Arte-Doku über John Ford : Das gespaltene Land

„Things will get better“: Eine Arte-Dokumentation über den großen Film-Regisseur John Ford, der den Western prägte.

James Stewart, John Ford und John Wayne
James Stewart, John Ford und John WayneFoto:arte

Vor 45 Jahren starb John Ford. Vierfacher Oscar-Preisträger, Regisseur unzähliger John-Wayne-Western, Verfechter eines gerechten Amerikas, einer der größten Film-Regisseure des 20. Jahrhunderts. Wenn Filmautor Jean-Christopher Klotz mit „John Ford – Der Mann, der Amerika erfand“ diesem Kino-Giganten ein Doku-Porträt widmet, kommen bald zeitlos aktuelle Bezüge von Fords Werk zutage.

Ford, geboren am 1. Februar 1894 in Maine, war Sohn irischer Einwanderer, eines von elf Kindern, es verschlägt ihn früh nach Hollywood. Nach ersten Gehversuchen als Schauspieler inszeniert er 1917 seinen ersten Kurzfilm zu Stummfilmzeiten. Ford, der in den 1960er Jahren seine letzten Filme dreht, wird eine Regiekarriere hinter sich haben, die 50 Jahre umspannt, und mit all seinen Stumm- und Ton-, Kurz- und Langfilmen, den Kriegs-Dokus ein monumentales Werk von 150 Filmen ablegen. Darunter Filmtitel wie „Früchte des Zorns“ mit Henry Fonda, „Der schwarze Falke“ oder auch „Der letzte Befehl“.

All diesen Filmen ist etwas gemein, das heute aktueller denn je erscheinen mag: die tiefe Liebe und die scharfe Kritik an seinem Land, Fords Amerika, das schon damals ein gespaltenes war. Ford, der in seinen Filmen immer für ein Amerika plädierte, in dem Menschlichkeit und Gerechtigkeit als wichtigste Werte stehen, änderte seine Ansichten nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Dokumentation zeigt Filmausschnitte und Interviews mit Zeitzeugen wie Fords noch lebendem Enkel Dan Ford und dem US-Biographen Joseph McBride, sie enthält auch seltene Ausschnitte aus TV-Interviews aus den 60er und 70er Jahren der BBC. Da sitzt dieser alte Mann im Lehnsessel, Zigarre schmauchend, mit Augenklappe versehen, und ist wie stets ebenso muffelig wie wortkarg.

Entweder beantwortet er Fragen mit sehr knappen Gegenfragen oder überhaupt nicht. Am Ende dieses Porträts wird John Ford dann für einen kurzen langen Moment emotional. Wie sieht er die Zukunft seines Landes? „Things will get better.“

„John Ford - Der Mann, der Amerika erfand“, Arte, Sonntag, 22 Uhr 15

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