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Geschenkideen für Weihnachten : Türchen Nummer 14 begeistert besonders Dino-Fans

In unserer Weihnachtsserie stellen wir bis zum 24. Dezember jeden Tag persönliche Geschenkideen vor. Öffnen Sie hier die Türchen.

den Autorinnen Autoren des Tagesspiegels
Jeden Tag bis Weihnachten öffnen wir ein Türchen im Tagesspiegel-Adventskalender.
Jeden Tag bis Weihnachten öffnen wir ein Türchen im Tagesspiegel-Adventskalender.Foto: Friso Gentsch/dpa

Weihnachten naht – und Sie haben immer noch keine passende Geschenkidee für Eltern, Geschwister, Großeltern und Freunde? In unserem Tagesspiegel-Adventskalender stellen wir jeden Tag persönliche Geschenkideen vor.

Türchen 14 – Ein Besuch bei Dinosaurier Tristan

Ich verschenke zu Weihnachten ein gemeinsames Erlebnis: einen Besuch bei den Dinosauriern im Naturkundemuseum. Meine Cousine wird bald fünf und ist ein richtiger Dino-Fan. Sie kann schwierige Namen wie „Parasaurolophus“ und „Triceratops“ aussprechen, weiß, welcher Saurier was gefressen hat, und ist nach dem Kinderschminken keine Prinzessin, sondern ein gefährlicher T-Rex.

Wir waren schon diesen Sommer gemeinsam im Naturkundemuseum. Mit großen Augen ist sie zwischen den Skeletten langgelaufen und hat tausend Fragen gestellt: Wie lange sind die Dinos schon ausgestorben? Konnte der Archäopteryx wirklich fliegen? Das T-Rex-Skelett „Tristan“ fand sie besonders interessant und wollte unbedingt ein Foto davor machen. Im neuen Jahr werden wir also noch einmal zusammen ins Museum gehen. Das ist in gewisser Weise auch ein Geschenk für die Eltern, die dann einen freien Nachmittag haben.

Nicht nur Kinderaugen strahlen beim Anblick des Dinosauriers.
Nicht nur Kinderaugen strahlen beim Anblick des Dinosauriers.Foto: promo

Es gibt für mich nichts Schöneres, als Zeit zu verschenken. Sie ist das Wertvollste, das ich besitze. Ich kann nur empfehlen, einen Ausflug zu planen und so Zeit mit seinen Lieben zu verbringen. Solche Geschenke haben auch einen weiteren Vorteil: Die gemeinsam verbrachte Zeit liegt nicht irgendwann in der Ecke rum und verstaubt, und sie hat auch einen geringeren CO2-Ausstoß als die meisten Gegenstände, die man unter den Tannenbaum legen kann.

Mein Ratschlag wäre hier ein Besuch im Naturkundemuseum, dort gibt es viele verschiedene Führungen. Bei der Taschenlampenführung können Kinder und Erwachsene nach Museumsschluss durch die Ausstellung laufen und bei „Forever Young“ gibt es einen Einblick in die sonst verschlossene Präparationswerkstatt. Am 16. 12. werden auf der Website des Museums die Termine für das neue Jahr veröffentlicht.

Adresse: Invalidenstraße 43 in Mitte, geöffnet Dienstag bis Freitag 9.30–18 Uhr, Wochenende und Feiertag 10–18 Uhr, Eintritt: Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Pauline Faust

Türchen 13 - Ein nächtlicher Begleiter

Was ist dunkel, kalt und riecht nach Alkohol? Richtig, der Berliner Winter. Und Kaffeelikör. Der schmeckt nicht nur besser, als die kalte Jahreszeit in dieser Stadt sich anfühlt. Er enthält auch fast alles, was man braucht, um sie zu überstehen: Zucker, Koffein und Schnaps. Vitamine sind überbewertet, glauben Sie mir.

Außerdem erinnert mich der Geschmack an meine Kindheit, als ich heimlich die klebrig-süße Füllung aus den Kaffeepralinen von Ferrero saugte, die es manchmal im Süßigkeitenschrank der Großeltern gab.

Neben diesen Heimatgefühlen ist Kaffeelikör für mich auch deshalb das perfekte Weihnachtsgeschenk, weil sich die Kombination aus Alkohol und Aufputschmitteln besonders gut für die Feiertage eignet, wo man, je nach Alter, schon morgens trinkt (oder trinken möchte) oder nach drei Kilo Weihnachtsessen noch weiterzieht, um in eine Bar oder einen Club zu gehen und Freunde zu treffen. Kaffeelikör dient sowohl als Frühstücksdrink wie auch als bessere Alternative zum Espresso nach der Mahlzeit. Zum Cocktail gemixt mit Sahne oder Milch und mehr Schnaps kann er eine solche sogar ersetzen.

Das 13. Türchen verspricht Wärme von innen.
Das 13. Türchen verspricht Wärme von innen.Foto: Tsp

Wer Zeit hat, kann den Likör natürlich selbst herstellen. Man braucht dafür eigentlich nur irgendwas hochprozentiges, zum Beispiel Wodka oder Doppelkorn, Kandiszucker, ein paar Gewürze und Kaffeebohnen, die man zusammen in eine dekorative Flasche füllt. Allerdings ist das nichts für Last-Minute-Geschenke: Der Alkoholmix muss dann erst mal ein bis zwei Wochen an einem warmen Ort ziehen.

Wer es einfacher haben will, kauft den Berliner Kaffeelikör, den die Köche Jan und Finn unter dem Namen CO’PS anbieten: am besten an einem ihrer Marktstände, zum Beispiel auf dem Wochenmarkt am Boxhagener Platz (immer samstags) oder beim Wintermarkt auf dem Holzmarkt, der an allen Adventswochenenden stattfindet – da kann man nämlich vorher probieren.

Und sollte der Likör dem Beschenkten aus irgendeinem Grund nicht gefallen, können Sie zumindest folgende Anekdote erzählen: Jan und Finn kommen aus Linsengericht, einem Ort in Hessen, der sich in der Nähe von Lieblos und Eingesäß befindet. Von der Existenz dieser Orte zu wissen, ist doch auch eine Art Geschenk.

Der Name CO’PS (mit dem dazugehörenden Logo, das einen amerikanischen Polizisten zeigt, für einen Likör eher ungewöhnlich) ist übrigens ein Kofferwort aus Coffee und Schnaps, und Koffer, das passt doch ganz gut zu Weihnachten: ein Koffer voller Geschenke wäre zum Beispiel eine Assoziation. Ein Koffer für die Flucht nach Bali eine andere. Jana Weiss

Türchen 12 – Selbstgemacht schmeckt am besten

Ich konnte einst zu Weihnachten mit einem Highlight aus der Berliner Küche punkten. Eine Schmalzstulle schmeckt mit selbst gemachtem Aufstrich nämlich noch mal so gut.

Meine beste Freundin – wir kennen uns seit Kindertagen – schwärmt für Apfel-Grieben-Schmalz vom Schwein. Zu Weihnachten hatte ich mir deshalb vorgenommen, ihr ein Glas davon aus der eigenen Küche zu schenken. Das passte zu meinem studentischen Geldbeutel und kam von Herzen – abgefüllt in dekorativen Gläsern, mit einem Stück Stoff um den Deckel und handbeschriebenem Schild. Schließlich ist das etwas, das man so nicht kaufen kann.

Türchen 12 kommt aus der Berliner Küche.
Türchen 12 kommt aus der Berliner Küche.Foto: Tsp

Der Beschenkte kann sich also, sollte er den Geschmack nicht mögen, immerhin über den persönlichen Einsatz freuen. Und bei Schmalz handelt es sich auch noch um eine Delikatesse der Berliner Küche.

Die Herstellung ist recht simpel, die Zutatenliste überschaubar. Eine individuelle Note bekommt das Stullenschmierfett vor allem durch die Wahl der Gewürze und – nicht unbeachtlich – die Sorte des verwendeten Apfels.

Ich selbst habe bisher nur dieses eine Mal Schmalz hergestellt. Den Geruch von ausgelassenem Fett muss man mögen – oder dulden. Meine Mitbewohner haben sich damit noch tagelang schwergetan. Das fertige Produkt wurde dafür schon des Öfteren wieder nachgefragt.

Zum Nachmachen: 500 Gramm fetten Speck, 250 Gramm geschnittene Zwiebeln, 1 TL getrocknete Kräuter (z.B. Bohnenkraut), etwas Salz und Pfeffer in einen Topf geben. Zwei säuerliche Äpfel schälen, entkernen und vierteln und dazugeben. Auf kleiner Flamme schmelzen lassen, bis alles durchsichtig ist. Kurz aufkochen lassen, in ein Glas umfüllen. Darin circa zwei Tage lang aushärten lassen. Magdalena Thiele

Türchen 11 – Naturgesang für gestresste Städter

Wer meinen Wohnungsflur betritt, denkt, er steht im Wald. Die Stille ist plötzlich erfüllt von: Vogelgezwitscher. „Ist das echt?“, fragten einige, die glaubten, in unserem Hinterhof nisteten jede Menge Piepmätze. Stimmt, ist echt, kommt aber aus einem kleinen Kästchen mit Bewegungsmelder. Wer daran vorbeigeht, löst zwei Minuten lang Amselgesang aus. Das betörende Lied männlicher Amseln, verschiedene Tonspuren, von einem dreiköpfigen Sound-Entwicklerteam übereinandergelegt.

Naturidentisch. Wirkt sofort entspannend und stimmungsaufhellend. Das perfekte Geschenk für gestresste Städter. Und, nein, es geht einem nicht auf den Wecker, es weckt allenfalls die Sehnsucht nach einem Ausflug aufs Land. Die Idee stammt von zwei Hamburgern, die sich mit dem Thema Entspannung durch Musik beschäftigen: Philipp Störring und Dennis Clasen. Gedacht waren die batteriebetriebenen Boxen in Häuschenform zunächst für die Wartezimmer von Arztpraxen. Dann kamen die Patienten und wollten sie für zu Hause haben. Als das „MoMA“ in New York gleich 800 Stück für seinen Shop bestellte, „ging das Ding durch die Decke“, wie Marketingleiter Stefan Theben sagt. 600 000 Zwitscherboxen wurden mittlerweile in 25 Ländern verkauft.

Gezwitscher wartet hinter Türchen Nummer 11.
Gezwitscher wartet hinter Türchen Nummer 11.Foto: Tsp

Hübsch anzusehen ist das Vogelhaus allemal. Die zwölf Zentimeter hohen Kunststoffboxen gibt es mit diversen Fronten: in fünf Holztönen, mit Waldmotiv, mit psychedelischen Kreisen, grell in sechs kräftigen Farben oder ganz edel in Gold, Kupfer, Silber, Marmor … Am besten verkaufe sich die Zwitscherbox in Weiß und Eiche, sagt Theben.

Neuerdings ist auch eine Schmalspurversion auf dem Markt: die Birdy-Box. Sie zwitschert nur 20 Sekunden – fürs schnelle Relaxen etwa beim Gang in die Kaffeeküche oder die Raucherecke im Büro, aufladbar per USB-Kabel. Und wer sich das Ding an die Wand hängen will: Es gibt dafür auch einen Saugnapfaufhänger. Susanne Leimstoll

Zwitscherbox, ab 43 Euro. Erhältlich etwa bei Elements, Leonhardtstraße 8/9, www.zwitscherbox.com

Türchen 10 – Besuch in den Gärten der Welt hilft beim Verarbeiten von Enttäuschungen

Bis heute bin ich meist der Erste, der an Weihnachten unterm Baum liegt. Nein, nicht das, was Sie jetzt denken. Es ist die Neugier auf die Geschenke. Einmal, Ende der 80er Jahre, endete die Bescherung allerdings mit einer großen Enttäuschung. Ich hatte schon Wochen vorher im Prospekt eines Spielzeughändlers eine Autorennbahn entdeckt und das dem Christkind mitgeteilt.

Und tatsächlich: Mein Wunsch wurde erhört! Also gleich unterm Baum alles ausgepackt, Schienen sortiert und aneinandergesteckt. Doch dann das: Die letzte Schiene passte nicht, der Kreis ließ sich nicht schließen. Als meine Mutter den Bausatz reklamieren wollte, kam sie mit einer Schreckensnachricht zurück: Die Bahn war ausverkauft, es gab Geld zurück, aber keinen Ersatz. Bis heute habe ich nie eine solche Rennbahn besessen.

In Berlin gibt es eine Alternative. Verschenken Sie doch mal einen Ausflug in die Gärten der Welt in Marzahn-Hellersdorf, wo sich unterhalb der Seilbahn eine Natur-Bobbahn an den Kienberg schmiegt. 500 Meter geht es ins Tal, mit einer Geschwindigkeit von bis zu 40 Stundenkilometern.

Türchen 10 lockt nach Marzahn.
Türchen 10 lockt nach Marzahn.Foto: Tsp

Ab dem 14. Dezember ist sie wieder an jedem Wochenende geöffnet, in den Weihnachtsferien (bis auf Heiligabend und Silvester) sogar täglich. Bis zum 9. Februar gibt es außerdem jeden Samstag vom Einbruch der Dunkelheit bis 18.30 Uhr ein Nachtrodeln. Das alles spielt sich nicht im Eiskanal ab, sondern auf Schienen. Und da ist der Kreis garantiert geschlossen. Ingo Salmen

Türchen 9 – Eine Decke, nicht nur für Frostbeulen

Ob Mama, Papa, Oma, Opa, Partner oder Freunde: Eine große Decke eignet sich als Geschenk für alle, die es gern gemütlich haben. Nicht nur Frostbeulen wissen sie zu schätzen: Auch als Accessoire auf Sitzmöbeln und Betten stiftet sie Behaglichkeit. Kurzum: Decken sind toll und vielseitig, also warum nicht verschenken?

Weil es im vergangenen Jahr für eine Person etwas ganz Besonderes sein sollte und jene um die Vorzüge einer großen Decke weiß, fiel die Wahl letztlich auf die preislich gehobene Edel-Schick-Variante von Bassetti – ausgefallene Muster, bunte Farben.

In der Galeria Kaufhof am Alex gab es neben kompetenter Beratung einen optisch zur Decke passenden Karton obendrauf, was das Einpacken vor Heiligabend erheblich erleichterte. Die Decken gibt es in verschiedenen Farben, Mustern und Größen. In seinem Online-Shop vertreibt der Hersteller die Decken ab 145 Euro (kleinste Größe 135x190 Zentimeter). Bei Amazon gibt es die Decken derzeit ab etwa 90 Euro aufwärts.

Wer mit den ausgefallenen Mustern oder Luxus-Preisen der italienischen Marke nichts anfangen kann, findet im gut sortierten Textilhandel die für den Beschenkten passende Alternative – oder näht mit etwas Zeit und Geschick selbst eine Patchwork-Decke. Stoffe gibt es etwa bei Karstadt und Idee, wer keine Nähmaschine hat, fragt im Familien- und Freundeskreis, vielleicht ergibt sich ja sogar ein Co-Working-Projekt. Und falls das Projekt doch länger dauert: Der nächste Winter kommt bestimmt. Sophie Krause

Türchen 8 - Kaffee aus Italien

Die Berliner Freundin spricht nach einem sozialen Jahr am Idrosee viel besser italienisch, obwohl ich als Münchnerin in der „nördlichsten Stadt Italiens“ wohne und das italienische „dolce vita“ doch seinen Charme über die Alpen hinweg bis zum Marienplatz versprüht, denkt man zumindest.

Das Reden im Italien-Urlaub überlässt man also besser der Freundin. „Prendiamo due caffè e due cornetti“, zwei Espressi und ein kleines Frühstück, ganz italienisch im Stehen an der Bar. Das Gefühl von Freiheit geht runter wie die Crema.

Mit Crema. Wie wär's? Zu Weihnachten ein Tässchen Italien verschenken.
Mit Crema. Wie wär's? Zu Weihnachten ein Tässchen Italien verschenken.Foto: dpa

Das Berliner Kaffeekontor (Stargarder Straße 4, Prenzlauer Berg) ist der Geheimtipp für den daheimgebliebenen Kaffeeliebhaber. Die Bohnen für die Hausmischung werden von Familie Heinze selbst geröstet. Je nach Gusto trinkt man den Espresso an kleinen Rundtischen oder – klassischerweise – im Stehen am Tresen. Wer über den Espresso hinaus die feinen Unterschiede der angebotenen Kaffeesorten kennenlernen möchte, sollte sich für eine Kaffeeverkostung anmelden – oder sie sich zu Weihnachten wünschen. Neben rund 60 Sorten feinster Schokolade und handgemachter Pralinen hat der Familienbetrieb etwa 70 verschiedene Kaffeesorten im Angebot.

Das Weihnachtspräsent für die Berliner Freundin wird dieses Jahr der „Espresso No. 3. Napoli – vero italiano“. Der weckt Erinnerungen an den Italien-Urlaub. Sophie Kratzer

Türchen 7 - Weine aus der Pfalz

Im Winter wird er betrogen, durch heiße Konkurrenz ersetzt, und im Sommer bevorzugt man meist seine süßen Rivalen. Ja, der Weißwein hat’s nicht leicht. Es fällt ihm schwer, zwischen all den anderen Getränken aufzufallen. Und trotzdem, oder gerade deshalb, ist der Weißwein ein schönes Weihnachtsgeschenk. Er bleibt ein treuer Begleiter, an warmen wie kalten Tagen – und man verbrennt sich an ihm nicht die Zunge.

Weißwein wärmt von innen, in meinem Fall dank schöner Erinnerungen: Als ich nach Berlin zog, packte mir mein Vater eine Kiste voller Wein aus der Pfalz ein, um Heimweh zu verhindern. Und wenn mich Freunde von dort besuchen, bringen sie ein paar Flaschen mit. So sammelt sich über das Jahr ein Vorrat an, der an dunklen Wintertagen zu schrumpfen beginnt und bald ganz verschwindet.

Ein Riesling des Weinguts Borell-Diehl.
Ein Riesling des Weinguts Borell-Diehl.Foto: Promo

Während der Glühwein frierend auf Weihnachtsmärkten geschlürft wird, können Weißweintrinker gemütlich zu Hause bleiben – oder eine Flasche zu einem Anlass mitbringen. Dass sich der Vorrat dadurch leert, ist kein Problem, denn in Berlin gibt es viele tolle Weinläden. Zum Beispiel die Weinhandlung Suff in der Oranienstraße 200 in Kreuzberg (suffberlin.de). Ich empfehle den trockenen Riesling des Weinguts Borell-Diehl, importiert aus dem pfälzischen Hainfeld. Ein guter Weißwein schmeckt für mich nach Gesprächen in WG-Küchen und der Vorfreude auf den nächsten Sommer. Er eignet sich als Geschenk für gute Freunde, in deren Gesellschaft sich der Wein dann auch gleich trinken lässt – im Winter und dem Rest des Jahres. Paul Lütge

Türchen 6 - Tagesspiegel-Kiezkalender

Ich verschenke gerne richtig „Berliniges“, wie den Tagesspiegel-Kiezkalender. Die Fotos, die die Kollegen über das Jahr mit der Kamera eingefangen haben, offenbaren Unerwartetes, wie jene Kreuzberger Ecke am Oranienplatz, die trotz Gentrifizierung schmuddelig-bunt geblieben ist. Oder sie beweisen, dass man auch in Mittes Touristentrubel öfter mal stehenbleiben und genauer hinschauen sollte. Plötzlich ergibt sich da eine Aufnahme, die in einer einzigen Perspektive zugleich die historische Schönheit des alten Berlins ebenso wie die stetige Erneuerung der Stadt dokumentiert.

Mal ist es ein Foto von Tempelhofer Kleingärtnern am frühen Morgen, mal von einer Demo vor dem Kanzleramt am Mittag oder am späten Abend vom Promi-Auflauf beim Bundespressball. Doch bei all ihrer Professionalität haben die Tagesspiegel-Fotografinnen und -Fotografen den Blick aufs echte Berlin nie verloren, das zeigen die lokalen „Schnappschüsse“ im Kiezkalender.

Das ganz Große findet man oft im Detail: Das zeigen einem diese ganz eigenen Stadtbilder im großformatigen Wandkalender. Dazu erläutern Tagesspiegel-Autoren, wie die zwölf Berliner Bezirke und ihre Kieze ticken. Ein ideales Geschenk für ferne Freunde und Verwandte, denen man so zeigen kann, warum man es in dieser verrückten, aber liebenswerten Stadt immer noch gerne aushält.

Der Tagesspiegel Berliner Kiezkalender für 2020.
Der Tagesspiegel Berliner Kiezkalender für 2020.Foto: Tagesspiegel Shop

Den Kalender gibt es für 24,95 Euro (Abonnenten 22,95 Euro) im Tagesspiegel-Shop im Redaktionsgebäude direkt am Anhalter Bahnhof und online via shop.tagesspiegel.de Michael Pöppl

Türchen 5 - Rosa Plastik Magie

Eigentlich besitze ich genug Kulis. Sie sind ja gewissermaßen mein Handwerkszeug. Gedankenstützen und Ideen schreibe ich in der Regel immer noch altmodisch auf, statt sie ins Smartphone zu tippen. Es ist also nicht so, dass dringender Bedarf bestünde oder dass ein Kuli-Geschenk eine Riesenüberraschung und besonders originell wäre.

Und trotzdem ist es ein Kuli, der in meiner Geschenke-Erinnerung einen besonderen Platz einnimmt. Eigentlich war er nur ein Beigeschenk zu einem Buch, das auch sehr gut war. Aber dann hat er sich doch zum Hauptgeschenk entwickelt, weil er so nachhaltig Freude bereitet hat.

Der Kuli in pink mit der Aufschrift „You are magic“.
Der Kuli in pink mit der Aufschrift „You are magic“.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Es sind keineswegs immer die großen, platzheischenden Geschenke, die auch die größte Freude bereiten, sondern manchmal kleine Ideen, in denen sich Gesten verstecken. Das gilt besonders für Menschen, die keine Riesenhäuser besitzen, obwohl sie welche bräuchten, weil sie so schlecht wegwerfen können.

Dieser Kuli ist rosa und aus Plastik, er ist hübsch, aber kann wohl nicht sehr teuer gewesen sein. Er trug die Aufschrift „you are magic“. Jedes Mal, wenn ich ihn in die Hand nehme, um etwas zu schreiben, muss ich lächeln. Man kann die Aufschrift als Kompliment verstehen oder als Herausforderung, was mir noch besser gefällt. Etwas von augenzwinkernder Wertschätzung steckt da drin, die im Alltag oft fehlt, die für mich etwas sehr Festliches hat. Nicht nur in der magischen Geschenke-Saison.

Schreibgeräte und andere schöne Dinge gibt es bei „Zweite Liebe“, Florastr. 59, Pankow. Elisabeth Binder

Türchen 4 – Berliner Fernsehturm aus recyceltem Holz

Dirk Gericke arbeitet nur mit Massivholz, und er hat Respekt vor seinem Material. „So ein Baum wächst 150 Jahre, oft machen wir uns darüber gar keine Gedanken“, sagt der Tischler. Er drechselt auch gerne, und so kam er irgendwann darauf, aus altem Holz den Berliner Fernsehturm zu formen.

Daraus ist inzwischen ein eigener kleiner Geschäftszweig geworden. „Wenn wir in einem Haus eine Treppe abbauen, dann verleime ich das Holz und mache einen Fernsehturm daraus“, sagt der 46-Jährige. Auch der Kirschbaum aus Schwiegervaters Garten, der gefällt werden musste, hat ein neues Leben als Fernsehturm erhalten. „Material wiederzuverwenden, das hat man schon immer gemacht“, sagt der gebürtige Brandenburger, der in Hermsdorf lebt. „Heute nennt man es Upcycling.“

Billig sind seine Werke nicht. Der günstigste Turm hat 30 Zentimeter und kostet 180 Euro, der Größte misst stattliche drei Meter und kostet 6800 Euro. Die Türme werden im Möbelhaus Smow am Kurfürstendamm 100 verkauft.

Lieber ist es Gericke aber, wenn man persönlich mit ihm bespricht, was man sich wünscht. Dann kann der Kunde das Holz aussuchen, über das Finish entscheiden und mitunter lassen sich auch persönliche Bezüge herstellen, etwa über die Herkunft des Materials. Wer diesen Weg gehen will, schreibt an info@tischlerei-gericke.de Fatina Keilani

Türchen 3 - Zuckerschock für die ganze Familie

Mein liebstes Berlin-Geschenk kommt ursprünglich aus Syrien: Jedes Jahr verschenke ich Baklava von der Konditorei Damaskus in Neukölln. Kostenpunkt 30 Euro pro Kilo, auf Wunsch arrangieren die Konditoren die mit Sirup getränkten Happen kunstvoll in Pappschachteln. Die machen so unter jedem noch so christlichen Weihnachtsbaum eine gute Figur – versprochen.

Baklava der syrischen Bäckerei "Damaskus" aus Berlin-Neukölln.
Baklava der syrischen Bäckerei "Damaskus" aus Berlin-Neukölln.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Der Konditorei, betrieben von der aus dem syrischen Homs stammenden Familie al-Sakka, habe ich nicht nur dieses Allround-Geschenk zu verdanken, sondern auch meine liebste Vorweihnachtstradition: ein Spaziergang über die Sonnenallee. Hier merkt man von Weihnachten nicht allzu viel. Diese kurze Pause von den sonst unausweichlichen „Last Christmas“-Dauerschleifen und grünen Nadelgehölzen ist mir willkommen.

Mein Streifzug endet schließlich in der Hausnummer 93, wo seit Mai 2016 die besten Baklava Berlins verkauft werden. Darüber lässt sich natürlich streiten. Aber als Weihnachtsgeschenk eignen sich die der Bäckerei Damaskus ganz besonders. Denn die Boxen sehen nicht nur schön aus, sondern überstehen auch den Transport bis unter den Weihnachtsbaum bestens. Sobald mein Einkauf erledigt ist, belohne ich mich selbst mit ein paar frischen Süßigkeiten und einem mir viel zu starken schwarzen Tee. Mit einem massiven Zuckerschock laufe ich schließlich zurück zum Hermannplatz und bin wieder im vorweihnachtlichen Berlin. Nina Breher

Türchen 2 – Mundart in der Psychiatrie

Es ist nicht nur das bekannteste christliche Gebet, „Vater unser“ ist auch der Debüt-Titel der österreichischen Schriftstellerin Angela Lehner, die in Berlin lebt. Darin weigert sich die unzuverlässige Erzählerin nach Kräften, ihre familiären und sonstigen Lebensprobleme im Wiener Psychiatrie-Spital aufzuarbeiten, obwohl ihr Therapeut Doktor Korb sein Bestes zu geben scheint.

Den Roman im aggressiv pinken Schutzumschlag habe ich in Prenzlauer Berg empfohlen bekommen. Buchhändlerinnen im „Anakoluth“ haben ein veritables Print-Faible und bereichern nicht nur mich, sondern auch meinen Arzt, den ich dort zufällig mal getroffen habe, durch die Bank mit hervorragenden Literatur-Hinweisen.

Nachdem ich Lehners Roman also mit nach Hause genommen hatte (irgendeines kaufe ich auf Anraten dort immer), ereilte mich eines der schönsten Geschenke, das man von einem Buch bekommen kann: Ich wurde von ihm gefesselt.

Sprachlich zart, Mundart-Sätze, die auch in Schriftdeutsch funktionieren (klappt selten), und inhaltlich so hart wie der grelle Umschlag. Wenn sich also die nächste Festtags-Katastrophe anbahnt (soll vorkommen), dann kann das Buch um die Protagonistin in der Psychiatrie vielleicht Trost schenken: Es könnte alles schlimmer sein. Für gemütliche Weihnachts-Schmökereien ist „Vater unser“ allerdings eher ungeeignet.

Das Buch stand 2019 auf der Shortlist für den Österreichischen Literaturpreis und war auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. Hier geht es zum Shop des Hanser-Verlags. Kathrin Maurer

Türchen 1 - Ein großer Schluck Liebe

Ein Geschenk, das ich zu Weihnachten gerne an Freunde außerhalb oder „Zugezogene“ verschenke, ist der Dry Adler Gin aus der Preußischen Spirituosen Manufaktur in Wedding.

Schließlich ist Weihnachten die Zeit des Zusammenkommens. Ich verbringe jeden Feiertag im Kreis meiner Familie. Traditionell gibt es an einem gemütlichen Abend den einen oder anderen Schnaps. Wir stoßen an auf Weihnachten, das Fest der Liebe, denn Familie ist Liebe – auch wenn es manchmal knirscht.

Prost. Weihnachten kann ein Absacker nicht schaden.
Prost. Weihnachten kann ein Absacker nicht schaden.Montage: Tsp/promo

Ein guter Wacholderbrand ist da nie verkehrt und wer ihn nicht pur trinken mag, mixt ihn mit Tonicwater, dazu ein Scheibchen Gurke und der After-Weihnachtsstress-Cocktail ist perfekt.

Der aus Wedding ist nicht nur geschmacklich empfehlenswert, er ist auch ein echtes Berliner Unikat und stammt aus einem traditionsreichen Haus. In der alten Fabrik war schon Kaiser Wilhelm I. ein gern gesehener Gast.

Seit 1874 werkeln Destillateurmeister hier an Verfahren und Rezepturen, entwickeln sie weiter und dokumentieren ihre Versuche akribisch. Die Gerätschaften sind im Originalzustand erhalten. Den alten Charme spürt man, wenn man die unscheinbare Tür am Kopf des dunklen Gemäuers nach einem Gang über den Hof gefunden hat. Wer weniger flüssig unterwegs ist, aber wissenschaftlich interessiert, kann eine Tour durch die Manufaktur buchen und preußischen Geist wenigstens inhalieren. Die Flasche Adler Gin ist für rund 30 Euro zu haben, Infos zum Verkauf unter www.psmberlin.de. Magdalena Thiele

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