• Fast 15 Jahre Baustelle Unter den Linden: Staatsbibliothek soll Anfang November eröffnen

Fast 15 Jahre Baustelle Unter den Linden : Staatsbibliothek soll Anfang November eröffnen

Am Montag soll die Staatsbibliothek fertig sein – sieben Jahre später als geplant. Die Nutzer der „Stabi“ müssen sich allerdings noch länger gedulden.

Baustellenrundgang bei der Staatsbibliothek Unter den Linden.
Baustellenrundgang bei der Staatsbibliothek Unter den Linden.Foto: dpa

Die Eröffnung war für September 2012 geplant. Schlüsselübergabe für die Staatsbibliothek Unter den Linden soll nun aber erst am 4. November 2019 sein – sieben Jahre zu spät. Die Nutzer der Pannenbaustelle müssen sich noch länger gedulden: Erst im Frühjahr nächsten Jahres soll die „Gesamteröffnung“ stattfinden.

Kosten für die Staatsbibliothek sind explodiert

Der Bau tauchte schon 2016 auf der Liste der verspäteten und von explodierenden Kosten gezeichneten „zivilen Großen Bundesbaumaßnahmen“ auf, die die damalige Bauministerin Barbara Hendricks (SPD) dem zuständigen Bundestagsausschuss vorlegte.

Die 14000 Pläne der Architekten HG Merz zur Sanierung der 107 000 Quadratmeter großen Bibliothek hatte der Bundestag im Oktober 2003 für so gut befunden, dass er dafür 326 Millionen Euro bewilligte. Überweisen wird der Bund fast 50 Prozent mehr: 470 Millionen Euro. Und dann wird die Sanierung länger gedauert haben als der Bau der Bibliothek (1903 bis 1914): rund 15 Jahre.

Restarbeiten sollen noch fünf Monate dauern

Zugutehalten muss man dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, dass die Anmeldung von Projekten im Bundesetat unter einem Systemfehler leidet: Inflation, also steigende Baupreise während der Arbeiten und Rücklagen für Risiken bilden sie nicht ab. Das programmiert bei mehrjährigen Vorhaben Kostensteigerungen vor, zumal in die Bauzeit der „Stabi“ eine Erhöhung der Mehrwertsteuer fiel.

Hinzu kamen laut Bauherr „versteckte Schäden am Tragwerk“, „unvermutete Hohlräume“, weil Kriegsschäden in Wänden nur geflickt wurden, und Asbestfunde. In etwa fünf Monaten ist es endlich vorbei, so lange braucht es noch, bis Restarbeiten fertig sind – ein 1000 Quadratmeter großes Museum zur Geschichte des Hauses und eine Cafeteria mit Buchshop.

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