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Attacke wegen Kurdenkonflikt? : Mann im U-Bahnhof Hermannplatz angegriffen – Staatsschutz ermittelt

In der Nacht zu Sonntag wurde ein Mann in Neukölln von einem offenbar betrunkenen Fahrgast attackiert. Das Opfer kam mit einer Stichwunde ins Krankenhaus.

Ort einer gewalttätigen Auseinandersetzung: der U-Bahnhof Hermannplatz in Neukölln.
Ort einer gewalttätigen Auseinandersetzung: der U-Bahnhof Hermannplatz in Neukölln.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Ein aggressiver Mann hat in Neukölln einen U-Bahn-Fahrgast attackiert und verletzt. „Das Tatmotiv kann möglicherweise in Zusammenhang mit dem Kurdenkonflikt stehen“, sagte eine Polizeisprecherin - daher habe der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

Der 24-Jährige sei am Bahnhof Hermannplatz am Sonntagmorgen gegen 2.15 Uhr in einen Zug der Linie U8 eingestiegen und habe sofort einen Fahrgast getreten. Der 32-Jährige packte daraufhin den Angreifer. Es entwickelte sich eine Rauferei zwischen beiden, die sich auf den Bahnsteig verlagerte. Dabei erlitt der Angegriffene unbemerkt einen Stich in den Rücken.

Fahrgäste griffen in die Auseinandersetzung ein. Sicherheitsmitarbeiter der BVG hielten den offenbar betrunkenen Angreifer fest und übergaben ihn der Polizei. Der verletzte Fahrgast kam in ein Krankenhaus, wo die Stichwunde genäht werden musste.

Nach Angaben der Polizei besteht keine Lebensgefahr. In welcher Weise der Kurdenkonflikt eine Rolle spielen könnte, teilten die Beamten nicht mit. Am frühen Samstagabend hatte eine große Demonstration gegen den Einmarsch der türkischen Armee am Hermannplatz ihren Abschluss gefunden. 3300 Menschen waren für die Anliegen der Kurden auf die Straße gegangen. Die Atmosphäre war hitzig, es kam vereinzelt auch zu körperlichen Auseinandersetzungen.

Der Angegriffene hat die deutsche Staatsangehörigkeit, der Angreifer ist Iraker. Der genaue Hergang war zunächst unklar. Die Polizei sucht deshalb Zeugen. Wer den Vorfall beobachtet hat, insbesondere den Anfang, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer (030) 4664-952101 beim polizeilichen Staatsschutz oder einem beliebigen Polizeirevier zu melden. (Tsp, dpa)