Nach der Festnahme des mutmaßlichen Serientäters : Tatverdächtiger soll bereits eine Haftstrafe abgesessen haben – wegen Vergewaltigung

Der Tatverdächtige, der am Dienstag festgenommen wurde, ist laut Medienberichten vorbestraft. Zudem soll seine Freundin schwanger sein.

Acht Frauen soll der 29-jährige Tatverdächtige seit dem 12. Juni attackiert haben. Nun sitzt er in U-Haft.
Acht Frauen soll der 29-jährige Tatverdächtige seit dem 12. Juni attackiert haben. Nun sitzt er in U-Haft.Foto: Polizei Berlin

Wenige Tage nach der Festnahme des mutmaßlichen Serienvergewaltigers sind neue Details über den Tatverdächtigen bekannt geworden.

Wie die "B.Z." am Freitag und Sonnabend berichtete, soll der 29-jährige Sinisa K. in seiner Heimat Serbien bereits eine fünfjährige Haftstrafe wegen Diebstahls und Vergewaltigung abgesessen haben, bevor er 2019 nach Deutschland kam. Demnach soll er im Jahr 2012 eine Minderjährige vergewaltigt haben.

Der Serbe soll nun für mindestens acht teils vollzogene, teils versuchte Vergewaltigungen in Berlin und Brandenburg verantwortlich sein. Am Dienstag ist er nach einer erneuten Vergewaltigung in Potsdam von der Brandenburger Polizei gefasst worden.

Über seine Vergangenheit sprach das Blatt nun sowohl mit der schwangeren Freundin K.s, der Bosnierin Milijana M., als auch mit dessen Mutter. So soll K. die ersten sieben Monate in Deutschland, wo er sich illegal aufhielt, gemeinsam mit seiner Freundin Milijana M. verbracht haben - "um Geld zu verdienen".

Die 23-jährige Milijana M. sei dann, nach einem Streit, nach Serbien zurückgekehrt, um dort ihr Kind zu bekommen, das im August zur Welt kommen soll. Wenige Tage später, am 12. Juni, attackierte der 29-Jährige sein erstes Opfer in Grunewald. Seine Freundin glaubt dem Bericht zufolge an die Unschuld ihres Freundes und bezeichnet den Verdacht als "abscheuliche Lüge". K.'s Mutter soll der "B.Z." bei einer Recherche in dessen Heimatdorf Melenci gesagt haben, wenn die Anschuldigungen wahr seien, wolle sie ihren Sohn nie wieder sehen.


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Bei der Vergewaltigung einer Minderjährigen am 22. Mai 2012 im serbischen Zrenjanin soll er nach demselben Tatmuster vorgegangen sein wie nun in Berlin und Brandenburg: Erst freundlich, dann brutal, dann wieder milde. Gerichtsdokumenten zufolge soll er sich dem Mädchen genähert und sie gefragt haben, wie spät es sei. Dann habe er sie Richtung Fluss geschleift "und drohte, sie zu töten, sie mit seinem Messer zu erstechen und in den Begej zu werfen", zitiert die "B.Z." aus den Akten. Nach der Tat soll er ihr befohlen haben, "die gelbe Brücke" zu überqueren, dann könne sie Eltern und Polizei anrufen.

"Ein ganz normaler Junge"

In Serbien habe er zudem nach einem Autounfall eine Bewährungsstrafe bekommen. Bei Nachbarn hatte er den Spitznamen "Aluminium" - warum, wisse keiner, vielleicht habe er Aluminium geklaut. Er sei laut einem Nachbarn ein "ganz normaler Junge" gewesen, der, so die Mutter, später "in schlechte Gesellschaft" geriet, "Marihuana rauchte, trank", klaute. Zudem habe er vor seiner Haftstrafe in Serbien geheiratet, aus dieser Ehe stamme ein Kind.



In Berlin soll er im Dezember 2019 vom Amtsgericht wegen Diebstahls zu einer Geldstrafe verurteilt und im März 2020 wegen Einbruchs einem Haftrichter vorgestellt worden sein.

Der Verdächtige wurde am Mittwoch einer Ermittlungsrichterin vorgeführt, die einen Haftbefehl verkündete. Jetzt sitzt er in Untersuchungshaft. Ob der Verdächtige sich zu den Beschuldigungen geäußert hat, blieb unklar. (Tsp)