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"SpongeBob"-Erfinder Stephen Hillenburg ist tot : Die Welt ist ein Schwamm

Er war ein Experte für Leben im Ozean, aber auch für Animation. So kam es, dass Stephen Hillenburg "SpongeBob" erfand. Ein Nachruf

Stephen Hillenburg bei der Premiere des Films "The SpongeBob Movie: Sponge Out Of Water" im Jahr 2015
Stephen Hillenburg bei der Premiere des Films "The SpongeBob Movie: Sponge Out Of Water" im Jahr 2015Foto: dpa/Charles Sykes/Invision/AP

Er gehört in die Riege der ganz großen Kindsköpfe, von Jim Henson („Sesamstraße“, „Muppet-Show) bis zu Matt Groening („Simpsons“). Stephen Hillenburg hat mit „SpongeBob Schwammkopf“ mehr als eine Zeichentrickserie kreiert, sein Haussender Nickelodeon behauptet sehr zu Recht, Hillenburg habe die Serie mit einem „einzigartigen Sinn für Humor und Unschuld“ gefüllt. „Seine ganz und gar originellen Figuren und die Welt von Bikini Bottom werden lange an die Werte von Optimismus, Freundschaft und grenzenloser Vorstellungskraft erinnern.“
Der Schauplatz auf dem Meeresgrund ist kein Zufall, sondern Hillenburgs Studium und seiner Lehrtätigkeit für Meeresbiologie geschuldet, er beschäftigte sich intensiv mit der Tier- und Pflanzenwelt der Ozeane; 1992 machte er zudem in Kalifornien einen Master-Abschluss in Animation. Bei seinen Charakteren – vorneweg Schwamm SpongeBob, dessen bester Kumpel, Seestern Patrick, und Tintenfisch Thaddäus – orientierte er sich an Jerry Lewis, Pee-wee Herman und dem Duo Laurel und Hardy.

Kultfigur: Ein SpongeBob-Ballon bei der Thanksgiving-Parade in New York City
Kultfigur: Ein SpongeBob-Ballon bei der Thanksgiving-Parade in New York CityFoto: REUTERS/Carlo Allegri

SpongeBob arbeitet als Burger-Brater, er ist ein streberhafter, leicht wirrer, kindlicher Kauz mit einem enorm großen, mitmenschlichen Herz. Ebenso groß sind seine Pläne, an deren Verwirklichung er mehr scheitert als reüssiert. Das Spongebob-Ensemble bildet ein Antidot zur Gewalt und zur selbstbezogenen Ernsthaftigkeit, die die Populärkultur so oft beherrscht. Hillenburg übersetzte seine imaginierte Welt in eine ganz eigene Cartoon-Sprache, die Witze, oft Zweideutigkeiten, zogen mit kalkulierter Präzision und hohem Tempo am Zuschauer vorbei.
Die Serie ging erstmals 1999 auf Sendung. Sogleich ein Erfolg, zog „SpongeBob Schwammkopf“ rund um den Globus, Kinofilme folgten und eine sagenhafter Merchandising-Verwertung.
Am Montag ist Stephen Hillenburg an der Nervenkrankheit ALS gestorben. Er wurde 57 Jahre alt.

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