Katakomben von Wendisch Rietz

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Entspannung : "I'll be back": Der Therminator testet Spa-Oasen
Bettina Seuffert
Heißes Hexenhäuschen am See: In Wendisch Rietz lernt der Therminator alles übers richtige Saunieren – und bekommt Wodka serviert.
Heißes Hexenhäuschen am See: In Wendisch Rietz lernt der Therminator alles übers richtige Saunieren – und bekommt Wodka serviert.Foto: promo

SATAMA SAUNA RESORT

Auf der Suche nach den Umkleidekabinen entdeckt der Therminator ein weitläufiges Katakombennetz: den Keller des 6000 Quadratmeter großen Sauna-Universums von Wendisch Rietz. Hier, zwischen endlosen Reihen hoher Spinde, fühlt er sich wohl. Erinnert ihn an die Trümmerlandschaft seiner Schlachten gegen die Menschheit. Dann Fehlfunktion des Therminators. Sein Orientierungssystem versagt. Er kann den richtigen Spind nicht finden, sackt auf einem der weißen Sofas zusammen und erinnert sich.

Vergangenen Sommer, da war er schon einmal hier. Gruppen mit Deutschlandflaggen waren damals durch den Ort am Scharmützelsee gezogen. Sie wollten die deutsche Mannschaft bei der Aufguss-WM anfeuern. Gibt es wirklich, kein Film, der Therminator hat diese Gladiatorenkämpfe selbst gesehen. Draußen hatte es 36 Grad, in der eigens für diese Anlässe erbauten Show-Sauna, die 200 Schwitzende fasst, mehr als 85 Grad. Lichtkegel, Wellen von Hitze und Rosenholz rollten durch den Raum, während die kostümierte Aufgussmeisterin im Stil eines Pizzabäckers mit mehreren Handtüchern wedelte. Eine Jury machte sich Notizen.

Der Therminator war enttäuscht: Warum diese kitschige Musik, warum war nicht er das Motto der Show? Einigen Gästen wurde es schwindlig, sie mussten die Tribüne verlassen. Der Therminator blieb und lernte alles übers richtige Saunieren: immer auf dem Handtuch sitzen und hinterher bloß nicht kalt abduschen, sondern langsam abkühlen. Jetzt, im Winter, veranstaltet das Satama ganze Saunanächte mit Buffet und Lagerfeuer. Die nächste findet am 27.1. statt. Für 56 Euro ist der Therminator dabei.

Dieses ständige Entertainment nervt

Der Showaufguss lässt unseren Tester verwundert zurück.
Der Showaufguss lässt unseren Tester verwundert zurück.Foto: Patrick Pleul/dpa

Satama ist übrigens Finnisch, heißt Hafen. Der Therminator erhebt sich aus seiner Reise in die Vergangenheit. Vom Erdgeschoss dringt eine Frauenstimme zu ihm hinunter. Sie redet wirres Zeug. Zu viele Nebensätze für den Therminator. Er folgt dem Klang in einen Raum mit Schnitzereien an den Wänden. Es riecht nach Sternanis, Orange und Zimt. Er ist in der Märchensauna gelandet, „Rotkäppchen“ vom Band. Dieses ständige Entertainment nervt. Der Therminator ist sich Unterhaltung genug!

Zum Glück liegt niemand im Ruheraum. Der Therminator wirft sich auf eine fellbesetzte Couch und bettet seinen Schädel auf samtene Kissen. In der Mitte des Raumes prasselt ein Kaminfeuer. Draußen kräuseln sich Wellen auf dem See. Fast hätte der Therminator begonnen, sich zu entspannen. Schnell weiter zur Banja-Blockhütte, der Therminator erhofft sich nun mehr Action. Der eiskalte Wodka tut schon mal gut. Dann peitscht ein halb nackter Mensch den Therminator mit hanfgebundenem Birkenreisig aus. Endlich Bestrafung! Fester! Die Tortur treibt den Schmutz aus der Haut.

Auf den anschließenden Tee aus dem Samowar hätte der Therminator verzichten können. Maschinenöl hätte besser geschmeckt. Da vorn führen ein paar Stufen ins Erdinnere hinab. Der Therminator betritt die heißeste Sauna des Parks. 120 Grad Celsius! Eine echte Qual. Hier will er für immer bleiben. Doch er muss weiter: „Es liegt in eurer Natur, euch selbst zu zerstören!“, ruft er den Schwitzenden zu und verschwindet in der Eisgrotte.

Fazit: I might be back.

STRANDSTR. 12, 15864 WENDISCH RIETZ, geöffnet tägl. 9–23 Uhr, Preis: Tageskarte 32,90 Euro www.satama-saunapark.de

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