Parken am Flughafen : Zufahrt in Tegel soll stärker kontrolliert werden

Im Gespräch sind Schrankenanlagen für die Halteplätze vor dem Terminaleingang, die dazu führen würden, dass Parksünder zahlen müssten.

Touristenfalle.
Touristenfalle.Foto: picture alliance / Monika Skolim

Alles schwebt. Wie teuer das Taxifahren in Zukunft sein wird, ist weiter unklar. Und wie „schwarze Schafe“ unter den Fahrern am Flughafen Tegel ausgesiebt werden können, ist ebenfalls noch nicht entschieden. Im Gespräch sind unter anderem Schrankenanlagen, die dazu führen würden, dass auch Parksünder zahlen müssen. Gratis-Kurzparken soll aber auf jeden Fall weiter möglich sein.

Schranken vor dem Innenring würden dazu führen, dass nur noch Taxis, die eine Zulassung für die Flughafenfahrten haben, passieren könnten, sagte Flughafensprecher Daniel Tolksdorf am Mittwoch. Derzeit tauchen dort auch Taxis auf, die nicht die Aufstellflächen am unteren Parkplatz nutzen, bei denen für die Einfahrt ein Transponder erforderlich ist. Die „Schwarzfahrer“ zocken zudem häufig ortsunkundige Fahrgäste ab – unter anderem durch lange Umwegfahrten. Oder sie verweigern das Bezahlen mit Kreditkarte, obwohl die Kunden darauf einen Anspruch haben.

Die Flughafengesellschaft würde mit den Schranken zudem ein weiteres Problem lösen: Das Überziehen der Gratis-Parkzeit. Im Innenring darf man bis zu drei Minuten halten, um Fluggäste zum Flughafen zu bringen oder abzuholen. Wer länger steht, muss aber in der Regel auch nichts zahlen, außer man wird bei den seltenen Kontrollen erwischt. Tickets braucht man nicht.

Wie hoch die Gebühren wären, steht noch nicht fest

Gäbe es Schranken, wäre nach Angaben von Tolksdorf zwar weiter das Drei-Minuten-Halten gratis, danach müssten Autofahrer, die ihr Gefährt länger stehen lassen, aber zahlen. Wie hoch die Gebühren wären, steht noch nicht fest. Aber teuer könnte es werden.

Das haben auch schon Autofahrer gemerkt, die früher am Parkplatz beim Terminal C kurzzeitig gratis halten konnten. Inzwischen werden dort Gebühren erhoben. Für einen sechsminütigen Aufenthalt sollte vor Kurzem ein Autofahrer, der den Nulltarif gewohnt war und nach seinen Angaben von der seit August 2017 geltenden neuen Gebührenordnung bei der Einfahrt keine Informationen gesehen hatte, fünf Euro zahlen.

Da er nicht darauf vorbereitet war, hatte er nicht so viel Kleingeld und auch keine Kreditkarte dabei. Vier Euro konnte er aber zusammenkratzen. Im Dialog mit einer Servicemitarbeiterin des Parkplatzbetreibers Q-Park gelang es durch einen Trick, doch noch die Schranke zu öffnen, auch wenn nur vier Euro gezahlt worden waren.

Wie viel mehr Taxifahrgäste zahlen müssen, wenn der Innenring durch Schranken auch für Taxis versperrt ist, ist offen. Der Flughafen würde sich den „Service“, zu dem auch Toiletten gehören, jedenfalls bezahlen lassen. Derzeit beträgt der Zuschlag bei Fahrten vom Flughafen 50 Cent. Geht es nach den Taxiverbänden, könnte er auf zwei Euro steigen. In Schönefeld liegt der Zuschlag bei 1,50 Euro.

Auch die Kilometerpreise sollen steigen

Taxifahrten sollen, wie berichtet, generell nach drei Jahren mit stabilen Preisen wieder teurer werden. Der Senatsverkehrsverwaltung, die den Tarif genehmigen muss, liegt der Antrag seit Anfang April vor. Entschieden ist noch nichts. Nach dem Wunsch des Gewerbes soll sich unter anderem die bei zahlreichen Fahrern noch immer unbeliebte Kurzstrecke verteuern – von fünf auf sechs Euro. Als Kurzstrecke gilt eine Fahrt bis zu zwei Kilometer, für die ein Taxi angehalten werden muss. Auch die Kilometerpreise sollen steigen: Für die ersten sieben Kilometer von zwei Euro auf 2,20 Euro, für jeden weiteren Kilometer von 1,50 Euro auf 1,65 Euro. Unverändert soll der Grundpreis in Höhe von 3,90 Euro bleiben. Das Gewerbe will, dass die neuen Preise ab Sommer gelten.

Vorher soll der Zuschlag in Höhe von 1,50 Euro bei der Kartenzahlung entfallen. Doch auch hierfür gebe es noch keinen Termin, hieß es am Mittwoch in der Verkehrsverwaltung.

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