Mahnwache für Toleranz und Weltoffenheit

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Update
Gegen "Lügenpresse" und "Islamisierung" : Wieder "Bärgida"-Demo in Berlin blockiert

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) und mehrere Minister wollen am Dienstag an einer Mahnwache für Toleranz und Weltoffenheit in Berlin teilnehmen. Das bestätigte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter am Montag.

Zu der Kundgebung in Gedenken an die Opfer der Terroranschläge von Paris haben der Zentralrat der Muslime in Deutschland und die Türkische Gemeinde Berlin aufgerufen. Sie soll um 18 Uhr am Brandenburger Tor stattfinden. Teilnehmen wollen auch Spitzenvertreter der Bundestagsparteien und Fraktionen. Bundespräsident Joachim Gauck wird eine kurze Rede halten, bestätigte eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes am Montag.

An der Mahnwache wollen auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und sein Stellvertreter, Finanzminister Christian Görke (Linke), teilnehmen. „Ich begrüße, dass morgen in Deutschland ein Zeichen der Solidarität mit Frankreich gesetzt wird“, erklärte Woidke am Montag in Potsdam. Es sei ein wichtiges Signal, dass die Initiative für die Mahnwache am Brandenburger Tor von muslimischen Verbänden ausgehe.

Die Bilder der "Bärgida"-Demo - und des Protests
Mit der deutschen Rechtschreibung ist es bei den Rettern Deutschlands und des Abendlandes zuweilen nicht weit her.Weitere Bilder anzeigen
1 von 12Foto: AFP
05.01.2015 20:22Mit der deutschen Rechtschreibung ist es bei den Rettern Deutschlands und des Abendlandes zuweilen nicht weit her.


„Ich rufe die Brandenburgerinnen und Brandenburger auf, sich an der Aktion zu beteiligen“, erklärte Woidke. Über Parteigrenzen hinweg und ungeachtet religiöser Überzeugungen sollten nach dem Anschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“, die Ermordungen der Satirezeichner und der Polizisten sowie Geiselnahmen mit Exekutionen im jüdischen Supermarkt möglichst viele Menschen für Weltoffenheit und gegen die Vereinnahmung der Religion durch Extremisten demonstrieren.

Gabriel hatte eine eigene Großkundgebung angeregt und mit diesem Vorpreschen für Verstimmung gesorgt. Er und Merkel verständigten sich nun darauf, sich der bereits geplanten Mahnwache anzuschließen, wie es in Koalitionskreisen hieß. SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi sagte, die gefundene Lösung zeige auch, dass man an der Seite der deutschen Muslime stehe.

Zur Teilnahme an der Kundgebung rufen auch mehrere Verbände, Gewerkschaften und gesellschaftliche Gruppen auf. Die Mahnwache hat das Motto „Zusammenstehen - Gesicht zeigen“. (mit dpa/epd)

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