Zu meinem ÄRGER : Frauen haben zu wenig Medienmacht

ProQuote-Medien-Vorstandsmitglied Sabine Stamer ärgert sich über den Frauenanteil bei "FAZ" und "Focus" - und freut sich über den beim "Stern".

Sabine Stamer
Die Autorin Sabine Stamer ist seit 2016 im Vorstand des gemeinnützigen Vereins ProQuote Medien.
Die Autorin Sabine Stamer ist seit 2016 im Vorstand des gemeinnützigen Vereins ProQuote Medien.Foto: imago/Future Image

Die Autorin Sabine Stamer ist seit 2016 im Vorstand des gemeinnützigen Vereins ProQuote Medien.

Frau Stamer, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Auf den Chefsesseln großer deutscher Medien gibt es immer noch viel zu wenig Frauen. Zweimal jährlich zählt ProQuote Medien den Frauenanteil in den Führungsetagen von Print- und Online-Redaktionen. In der vergangenen Woche kamen die neuen Zahlen. Medien wie die „FAZ“ und der „Focus“ meinen tatsächlich immer noch, mit einem Chefinnen-Anteil von unter 20 Prozent auszukommen. Wer über den Rückgang der Auflagenzahlen und zu wenig Reichweite klagt, sollte darüber vielleicht auch mal nachdenken. Denn die Wirklichkeit, so vielfältig, wie sie heute ist, kann nur angemessen abgebildet werden, wenn genügend Frauen mitbestimmen, was veröffentlicht wird.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Zum ersten Mal, seit ProQuote Medien 2012 mit den Zählungen begonnen hat, knackt eine Printredaktion die 50-Prozent-Marke: 52,5 Prozent Frauenmachtanteil beim „Stern“. Wir gewichten die Führungspositionen nach Stand in der Hierarchie und zählen so nicht nur numerisch den Frauenanteil, sondern den Machtanteil.

Welche Homepage können Sie denn empfehlen?
www.pro-quote.de. Dort finden sich ab Montag die Ergebnisse der aktuellen Zählung im Detail.