• Rassistische Beschimpfungen und Gewalt: BFC Dynamo Fan zu 11.000 Euro Geldstrafe verurteilt

Rassistische Beschimpfungen und Gewalt : BFC Dynamo Fan zu 11.000 Euro Geldstrafe verurteilt

2019 soll ein Mann einen Fussballspieler rassistisch beleidigt und eine Frau attackiert haben. Heute stand er vor Gericht.

Im Poststadion in Berlin-Moabit kam es 2019 zu Ausfällen eines BFC Dynamo Fans.
Im Poststadion in Berlin-Moabit kam es 2019 zu Ausfällen eines BFC Dynamo Fans.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Für einen Fan des Berliner Fußballklubs „BFC Dynamo“ hatten Pöbeleien und ein Faustschlag ein teures Nachspiel vor dem Amtsgericht Tiergarten.

In der Fankurve soll sich Sascha N. bei einer Regionalliga-Partie übel aufgeführt haben. Mehrfach habe er einen dunkelhäutigen Spieler der gegnerischen Mannschaft rassistisch beschimpft, so die Anklage. Er habe dann eine Frau attackiert, die ihn aufgefordert hatte, das zu unterlassen. N. erhielt eine Strafe von 11.000 Euro.

Die Vorfälle geschahen im Februar 2019

Es geschah im Februar 2019. 21. Spieltag der Regionalliga Nordost. Der 48-jährige N. war unter den Zuschauern, als es im Poststadion in Moabit zur Begegnung Berliner AK 07 gegen den BFC Dynamo kam.

In der 44. Minute ging AK 07 in Führung. Nach der Pause fiel N. einer Frau auf. Sie stand wie er hinter dem Tor des BFC. Als das gegnerische Team angriff, habe er unter anderem „Bimbo“ in Richtung des dunkelhäutigen Stürmers gerufen, so die 53-jährige Zeugin. Sie habe ihn angesprochen: „Mäßigen Sie sich mit den rassistischen Äußerungen.“ 

Er habe seine Faust geballt und zugeschlagen

N. soll sich entrüstet gezeigt und gekontert haben, er sei überhaupt kein Rassist. Es sei zu einem kleinen Disput gekommen. Auch sie sei hässlich beschimpft worden. Sie habe noch gefragt, ob er frustriert sei, sagte die Zeugin. Dann habe der Mann die Faust geballt – „Richtung Kinn“. Da sie ihren Kopf wegdrehen konnte, sei der Schlag am Oberkörper gelandet.

„Fankultur sollte anders aussehen“

Vor Gericht schwieg N., ein Berufskraftfahrer. Er ist vorbestraft – mehrfach ging es um Beleidigungen. Bei dem Vorfall im Stadion war er angetrunken.

Die Staatsanwältin plädierte auf eine Strafe von 220 Tagessätzen zu je 50 Euro wegen Beleidigung und Körperverletzung. Erst habe er in rassistischer Manier gepöbelt, dann eine Frau mit Zivilcourage angegriffen.

„Fankultur sollte anders aussehen.“ Das Gericht folgte dem Antrag der Anklage.

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