Neuer Phoenix-Auftritt : Schärfer gestellt

„Für eine besser informierte Republik“ kommt Phoenix künftig in Petrol und mit Linse daher.

Linse in Türkis. Die Phoenix-Programmgeschäftsführer Michaela Kolster und Helge Fuhst vor dem neuen Logo.
Linse in Türkis. Die Phoenix-Programmgeschäftsführer Michaela Kolster und Helge Fuhst vor dem neuen Logo.Foto: dpa

Der Phoenix-Zuschauer sollte am 4. Juni nicht an den Farbeinstellungen seines Fernsehapparates herumdrehen. Die neue Senderfarbe ist von diesem Datum an wirklich Petrol. Zugleich wird das Logo zur Linse mit einer türkisfarbenen Korona. Die beiden Programmgeschäftsführer, Michaela Kolster (ZDF) und Helge Fuhst (WDR), nannten das neue Design einen „selbstbewussten Auftritt“. Die Farbgebung unterstreicht laut Kolster die Einzigartigkeit des Senders im TV-Spektrum, „wir blicken hinter die Kulissen und zeigen die Dinge, wie sie sind – ungeschönt und unverfälscht“. Ihr Kollege Fuhst ergänzte, bei allen optischen Neuerungen bleibe die hohe Qualität der Inhalte unverändert. Überarbeitetes Design, komplett neu gestaltete Homepage, stärkere Fokussierung auf die politische Ereignisberichterstattung – all diese Anstrengungen für weniger als 300 000 Euro münden in den Phoenix-Claim: „Für eine besser informierte Republik“.

Phoenix, der Ereignis- und Dokumentationskanal von ARD und ZDF, sendet im 21. Jahr und hat sich über diese Zeit bei seinem Publikum einen festen Stand und einen Marktanteil von 1,1 Prozent erarbeitet. Nach den Zahlen einer repräsentativen Umfrage halten 96 Prozent das Programm für „informativ“, 91 Prozent für „glaubwürdig“ und für einen Sender, der das ganze Bild zeigt. Trotzdem gibt es Kritik, wie die Geschäftsführer berichteten, so wird Phoenix insbesondere von AfD-Anhängern „Russlandfeindlichkeit“ vorgeworfen.

Phoenix oder die Evolution des Fernsehens

Phoenix wird auch weiterhin die Evolution und nicht die Revolution des Fernsehens darstellen. Auch deswegen werden an Inhalten und Schema des Programms zunächst nur Retuschen vorgenommen. Zur Markenstärkungg heißt „Vor Ort“ künftig „phoenix vor ort“, „Thema“ dann „phoenix plus“, „Im Dialog“ wird zu „phoenix persönlich“. Es wird mehr Themenschwerpunkte und mehr Live-Übertragungen, vor allem aus dem Deutschen Bundestag, geben. Ausführlichere Hintergrundinformationen, ein Plus an Videos und Interaktivität sollen die Online-Präsenz verstärken.

Tiefgreifendere Programmveränderungen stehen in einem nächsten Schritt an. Kolster und Fuhst wollten bei der Pressekonferenz in Berlin am Donnerstag nicht präziser werden, über die Art der Ereignisberichtertattung und Gesprächsformate soll nachgedacht werden.

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Neben Petrol und Türkis wird Phoenix noch zwei weitere Farben verwenden. Rot kommt bei Eilmeldungen in der Bauchbinde zum Einsatz, weiterführende Programminfos werden in Gelb eingeblendet. Aber anders als zum Beispiel beim US-Nachrichtensender CNN, wo vor lauter Inserts kaum noch das TV-Bild erkennen ist, wird Phoenix seinen Bildschirm weiter aufräumen. Transparenz und klare Struktur sind die Ziele. Joachim Huber

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