„Auf eigenen Wunsch“ : Politikchef Blome verlässt „Bild“-Zeitung

Nikolaus Blome hat mehr als 20 Jahre für Springer und „Bild“ gearbeitet. Jetzt geht er, mit welchem Ziel, ist unklar.

Bislang für Politik bei der "Bild" zuständig: Nikolaus Blome
Bislang für Politik bei der "Bild" zuständig: Nikolaus BlomeFoto: picture alliance / dpa

Nikolaus Blome kehrt dem Springer-Verlag den Rücken. Dies berichtet der Branchendienst "Horizont" und kann sich dabei auf interne Mails berufen. Blome wird seine Aufgabe als Politikchef der "Bild"-Zeitung Ende des Monats niederlegen. Er wird dann mehr als 20 Jahre für den Verlag gearbeitet haben.

Über die Gründe für Blomes Demission wurde offiziell nichts bekannt, "Horizont"-Autor David Hein schreibt, dass Blome mit den Umbau- und Sparplänen in der Redaktion nicht einverstanden sein soll. Insider berichten, dass der Politikchef mit dem konfrontativen Blattkurs von Chefredakteur Julian Reichelt nicht einverstanden gewesen sein soll.

Offiziell liest sich die Trennung so: "auf eigenen Wunsch und in bestem gegenseitigem Einvernehmen". In den Mails, die "Horizont" zitiert, schreibt Blome, er danke "Bild" von Herzen für viele wunderbare Jahre. Nun möchte ich aus persönlichen Gründen einen anderen Weg einschlagen."

Chefredakteur Reichelt lässt sich folgendermaßen zitieren: "Nikolaus Blome hat für unsere Leser nicht nur stets die richtigen Fragen gestellt, sondern mit pointierter politischer Berichterstattung und seinen engagierten Kommentaren auch die richtigen Antworten gegeben. Ich danke Nikolaus für seine großartige Zeit bei Bild und wünsche Ihm für seinen zukünftigen Weg nur das Beste."

Auf dem Weg zu Kramp-Karrenbauer?

Wohin es Nikolaus Blome zieht? Manche sagen zu CDU-Parteichefin und Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Was andere nicht annehmen wollen, solange es eine offene Frage ist, ob es Kramp-Karrenbauer zur Kanzlerkandidatin und dann zur Bundeskanzlerin schafft. Falls ja, dann könnte Nikolaus Blome die Nachfolge von Merkel-Sprecher Steffen Seibert antreten. Wie gesagt, Spekulationen.

Der 56-jährige Journalist, der 1997 als Ressortleiter Außenpolitik zur "Welt" kam, hatte den Springer-Verlag schon einmal verlassen. Zwischen 2013 und 2015 leitete er das Hauptstadtbüro des "Spiegel" und war Mitglied der Chefredaktion des Magazins.

Nach seiner Rückkehr verantwortete er als stellvertretender Chefredakteur die Politik- und Wirtschaftsberichterstattung der "Bild", ehe der Träger des Theodor-Wolff-Preises Politikchef wurde. Mit Anna von Bayern moderierte er zudem das Videoformat "Die richtigen Fragen", entwickelte zusammen mit Selma Stern das inzwischen eingestellte Magazin "Bild Politik". Im Phoenix-Format "Augstein & Blome" sucht er die gepflegte Links-Rechts-Konfrontation.

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