Nach Vorwürfen gegen Berliner Ballettschule : Untersuchungskommission hat neuen Leiter

Eine Kommission soll die Vorwürfe gegen die Staatliche Ballettschule prüfen. Nachdem die Leiterin ihr Amt niedergelegt hatte, steht nun ein Nachfolger fest.

Die Staatliche Ballett- und Artistikschule führt bis zum Bachelor.
Die Staatliche Ballett- und Artistikschule führt bis zum Bachelor.Foto: imago/ingimage

Die Kommission, die die Vorwürfe gegen die Staatliche Ballettschule in Berlin prüfen soll, hat einen neuen Leiter: Klaus Brunswicker, langjähriger Leiter der Sophie-Scholl-Oberschule, übernimmt ab sofort das Amt von Hannelore Trageser. Das teilte Bildungsverwaltung am Dienstagvormittag mit. Trageser hatte das Amt auf eigenen Wunsch niedergelegt. Ebenfalls neu in der Kommission ist Stefanie Fried von der Kinderrechtsorganisation Save the Children.

„Der Kinder- und Jugendschutz hat immer oberste Priorität. Das gilt selbstverständlich auch hinsichtlich der Vorwürfe gegen die Staatliche Ballettschule, die derzeit umfassend geprüft werden“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), deren Behörde die Kommission eingesetzt hat. Diese soll wie berichtet untersuchen, ob an der Staatlichen Ballettschule Berlin in Prenzlauer Berg das seelische und körperliche Wohl von Schülern unzureichend geschützt wurde.

Die Expertenkommission zur Aufklärung des Ballettschulskandals tagt unter der Leitung von Klaus Brunswicker.
Die Expertenkommission zur Aufklärung des Ballettschulskandals tagt unter der Leitung von Klaus Brunswicker.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

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Laut „RBB24 Recherche“ klagen Schülerinnen und Schüler über „Drill, Leistungsdruck, unverhältnismäßige Lehrmethoden, möglicherweise Verstöße gegen Jugendschutzregeln“. Kürzlich wurden aus der Ballettakademie der Wiener Staatsoper ähnliche Vorwürfe bekannt.

In der kommenden Woche soll außerdem eine Clearingstelle eingerichtet werden, an die sich betroffene Schülerinnen und Schüler anonym wenden können. „Die Clearingstelle ist ein geschützter Raum außerhalb der Schule. Hierher können sich alle wenden, die Beschwerden vorbringen möchten oder Rat und Unterstützung suchen“, so Scheeres. „Allen Hinweisen wird nachgegangen.“ (Tsp)

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