Berlin : Ehrung im dritten Anlauf

Gestern Abend wurde für den Regisseur Ernst Lubitsch eine Gedenktafel enthüllt

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Gedenktafeln für Ernst Lubitsch haben es in Berlin schwer. 1958, zu seinem 66. Geburtstag, wurde eine am Zoo-Palast aufgehängt, sie verschwand spurlos. Nicht besser erging es dem Exemplar, das anlässlich seines 100. Geburtstages am 28. Januar 1992 am Haus Schönhauser Allee 183 enthüllt wurde. Die Tafel war wohl von minderer Qualität, jedenfalls wurde sie bald unleserlich, verschwand ebenfalls. Gestern Abend nun also der dritte Versuch, wiederum an dem fünfstöckigen Gebäude in der Schönhauser Allee, in dem der spätere Regisseur seine Kindheit und Jugend verbracht hatte. Eigens war seine Tochter, Nicola Lubitsch, aus Amerika angereist, um bei der Zeremonie die Tafel zu enthüllen.

Damit wurde zugleich das Festival „Lubitsch in Berlin“ eröffnet, das bis zum 27. März im Babylon-Kino in Mitte stattfindet. Außerdem jährt sich in diesem November der 60. Todestag des Regisseurs.

Nicola Lubitsch hatte schon die zweite Tafel enthüllt, gemeinsam mit ihrer Tochter und einer Nichte aus New York, die – anders als Nicola – den Regisseur noch in Berlin erlebt hat. Zu seinem 100. Geburtstag hatte man Lubitsch sogar noch einmal eine Stadtrundfahrt spendiert, von dem damaligen Kino „Notausgang“ in der Schöneberger Vorbergstraße bis zu seinem früheren Wohnhaus. Die hölzerne Lubitsch-Figur, die heute das Foyer das Filmhauses ziert, saß ursprünglich im Kinosaal – der damalige Betreiber Gunter Rometsch hatte sie dafür anfertigen lassen und zu der Fahrt im offenen Ford A aus dem Jahre 1930 ausgeliehen.

Das Geburtshaus des Regisseurs existiert nicht mehr. Es befand sich in der Lothringer Straße 82A/Ecke Schönhauser Straße. Lubitsch, Sohn eines Schneidermeisters und seiner Frau, hatte dort bis 1897 gewohnt, dann zog seine Familie in das Haus, an dem jetzt wieder eine nagelneue, hoffentlich dauerhaftere Gedenktafel hängt. ac

Infos zum Lubitsch-Festival:

www.babylonberlin.de

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