Unfall nahe Krankenhauses des Maßregelvollzugs : Botschaftsangehöriger fährt mit VW in Poller

Bei einem Unfall in Reinickendorf trafen Polizisten einen Mann mit diplomatischer Immunität auf dem Fahrersitz an. Verletzt wurde niemand.

Polizeieinsatz in Berlin.
Polizeieinsatz in Berlin.Foto: Tsp

In Reinickendorf ist ein Botschaftsangehöriger in der Nacht zu Sonntag in einen Verkehrsunfall involviert gewesen. Laut Polizei hatte eine Zeugin gegen 1.30 Uhr die Beamten alarmiert, weil sie ein Scheppern im Olbendorfer Weg hörte und Qualm aus einem VW aufsteigen sah. Die Polizei traf vor Ort einen Mann auf dem Fahrersitz des Autos an, der diplomatische Immunität besitzt. Das Fahrzeug sei zuvor offenbar mit einem Poller kollidiert.

Der Mann wurde laut Polizei nicht verletzt, das Fahrzeug jedoch beschädigt. Da er Immunität genießt, ist inländische Strafverfolgung ausgeschlossen. Unklar ist, ob er auch der Fahrer war und ob das Auto auf ihn zugelassen war. Zu welcher Botschaft der Mann gehört, sagte die Polizei mit Verweis auf dessen Immunität nicht.

Die „B.Z.“ will erfahren haben, dass Mitarbeiter der Saudi-Arabischen Botschaft das Fahrzeug bargen. Das Auto soll dem Bericht zufolge eine Schranke zum Krankenhaus des Maßregelvollzugs durchbrochen und dann den Poller gerammt haben. Die Polizei konnte zum genauen Unfallort keine Angaben machen.

Im Jahr 2017 waren Diplomaten in 74 Verkehrsunfälle verwickelt, 14 mehr als im Vorjahr. Personenschäden gab es bei 26 dieser Unfälle. Sechs Menschen wurden schwer und 19 leicht verletzt. Bei 47 Unfällen begingen die Diplomaten Unfallflucht, 2016 war es „nur“ die Hälfte. 2017 wurde zudem erstmals seit Jahren ein Mensch durch einen Diplomaten getötet: Der Radler stürzte durch eine aufgerissene Autotür. (Tsp)

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