Prozess in Berlin : Dreijähriges Mädchen missbraucht

Der vermeintliche Helfer einer alleinerziehenden Mutter machte heimlich pornografische Aufnahmen ihrer Tochter. Zum Prozessbeginn gestand der 30-Jährige, das Mädchen sexuell missbraucht zu haben.

Vor Gericht (Symbolbild).
Vor Gericht (Symbolbild).Foto: dpa

Die Kinder seiner langjährigen Bekannten nannten ihn Onkel und freuten sich auf ihn. Daniel H. holte sie von der Kita ab, wenn die alleinerziehende Mutter keine Zeit hatte. Er ging mit ihnen in den Zoo oder ins Kino. Doch er nutzte das Vertrauen, das ihm die Familie entgegenbrachte, schamlos aus. Er verging sich an einem Mädchen. Die Kleine war bei der ersten Tat laut Anklage gerade drei Jahre alt. „Die Vorwürfe treffen zu“, gab der 30-Jährige am Montag zu Prozessbeginn zu.

Daniel H. ist ein schmaler und blasser Mann. Als Gabelstaplerfahrer hat er gearbeitet. Anfang März 2018 aber klickten für ihn die Handschellen. Da war er wieder einmal auf dem Weg zur Kita, um seiner Bekannten vermeintlich zu helfen und ihre Kinder abzuholen. „Ich habe gern auf die Kleinen aufgepasst“, sagte der Angeklagte. „Mein Leben drehte sich um die Kinder.“ Kontakte zu Erwachsenen habe es für ihn immer weniger gegeben. „Ich fühlte mich einsam und ausgeschlossen.“

„Ich wollte immer aufhören, widerstehen“

Er betreute erst zwei Söhne seiner Bekannten in Marzahn-Hellersdorf, dann auch die kleine Tochter. „Als sie in Unterwäsche vor mir saß, hat es klick gemacht“, sagte der Angeklagte. Er habe das Mädchen sexuell angefasst und mehrere der Taten auch fotografiert. „Die Bilder habe ich nur Minuten später wieder gelöscht.“

17 Taten in der Zeit von Januar 2017 bis Februar 2018 werden ihm zur Last gelegt. H. habe das Kind animiert, sich vor ihm unbekleidet zu zeigen, so die Anklage. Er habe Kinderpornos angefertigt, möglicherweise auch Videos, sexuelle Handlungen vorgenommen. Bis das Mädchen seinem Vater berichtete, „was der Onkel alles gemacht hat“.

„Ich wollte immer aufhören, widerstehen“, sagte H. nun. „Aus eigener Kraft habe ich es aber nicht geschafft.“ Der Prozess um schweren sexuellen Missbrauch und Herstellung von Kinderpornografie geht Donnerstag weiter.

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