• Umweltschutz in Grünheide : Ministerpräsident Woidke ruft Tesla-Skeptiker zu Geduld auf

Umweltschutz in Grünheide : Ministerpräsident Woidke ruft Tesla-Skeptiker zu Geduld auf

Tesla-Chef Elon Musk schaltete sich eigens in die Naturschutz-Debatte ein. Brandenburgs Ministerpräsident mahnt jetzt zur Ruhe, man arbeite an Lösungen.

Rund 250 Menschen demonstrierten vergangene Woche gegen die geplante Gigafabrik des E-Autoherstellers.
Rund 250 Menschen demonstrierten vergangene Woche gegen die geplante Gigafabrik des E-Autoherstellers.Foto: imago images/Christian Ditsch

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat angesichts von Bedenken und Protesten gegen die geplante Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla zu Geduld aufgerufen. „Die Fragen nach dem Infrastrukturausbau, nach der Wasserversorgung und nach vielem anderen werden beantwortet, aber das braucht auch eine gewisse Zeit“, sagte Woidke der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam.

Der Regierungschef betonte: „Die Entscheidung von Tesla ist gerade elf Wochen alt. Wenn man sieht, was in der Zwischenzeit schon passiert ist, dann ist das gut.“ Tesla will in Grünheide (Kreis Oder-Spree) bei Berlin eine Fabrik bauen, in der ab Juli 2021 bis zu 500.000 Fahrzeuge der Typen Model 3 und Y sowie künftiger Modelle im Jahr vom Band rollen.

Das umweltrechtliche Genehmigungsverfahren läuft derzeit. Der Wald auf dem Gelände muss noch gerodet werden. Bedenken gibt es bei Bürgern, Verbänden und in der Politik auch wegen des erwarteten Gütertransports und der Wasserversorgung. Tesla braucht den Plänen zufolge bis zu 372.000 Liter pro Stunde für das Werk. Tesla-Vertreter hatten bei einer Infoveranstaltung für Bürger laut Teilnehmerangaben erklärt, den Verbrauch senken zu wollen.

Der Ministerpräsident zeigte sich zuversichtlich, dass offene Probleme gelöst werden können, sieht aber Herausforderungen für alle Seiten. „Es gibt gute Fortschritte, aber vor allen Beteiligten liegt noch sehr viel Arbeit“, sagte Woidke. Er betonte zugleich: „Wir sind in guten Gesprächen mit Tesla.“

Am vergangenen Mittwoch habe sich die Task Force, eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Landesregierung, von Tesla und von Kommunen, unter anderem zur notariellen Beurkundung des Kaufvertrags für das Fabrikgelände getroffen.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke: "Die Fragen werden beantwortet, aber wir brauchen Zeit."
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke: "Die Fragen werden beantwortet, aber wir brauchen Zeit."Foto: dpa

„Wir sind alle mit gutem Tempo dran“, sagte der Regierungschef. Er geht davon aus, dass die E-Auto-Fabrik von Tesla positive Effekte auf das ganze Bundesland haben kann: „Wenn alles klappt, dann entsteht in Grünheide eine Geschichte, von der ganz Brandenburg profitieren wird.“

Das Projekt werde auch dem Thema einer klimaneutralen Produktion durch erneuerbare Energien einen Schub geben, sagte er. Woidke sieht großes Interesse in der Industrie, klimaneutral zu produzieren und Öko-Energien von vor Ort direkt zu verbrauchen.

Tesla-Chef Elon Musk schaltete sich selbst in die Debatte ein. Das sei „durchaus ungewöhnlich“, kommentierte Woidke.
Tesla-Chef Elon Musk schaltete sich selbst in die Debatte ein. Das sei „durchaus ungewöhnlich“, kommentierte Woidke.Foto: dpa

Tesla-Chef Elon Musk hatte sich vor rund einer Woche bei Twitter in die Diskussion um Umweltschutzbedenken eingeschaltet. Er erklärte dort, die Fabrik werde unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit und der Umwelt entwickelt.

Der Ministerpräsident beurteilte die Äußerungen positiv. „Es ist durchaus ungewöhnlich, dass sich Tesla-Chef Elon Musk per Twitter zu einer Debatte äußert, die im Land Brandenburg läuft“, sagte Woidke. „Das war eine wichtige Klarstellung. Aber das ändert nichts daran, dass alle Beteiligten ihre ganz konkrete Arbeit machen müssen.“ (dpa)

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