Treptow-Köpenick : Berliner Tiertafel bangt um ihre Räume

Der Bezirk kündigt den Mietvertrag des Vereins, um einen Kieztreff zu bauen. Bis Ende des Jahres hat die Tiertafel Zeit, neue Räume zu finden.

Hungrige Mäuler. Die Berliner Tiertafel hilft bedürftigen Haltern und ihren Schützlingen seit 2008.
Hungrige Mäuler. Die Berliner Tiertafel hilft bedürftigen Haltern und ihren Schützlingen seit 2008.Foto: Monique Wüstenhagen / dpa

Sorgen bei der Berliner Tiertafel und ihren Nutzern: Der Bezirk Treptow-Köpenick will den Mietvertrag des Vereins in der Mörikestraße 15, Ortsteil Baumschulenweg, kündigen. Grund der Kündigung ist der geplante Bau eines Kieztreffs, der seit 2016 geplant ist, und ein damit verbundener Abriss des Gebäudes. Bis zum Jahresende hat die Tafel Zeit, eine neue Unterkunft zu finden.

Ein Sprecher des zuständigen Bezirks Treptow-Köpenick sagte, dass es schon im letzten Jahr zu Gesprächen zwischen Tafel und Bezirk gekommen sei: „Natürlich findet der Bezirk die Tiertafel gut. Gerade auch deshalb hatten wir bei der Planung die Idee, einen 30 Quadratmeter großen Raum in dem neuen Gebäude für die Tafel zur Verfügung zu stellen.“ Daneben wurden dem Verein ein Lagerraum von sieben Quadratmetern und eine Toilette zugesprochen.

"Das ist zu wenig für uns"

Doch Tiertafel-Vorsitzende Linda Oldenburg ist nicht glücklich über die Vorschläge des Bezirks. „Wir nehmen, was wir bekommen, allerdings sind 30 Quadratmeter deutlich zu wenig für uns.“ Aktuell verfügt die Tiertafel über 200 Quadratmeter. Deshalb ging Oldenburg mit ihrem Anliegen an die Öffentlichkeit. Mit Erfolg: Mehrere Berliner Zeitungen und Medien berichteten über die Schwierigkeiten der Tiertafel.

Oldenburg baut darauf, dass Tierschutz vielen Menschen ein wichtiges Anliegen ist. „Neben persönlichen Geldspendern hoffen wir auch auf eine Mietpartnerschaft“. Außerdem arbeite der ehrenamtliche Verein eng mit der Landestierschutzbeauftragten Diana Plange zusammen, um eine Lösung für das Problem zu finden.

Zu jedem Ausgabetag kommen etwa 250 Tierhalter

Zum geplanten Baubeginn im Januar 2019 muss die Tafel ihre Räumlichkeiten verlassen haben, da dort die Bauleitung untergebracht werden sollen, bevor die Unterkunft abgerissen wird. Oldenburg hofft darauf, dass der Baubeginn noch etwas verschoben wird. „Bislang gibt es noch keine Ausschreibung für den Neubau. Wir hoffen deshalb, dass der Bezirk noch etwas Zeit braucht, bevor er den Zuschlag vergibt."

Gegründet im Jahr 2008 wird die einzige Berliner Tafel für Tiere seit 2014 vom ehrenamtlichen Verein „Berliner Tiertafel e.V.“ betreut. Zuvor war die Tafel noch dem Bundesverband Tierschutz angeschlossen. Ziel des Vereins: Tierhalter unterstützen, denen die Mittel zur ausreichenden Fütterung und Pflege ihrer Tiere fehlen.

Alle zwei Wochen finden deshalb in der Mörikestraße 15 Futterausgaben statt. Laut Linda Oldenburg kommen jedes Mal etwa 250 Menschen mit ihren Tieren, auch ein Tierarzt ist zumeist vor Ort. Mehr als 3,5 Tonnen Futter werden monatlich benötigt. „Da es in Berlin und Umgebung keine weitere Einrichtung dieser Art gibt, kommen manche von ziemlich weit her“, erzählt Oldenburg.

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