Z2X-Festival : Junge Visionäre kommen in Berlin zusammen

Beim Z2X-Festival von "Zeit Online" diskutieren junge Menschen zwei Tage lang zu wichtigen Gesellschaftshemen. Ein Interview mit Mit-Initiatorin Maria Exner.

Miriam Dahlinger
Wir müssen reden. Zum dritten Mal steigt das Event in Berlin.
Wir müssen reden. Zum dritten Mal steigt das Event in Berlin.Foto: promo

Zwei Tage voller Diskussionen und Vorschläge zu wichtigen Gesellschaftsthemen, dabei im Fokus: Junge Erwachsene. Das „Z2X“-Festival findet nun zum dritten Mal in Berlin statt und wird von „Zeit Online“ organisiert – daher das „Z“ im Titel. Maria Exner, stellvertretende Chefredakteurin bei „Zeit Online“ und Mit-Initiatorin des Festivals, erklärt, worum es geht.

Ein Festivalname wie eine Formel – wofür steht die Abkürzung 2X?

Das meint Menschen zwischen 20 und 29 Jahren. Für das Festival darf sich jeder bewerben, der unter 30 ist und eine Idee zur Verbesserung der Welt oder des eigenen Lebens hat. In diesem Jahr haben wir aus allen Einsendungen 1000 Teilnehmer ausgewählt.

Am Sonnabend und Sonntag haben die Teilnehmer die Möglichkeit, in Blitzvorträgen, Workshops und „Frag mich alles“-Runden Projekte anzustoßen, Ideen auszutauschen und sich zu vernetzen. Außerdem haben wir Menschen eingeladen, die wir für inspirierend halten und die einen positiven Impuls geben können.

Zum Beispiel die jüngste deutsche Aufsichtsrätin Fränzi Kühne, die Moderatorin und Comedian Sophie Passmann oder den Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert.

Was beschäftigt denn die Zielgruppe des Festivals?

Unter den drängendsten Themen sind Fragen rund um das digitale Leben. Wie können wir uns online besser und sicher bewegen? Wie können wir sinnvoll Zeit im Netz verbringen, aber nicht stundenlang vor den Screens hängen.

Außerdem wurden viele Vorschläge eingereicht, in denen es um den Umgang mit Geflüchteten geht. Viele fragen sich: Wie kann man Integration vorantreiben? Als Reaktion auf den Erfolg der AfD und den Rechtspopulismus geht es außerdem darum, wie politischer Aktivismus aussehen kann und wie weit Protest gehen darf.

Sind junge Menschen also politischer als man es ihnen manchmal nachsagt?

Wir glauben zumindest, dass in dieser Altersgruppe sehr viele engagierte, kluge, beeindruckende und fleißige Menschen zu finden sind. Menschen unter 30 finden in unserer Gesellschaft zu wenig Gehör. Mit der Veranstaltung wollen wir sie und ihre Ideen sichtbar machen.

Konnten denn schon Ideen umgesetzt werden?

Ja, zum Beispiel Initiative #FreeInterrail. Die Aktivisten Vincent-Immanuel Herr und Martin Speer stellten das Projekt 2016 beim ersten Z2X-Festival vor. Zwar hatten sie die Idee eines kostenlosen Interrail-Tickets für junge Europäer schon vorher formuliert, aber das Festival hat ihnen bei der Umsetzung geholfen.

Im Juni verloste die EU-Kommission 15.000 sogenannte Travel-Pässe an 18-Jährige EU-Bürger. Die Gewinner sind schon auf Reisen. Im Herbst wird es dann eine zweite Runde mit 5.000 bis 10.000 jungen Menschen geben. Bei Z2X geben wir die Möglichkeit zum Austausch.

Beim Festival werden außerdem Partner vor Ort sein, die bei der Umsetzung helfen können. Zum Beispiel die Crowdfunding-Plattform Startnext und die Social Impact Labs, eine Agentur für soziale Innovationen.

Was raten Sie jungen Menschen, die eine Idee verwirklichen wollen?

Erzählt davon und holt euch Feedback ein. Und steuert Orte an, an denen ihr Unterstützung findet. Die Wahrscheinlichkeit für Erfolg ist deutlich höher, wenn man nicht alleine ist.

1. und 2. September, die Teilnahmefrist ist bereits abgelaufen. Livestream täglich ab 9.45 Uhr auf z2x.zeit.de

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