Hannover : Kollege sticht Rathaus-Mitarbeiterin nieder

Ein 42 Jahre alter Mann hat im Rathaus von Hannover auf eine Mitarbeiterin eingestochen und sie lebensgefährlich verletzt. Die Hintergründe der blutigen Attacke liegen bislang völlig im Dunkeln.

Hannover - Im Rathaus von Hannover hat sich am Montagnachmittag eine blutige Tragödie ereignet. Ein 42 Jahre alter Mann stürmte kurz nach der Mittagspause in das Büro einer 35-Jährigen, stach auf die Mutter von drei Kindern ein und verletzte sie lebensgefährlich. Danach stürzte der Angreifer durch ein geschlossenes Fenster im ersten Stock. Dabei erlitt auch er lebensbedrohliche Verletzungen. "Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar", betont die Sprecherin der Polizei, Petra Holzhausen. "Wir wissen noch nicht einmal, ob sich die beiden kannten." Fest steht aber: Opfer und Täter sind Angestellte der Stadtverwaltung, arbeiteten aber in verschiedenen Abteilungen.

Wenige Stunden nach der blutigen Attacke ist das sonst für jeden Bürger offene Rathaus am Maschsee von Polizisten abgesichert. Rot-weißes Flatterband versperrt den Zutritt zu einem Seiteneingang. Auf den steinernen Stufen sind Blutspuren zu sehen. Auch die Rückseite des prunkvollen Rathauses, wo der 42-Jährige durch ein Fenster stürzte, ist weiträumig abgesperrt. Unter der zerborstenen Scheibe stehen noch gelbe Topfblumen auf dem Fensterbrett. Beobachtet von Spaziergängern sichern Kriminalbeamte Glasscherben und andere Spuren.

Tatwaffe noch unbekannt

Die 35 Jahre alte, verheiratete Frau arbeitete im selben Flur wie Hannovers Stadtkämmerer. Ob Kollegen Zeugen der blutigen Attacke wurden, ist am Nachmittag zunächst unklar. Zwei Mitarbeiterinnen stünden unter Schock und würden von Notfallseelsorgern betreut, berichtet Polizeisprecherin Petra Holzhausen. Womit der 42-Jährige auf sein Opfer einstach, wissen die Ermittler auch noch nicht. Die Polizei spricht lediglich von einem "spitzen Stichwerkzeug". Die Frau erlitt zahlreiche Verletzungen am Oberkörper und wurde mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Ihr Zustand war am Nachmittag äußerst kritisch.

Der 42 Jahre alte Mann soll dem Vernehmen nach nicht im Rathaus gearbeitet haben. Zu ihm gibt die Polizei nur bekannt, dass auch er verheiratet sei. Ob er sich absichtlich durch das geschlossene Fenster stürzte oder ob er möglicherweise gestoßen wurde, wollen die Ermittler zunächst nicht sagen. Auch seine Verletzungen seien lebensbedrohlich, sagt Holzhausen.

Unter den Mitarbeitern im Rathaus macht sich am Nachmittag Entsetzen breit. "Die Stimmung ist sehr bedrückt", berichtet Stadtsprecherin Konstanze Kalmus. Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) brach wegen der blutigen Tragödie in seiner Behörde seinen Urlaub ab. (Von Ute Klockner und Birgit Zimmermann, dpa)

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