Einschulungsgottesdienste in Berlin : „Heute stehen die Kinder im Mittelpunkt“

Am Sonntag gibt es viele Gottesdienste zur Einschulung. Ein Pfarrer erklärt, worum es dabei geht.

Ulrich Hutter-Wolandt ist seit 2010 Pfarrer in der Trinitatis-Kirchengemeinde.
Ulrich Hutter-Wolandt ist seit 2010 Pfarrer in der Trinitatis-Kirchengemeinde.Foto: Kirche

Das Wochenende gehört den Kindern: 34.000 wurden am Sonnabend eingeschult, sie sahen ihr Klassenzimmer, wurden beglückwünscht von ihrer Familie. Viele von ihnen besuchen am Sonntag einen der vielen Gottesdienste zur Einschulung, die stadtweit angeboten werden. Wir haben mit Pfarrer Ulrich Hutter-Wolandt von der Evangelischen Trinitatis-Gemeinde in Charlottenburg gesprochen.

Herr Hutter-Wolandt, was ist das Besondere an so einem Einschulungsgottesdienst?

Die Einschulung ist ein wichtiger Schritt im Leben der Kinder – und auch der Eltern. Wir wollen das als Gemeinde begleiten und im Gottesdienst würdigen. Den Kindern und auch den Eltern wird Gottes Segen zugesprochen. Der Gottesdienst richtet sich an alle, für die die Schule wieder anfängt, aber wir heben die Erstklässler besonders hervor. Sie kommen nach vorne und ich lege ihnen die Hand zum Segen auf den Kopf. Und dann bekommen sie ein kleines Geschenk von uns.

Wie gestalten Sie den Gottesdienst?

Er ist auf Kinder und Familien zugeschnitten und dauert auch nicht übermäßig lange. Unser Team, das sich um die Kindergottesdienste kümmert, gestaltet ihn mit. Es wird viele auflockernde Elemente geben. Wir singen Lieder aus dem Kindergesangbuch. Ich halte keine lange Predigt und werde etwas über das Symbol das Schirms sagen. „Ich bin beschirmt von Gott“, dieses Bild will ich den Kindern mitgeben. Dazu packen wir verschiedene Schirme aus, die bekommen die Kinder auch in die Hand. Ich habe im Gottesdienst meistens ein Headset auf und laufe herum, das wird also keine steife Veranstaltung.

Wie erleben Sie die Kinder und die Eltern in einem solchen Gottesdienst?

Die Kinder sind aufgeregt und freuen sich. Es ist für sie etwas Besonderes, im Mittelpunkt zu stehen. Auch für die Eltern ist es ein besonderer Moment.

Was wollen Sie den Kindern mit auf ihren Weg als Schulkind geben?

Ich will ihnen das Gefühl vermitteln, dass sie behütet und geborgen sind und ermuntere sie zur Offenheit. Ich sage ihnen, dass sie mit ihren Eltern über Sorgen und alles, was sie beschäftigt, sprechen können, und dass sie dafür auch in der Gemeinde ein offenes Ohr finden. Wir schaffen auch bewusst den Raum dafür. Ich biete ihnen auch an, unsere Kindergottesdienste zu besuchen. Da gibt es immer ein Element, bei dem wir Gott für etwas danken und Gott für etwas bitten. Bei dieser Gelegenheit erzählen Kinder, was sie beschäftigt, und das hat oft auch etwas mit der Schule zu tun.

Sind Einschulungsgottesdienste gut besucht?

Ja, da ist es meistens voller als üblich. Wir sind aber auch sonst ganz gut besucht, meistens kommen 50 bis 70 Leute.

Was bieten Sie sonst noch für Kinder, Schüler und Familien an?

Neben den Kindergottesdiensten machen wir regelmäßig Veranstaltungen für Familien. Wir haben aktive und kreative Eltern, die gern mithelfen. Ich besuche regelmäßig unsere Kita und gehe auch in die umliegenden Schulen und biete Kooperationen an. Sie können zum Beispiel unsere Räume nutzen. Beliebt sind unsere Martinsfeste, die wir auch mit einer benachbarten Eichendorff-Schule zusammen feiern. Da sind natürlich alle Kinder willkommen. Für viele ist das der erste Kontakt mit Kirche – und es wird meistens sehr gut aufgenommen. Wir wollen für alle ein schönes und sinnvolles Angebot machen, und wir indoktrinieren ja nicht.

Ulrich Hutter-Wolandt, geboren in Köln, seit 2010 Pfarrer in der Trinitatis-Kirchengemeinde. Einschulungsgottesdienst: Sonntag, 10 Uhr, Karl-August-Platz.

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