• Preiserhöhung im Steglitzer Kreisel: 120 von 300 Wohnungen sollen schon verkauft sein

Preiserhöhung im Steglitzer Kreisel : 120 von 300 Wohnungen sollen schon verkauft sein

Noch immer ist der Steglitzer Kreisel nur ein Skelett aus Stahl. Nun machen Gerüchte die Runde. Läuft das Projekt aus dem Ruder?

So soll das Hochhaus am Steglitzer Kreisel in Zukunft aussehen.
So soll das Hochhaus am Steglitzer Kreisel in Zukunft aussehen.Foto: promo/Simulation: CG Gruppe

Ein Skelett aus Stahl ist alles, was vom Steglitzer Kreisel stehen geblieben ist. Und es steht immer noch. Seit bald einem Jahr. Unter den Gewerbetreibenden der Läden im „Sockel“, aus dem der Turm herausragt, machen deshalb Gerüchte die Runde: dass es nicht vorangeht mit dem Verkauf der Wohnungen, dass einige vom Kauf zurücktreten, dass der Bauherr sogar die Preise anheben muss – weil das Projekt außer Kontrolle gerät?

Anruf in der Chefetage der CG-Gruppe. Die Firma, die der umtriebige Selfmade-Mann Christoph Gröner gründete und dessen Initialen sie weiterhin trägt, ist zu einem der führenden Wohnungsbaukonzerne Deutschlands geworden: Sieben Milliarden Euro will die Firma in den kommenden fünf Jahren nach eigenen Angaben umsetzen. Wird der Steglitzer Kreisel zum Problemfall für die Gruppe? „Es sind keine Käufer abgesprungen“, sagt Vorstand Jürgen Kutz – aber er gibt auch zu: „Wir haben Anpassungen vorgenommen – an den steigenden Baupreisen kommen auch wir nicht vorbei.“

8000 Euro kostet jeder Quadratmeter Wohnraum im Turm durchschnittlich. Wer bereits gekauft oder reserviert hatte, ist von der Preiserhöhung „im niedrigen einstelligen Prozentbereich“ nicht betroffen und zahlt, was zuvor vereinbart worden war. Wer jetzt nachzieht, wird mehr zahlen müssen. Weil die Firma nun den Auftrag für den Bau der Fassade erteilt hat und diese etwas teurer kommt als vorgesehen. Aber auch „weil wir Standards angehoben haben“, sagt Kutz: In den Obergeschossen wird es Kühldecken geben, damit die Sommerhitze die Wohnungen nicht zu stark aufheizt. Auch bessere Bodenbeläge wird es geben. „Auf Kundenwunsch“, sagt Kutz.

Trotz dieser „Anpassungen“ gehe der Verkauf voran: 120 der gut 300 Wohnungen seien verkauft. Es gebe genügend Reservierungen. Diese gelten einen Monat lang, danach muss sich der Interessent verbindlich für oder gegen den Kauf entscheiden – da komme es auch schon mal vor, dass Interessenten die Verträge doch nicht unterschrieben.

Parallel zum Verkauf schreite der Bau voran: Stahlplatten zur Verbesserung der Statik seien angebracht worden. Im nächsten Jahr kommt das Kleid über den Korpus: Die Fassade wird angeschraubt. Und Kutz bleibt dabei: Erste Eigentümer ziehen ab Ende des Jahres 2021 in den Kreisel ein.

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