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Was tun bei Coronavirus-Verdacht? : Hier bekommen Berliner mit Covid-19-Symptomen Hilfe

Husten, Schmerzen, Fieber: Es könnte eine Winter-Grippe sein oder das Coronavirus. Was tun? Das sind die richtigen Anlaufstellen in Berlin.

Bitte in die Armbeuge husten: Einfache Maßnahmen helfen schon im Kampf gegen das Coronavirus.
Bitte in die Armbeuge husten: Einfache Maßnahmen helfen schon im Kampf gegen das Coronavirus.Foto: Patrick Pleul/dpa

Das Coronavirus breitet sich in Berlin aus. Die Zahl der Infizierten steigt täglich – und damit die Sorge vieler Berlinerinnen und Berlinern, sich ebenfalls anzustecken. Gleichzeitig haben viele Menschen einfache Erkältungen, die völlig harmlos verlaufen. Über alle aktuellen Entwicklungen in Berlin informieren wir Sie in dem hier verlinkten Newsblog. Der nachfolgende Artikel enthält Empfehlungen, was Sie tun sollten, wenn Sie denken, sich selbst mit dem Virus infiziert zu haben.

Wie erkennt man Corona-Infektionen?

Die Symptome des Coronavirus mit dem Kürzel Sars-CoV-2 ähneln denen der üblichen Winter-Grippe: Husten, Schmerzen, Fieber. Allerdings fehlen bei der Erkrankung Covid-19 (bislang) Schnupfen und Halsschmerzen. Bei einigen Corona-Erkrankten verlief die Infektionen auch fast symptomlos. Die Inkubationszeit kann laut Robert-Koch-Institut (RKI) zwei Wochen dauern – das ist die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit. Unklar ist, ob Betroffene währenddessen andere anstecken können.

Was sollte jeder im Verdachtsfall tun?

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat eine zentrale Corona-Hotline einrichten lassen. Die ist täglich von 8 bis 20 Uhr unter 030/90282828 zu erreichen. Weil zuletzt mehrere hundert Anrufe täglich eingingen, wurde die Hotline personell verstärkt.

Der Senat empfiehlt grundsätzlich, in folgenden Fällen besonders wachsam zu sein: Wer in den vergangenen zwei Wochen zu einem bestätigten Corona-Patienten hatte, sollte zu Hause bleiben und das zuständige Gesundheitsamt kontaktieren. Dies gilt auch, wenn man in den vergangenen Wochen in einem der vom RKI festgelegten Risikogebiete war (hier eine Übersicht) – insbesondere wenn man (auch nur leichte) Symptome aufweist. Umfassende Informationen der Senatsgesundheitsverwaltung gibt es hier.

Auch die Krankenkassen haben Telefon-Hotlines für Nachfragen eingerichtet. Die Barmer ist unter 0800/8484111 erreichbar. Die DAK hat zwischen 8 und 20 Uhr die Rufnummer 0800/111841 geschaltet. Dort würden Ärzte und Hygienefachleute die Fragen verunsicherter Anrufer beantworten. An die beiden Kassen dürfen sich auch Versicherte anderer Krankenkassen wenden.

Wohin, wenn die Hotline nicht erreichbar ist?

Die Charité bittet darum, sich zunächst an einen Hausarzt zu wenden, falls die Hotline der Gesundheitsverwaltung auch bei wiederholtem Versuch nicht erreichbar ist. Der Kontakt zum Hausarzt sollte ebenfalls telefonisch erfolgen. Nur wer von dort die Empfehlung für einen Coronavirus-Test erhalte, solle die neugeschaffene Anlaufstelle auf dem Gelände des Virchow-Klinikums in Wedding aufsuchen.

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Inzwischen ist die Zahl der Coronavirus-Ambulanzen an Berliner Kliniken auf fünf gewachsen. Im Laufe der Woche soll noch eine sechste hinzukommen. Hier ein Überblick.

Seit Montag, 9. März, sind folgende fünf Anlaufstellen geöffnet:

  • Charité-Standort Virchow in Wedding (Mittelallee 1; geöffnet täglich 8 bis 16 Uhr)
  • Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe in Spandau (Haus 16, Kladower Damm 221, geöffnet Mo-Fr 9-20 Uhr)
  • Vivantes-Klinikum in Prenzlauer Berg (Diesterwegstraße, Mo-Fr 10-19 Uhr, Sa/So 10-17 Uhr)
  • Vivantes-Wenckebach-Klinikum in Tempelhof (Albrechtstraße, Mo-Fr 10-19 Uhr, Sa/So 10-17 Uhr)
  • Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in Lichtenberg (Haus 19, Herzbergstraße 79, Mo-Fr: 10-19 Uhr, Sa/So 10-17 Uhr), Website

Zudem ist eine Teststelle im DRK-Klinikum Westend in Charlottenburg geplant. Sie öffnet noch nicht am Montag, sondern erst im Laufe der Woche.

Für alle Kliniken gilt: Bitte nicht einfach so hingehen, sondern erst telefonischen Kontakt aufnehmen.

  • Im Fall der Charité, der beiden Vivantes-Kliniken und des Klinikums Herzberge sollten sich Interessierte vor dem Besuch bei der Hotline der Senatsgesundheitsverwaltung (Tel. 030/90282828, täglich 8-20 Uhr) informieren, ob eine Testung auf das Coronavirus sinnvoll ist.
  • Wer die Ambulanz im Krankenhaus Havelhöhe besuchen will, wird gebeten, zunächst die Hotline der Klinik unter Tel. 030/36501-7222 anzurufen. Es könnte etwas Geduld nötig sein. Die Hotline sei praktisch „dauerbesetzt“, sagte eine Sprecherin am Montag.
Fragen und Antworten zum Coronavirus

Weitere Hintergrund-Informationen zum Coronavirus:

Und wenn ich schlecht zu Fuß bin?

Für "immobile Patienten" haben Feuerwehr und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin am Mittwoch einen gemeinsamen Fahrdienst gestartet. Dieser kümmere sich ab sofort zwischen 7 und 22 Uhr um Patienten mit schweren Erkältungserkrankungen, die zu Hause oder in Pflegeheimen einen Arzt benötigten. Dieser Dienst ist unter 030/116117 erreichbar.

Im Einsatz sind dafür vier Fahrzeuge der Berliner Feuerwehr, die mit Assistenzpersonal und notwendiger Schutzausrüstung ausgestattet sind. Die Ärzte stellt der Bereitschaftsdienst der KV.

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