbeifährt. Dies bestätigten am Donnerstag Messungen des ökologischen Verkehrsberaters Axel Friedrich, der früher als Abteilungsleiter im Umweltbundesamt gearbeitet hat. Die Messungen im Auftrag des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) sollten die Forderung untermauern, auf innerstädtischen Gewässern auf umweltfreundlichere Elektroboote umzusteigen.

Ladestationen im Treptower Park

Wenn alles klappt, will die „Stern und Kreisschiffahrt GmbH“ im nächsten Jahr das erste Hybridfahrgastschiff der Flotte in Betrieb nehmen, kündigte Geschäftsführer Andreas Behrens während der Messung an. Der Dieselmotor an Bord soll nur die Batterie aufladen, wenn deren „Saft“ unterwegs ausgeht. Im Idealfall soll die Ladung nachts im Hafen am Treptower Park erfolgen. Dort sollen Ladestationen installiert werden, die mit Ökostrom betrieben werden, sagte Behrens.

Vorreiter der Elektroschifffahrt auf Berlins Gewässern ist der Schiffsunternehmer Luis Lindner. Er hat aber die Planungen für ein elektrisch angetriebenes Fahrgastschiff, zurückgestellt, weil er dafür bisher keine Anlegestellen in der Stadt bekommen hat. Sie würden von der Senatsverkehrsverwaltung nach „Großvaterrechten“ – ähnlich wie die Start- und Landerechte an Flughäfen Slots genannt – seit Jahren nur an die „Stern und Kreisschiffahrt“ sowie an den Reederverband vergeben, kritisierte er.

Erstmals Umweltauflagen für Anlegestellen

Doch auch hier bewegt sich etwas. Bei der geplanten Anlegestelle im Humboldthafen am Hauptbahnhof soll es nach Angaben der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz erstmals Umweltauflagen geben, um den Ausstoß von Schadstoffen zu begrenzen und somit die Luftqualität an der Umgebung zu wahren, wie es heißt.

Vorhandene Dieselschiffe sollen Rußfilter und Abgasreinigungsanlagen erhalten. Dazu hat der Senat erneut ein Förderprogramm aufgesetzt. Zudem treibt er mehrere Bundesratsinitiativen voran, die zu Umweltauflagen führen sollen. Derzeit sind fast 70 „schmutzige“ Fahrgastschiffe im Einsatz.

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