Sexueller Missbrauch : Kinder im Darknet angeboten - vier Jahre Haft

Ein 34-jähriger hatte tausende Mädchen kontaktiert. Einige von ihnen schickten ihm Nacktfotos; zu einem realen Treffen kam es nicht.

Der Verurteilte bot die Kinder über das sogenannte Darknet an - nach eigener Aussage ohne die Absicht, es zum Äußersten kommen zu lassen.
Der Verurteilte bot die Kinder über das sogenannte Darknet an - nach eigener Aussage ohne die Absicht, es zum Äußersten kommen zu...Foto: picture alliance / dpa

Als er am Freitag das Urteil des Landgerichts hörte, schluchzte Alexander G. hemmungslos: vier Jahre Gefängnis für den 36-Jährigen. Der Eventmanager nahm in sozialen Netzwerken Kontakt zu Mädchen auf, gab sich in der Regel als gleichaltrig aus und lenkte den Chat auf sexuelle Themen. Zuletzt trieb er sich auch im „Darknet“ herum und bot 13-Jährige für sexuelle Dienste an.

Es kam zu keinem eigentlichen Übergriff

Der Fall sei ungewöhnlich, weil es zu keinem Übergriff in der realen Welt kam, so das Gericht. Unter Strafe aber stehe nicht nur das Anfassen. „Nicht nur der Körper, auch die Gedanken und Vorstellungen der Kinder werden geschützt.“ Eine Vielzahl Mädchen habe der Angeklagte innerhalb von etwa fünf Jahren kontaktiert; auf einem Handy befanden sich 1400 Chats.

Viele Kinder ließen sich nicht auf G. ein. „Es blieben 20 Geschädigte.“ Von diesen Mädchen, elf bis 14 Jahre alt, habe er Nacktfotos erschlichen und versucht, sexuelle Treffen anzubahnen. Nicht selten habe es sich um psychisch labile Kinder gehandelt. Obwohl der Angeklagte das aus dem Chat wusste, habe G. zwei 13-Jährige überredet, sich zu prostituieren. Der angebliche Freier war allerdings ein verdeckter Ermittler.

Geständnis unter Tränen

Alexander G. hatte gestanden – tränenreich, verharmlosend. Er habe testen wollen, „wie weit ich gehen kann, wie weit die Mädchen gehen.“ Allerdings habe er nie an reale Übergriffe in der Realität gedacht oder an Geschäfte.

„Es war immer die Fantasie in meinem Kopf, die mich getrieben hat“, so der 36-Jährige. Als er 2016 Mädchen im Darknet gegen Geld anbot, habe er nur sehen wollen, „ob es eine Nachfrage gibt“. Er wurde unter anderem des sexuellen Missbrauchs und des versuchten schweren Menschenhandels schuldig gesprochen.

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