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Roseanne Barr : ABC setzt "Roseanne" nach rassistischem Tweet ab

Die US-Komikerin Roseanne Barr ist für freche Kommentare bekannt. Doch mit einem beleidigendem Tweet geht die erklärte Trump-Anhängerin zu weit. Der Sender ABC reagiert prompt.

Zu weit gegangen: US-Komikerin Roseanne Barr
Zu weit gegangen: US-Komikerin Roseanne BarrFoto: AFP/Valerie Macon

Nach einem rassistischen Twitter-Kommentar der US-Schauspielerin Roseanne Barr (65) hat der TV-Sender ABC ihre neuaufgelegte Show abgesetzt. „Roseannes Twitter-Mitteilung ist abscheulich, abstoßend und stimmt nicht mit unseren Werten überein, und wir haben entschieden, ihre Show abzusetzen“, wurde Channing Dungey, Präsidentin von ABC Entertainment, am Dienstag in einer Mitteilung zitiert. Viele Branchenkollegen reagierten empört auf den Tweet der Komikerin.

Barr hatte per Twitter die Afro-Amerikanerin Valerie Jarrett, einst Beraterin des damaligen US-Präsidenten Barack Obama, als Baby der „Muslimbruderschaft und Planet der Affen“ beleidigt. Danach löschte sie den Tweet und entschuldigte sich bei Jarrett und „allen Amerikanern“. „Es tut mir wirklich leid, dass ich einen schlechten Witz über ihre Politik und ihr Aussehen gemacht habe. Ich hätte es besser wissen sollen. Vergebt mir, mein Witz war schlechter Geschmack.“ Barr hatte in der Vergangenheit immer wieder ihre Unterstützung für Donald Trump betont, Obamas Nachfolger im Weißen Haus.

Stunden zuvor hatte die 65-Jährige zunächst mit einer antisemitischen Twitter-Nachricht Empörung in den USA ausgelöst. Darin hatte sie den jüdischen US-Milliardär George Soros als „Nazi“ beleidigt, der während des Zweiten Weltkriegs andere Juden verraten habe, um sich an ihnen zu bereichern. Soros ist immer Ziel von Anfeindungen aus rechtsextremen Kreisen. Der Investor wies die Aussagen von Barr in einer Mitteilung entschieden zurück. Solche falschen Anschuldigungen seien beleidigend für alle Opfer des Holocausts, hieß es darin. 

US-Medienberichten zufolge waren es nicht die ersten Tweets dieser Art, die Barr absetzte. Bereits im Jahr 2013 habe sie Susan Rice, ebenfalls Afro-Amerikanerin und ehemalige Obama-Beraterin, mit einem Affen verglichen. Auch diese Nachricht habe die 65-Jährige später gelöscht. Barr betonte in der Vergangenheit wiederholt ihre Unterstützung für Donald Trump, Obamas Nachfolger im Weißen Haus. Immer wieder wurde ihr vorgeworfen, dass sie Verschwörungstheorien wie „Pizzagate“ verbreite. „Pizzagate“ war eine Kampagne mit falschen Anschuldigungen gegen Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton gewesen.

Kollegen wie Patricia Arquette, Zoe Saldana und Don Cheadle reagierten empört auf den jüngsten rassistischen Tweet. Auch Barrs Ex-Mann, der Schauspieler Tom Arnold, zeigte sich entsetzt und lobte zugleich die rasche Reaktion des Senders, die Serie abzusetzen. Auch Schauspieler und Mitarbeiter der Serie distanzierten sich per Twitter von Barr. „Es ist unglaublich traurig und schwierig für uns alle, denn wir haben eine Show geschaffen, an die wir glauben, auf die wir stolz sind und die die Zuschauer lieben - eine Show, die anders ist als die Meinungen und Wörter eines Mitglieds der Besetzung“, schrieb Schauspielerin Sara Gilbert. Sie würde nicht mehr für die Show arbeiten, verkündete Wanda Sykes, die als beratende Produzentin an Bord war, in einem Tweet.

Die „Roseanne“-Show, in der Barr die Hauptrolle spielt, erzählt die Geschichte der Arbeiterfamilie Conner. Sie hatte zunächst in den 80er und 90er Jahren Erfolge gefeiert und war vor einigen Wochen neu aufgelegt worden - mit herausragend guten Quoten. (dpa)


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