Schule in Berlin : Zahl der Schulschwänzer bleibt hoch

Mehr als 2100 Schüler haben im zweiten Halbjahr 2016/17 mehr als 20 Tage unentschuldigt gefehlt. Die Schulversäumnisanzeigen der Bezirke schwanken.

Um Berlins Schwänzern beizukommen, finden sogar polizeiliche Zuführungen statt.
Um Berlins Schwänzern beizukommen, finden sogar polizeiliche Zuführungen statt.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Die Zahl der Schulschwänzer in Berlin bleibt hoch: Mehr als 2100 Schüler der Klassenstufen 5 bis 10 haben im zweiten Halbjahr 2016/17 mehr als 20 Tage unentschuldigt gefehlt. Davon schwänzten 950 Schüler sogar mehr als 40 Tage. Diese Zahlen gehen aus der Antwort der Senatsbildungsverwaltung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck hervor.

Die Schwänzerquote ist im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2015/16 gleich geblieben: Rund 1,8 Prozent des Unterrichts werden in den Klassen 7 bis 10 durchschnittlich geschwänzt. Rund zwei Prozent der Schüler fehlten unentschuldigt mehr als 20 Tage.

In den Klassen 5 und 6 liegt die Schwänzerquote bei 0,56 Prozent. Mitte, Neukölln und Spandau haben die höchsten Fehlquoten, Steglitz- Zehlendorf und Pankow die niedrigsten.

In Mitte gab es über 1400 Schulversäumnisanzeigen

Langenbrinck fragte auch, wie oft Schulversäumnisanzeigen gestellt wurden, Bußgelder verhängt und Schüler zwangsweise von der Polizei zur Schule gebracht wurden. Laut Bildungsstaatssekretär Mark Rackles (SPD) hat Mitte im Schuljahr 2016/17 die meisten Schulversäumnisanzeigen gestellt (1404), gefolgt von Reinickendorf (1341) und Marzahn-Hellersdorf (1210).

Die weitaus meisten Bußgelder gab es in Neukölln (447), gefolgt von Steglitz-Zehlendorf (101). Keine Bußgelder wurden in Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf und Treptow-Köpenick verhängt. „Polizeiliche Zwangszuführungen“ gab es in ganz Berlin nur 21– je neun in Spandau und Lichtenberg, drei in Mitte.

Im Vergleich zum Vorjahr gibt es große Unterschiede -so gab es in Reinickendorf nur rund 970 Anzeigen, also über 300 weniger als dieses Jahr. Die Zahl der Zuführungen lag im Vorjahr bei 35, wie aus einer damaligen Anfrage Langenbrincks hervorging. Damals waren aber andere Bezirke beteiligt als bei den Zuführungen 2016/17.

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