Propellermaschine stürzt in Wohnviertel : Mindestens 23 Tote bei Flugzeugunglück im Kongo

Die Ursache ist noch unklar – sowohl ein möglicher Pilotenfehler als auch ein technisches Problem werden genannt.

Mitten in ein Wohnviertel in Goma stürzte am Sonntag die kleine Passagiermaschine.
Mitten in ein Wohnviertel in Goma stürzte am Sonntag die kleine Passagiermaschine.Photo by PAMELA TULIZO / AFP

Bei einem Flugzeugabsturz in der Demokratischen Republik Kongo sind Behördenangaben zufolge mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. Die Maschine der einheimischen Airline Busy Bee sei kurz nach dem Start in ein dicht bewohntes Viertel in der Stadt Goma im Osten des zentralafrikanischen Landes gestürzt, teilte die Regionalregierung am Sonntag mit.

Rettungskräfte und Einwohner an der Unglücksstelle.
Rettungskräfte und Einwohner an der Unglücksstelle.REUTERS/Fiston Mahamba

Die Maschine vom Typ Dornier-228 mit 15 bis 20 Menschen an Bord stürzte am Sonntagmorgen kurz nach dem Start ab. „Wir haben jetzt 23 Leichen“, sagte der Koordinator des Bergungseinsatzes, Joseph Makundi. Er ging davon aus, dass alle Insassen des Flugzeugs bei dem Absturz ums Leben kamen sowie weitere Menschen am Boden.

In einer vom Gouverneur der Provinz Nord-Kivu verbreiteten Erklärung hieß es, der Pilot habe „den Start verpatzt“. Ein Techniker der Fluggesellschaft wurde von einer Nachrichtenwebsite mit der Einschätzung zitiert, er gehe in erster Linie von einem technischen Problem aus.

Die Maschine war über dem Wohnviertel Mapendo/Birere abgestürzt und in mindestens ein Haus gekracht. Auf einem Video war das qualmende Cockpit des Flugzeugs in den Trümmern eines Hauses zu sehen, während Anwohner zum Unglücksort eilen.

Die erst kürzlich gegründete Fluggesellschaft Busy Bee verfügt über drei Maschinen, die in Nord-Kivu Flüge anbieten. Ein Angestellter des Unternehmens sagte, an Bord der Dornier-228 seien 17 Passagiere und zwei Besatzungsmitglieder gewesen. Zielort war die rund 250 Kilometer nördlich gelegene Stadt Beni.

Flugzeugunglücke sind hier keine Seltenheit

In der von zahlreichen militärischen Konflikten geplagten Demokratischen Republik Kongo sind Flugzeugunglücke keine Seltenheit, vielfach sind russische Transportmaschinen vom Typ Antonow daran beteiligt. Erst im vergangenen Monat verschwand eine Antonow mit acht Insassen nach dem Start in Goma vom Radar. Sie sollte Ausrüstung für eine Reise von Präsident Felix Tshisekedi befördern. In der EU darf keine Airline aus dem Kongo fliegen.

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Die Demokratische Republik Kongo ist eines der ärmsten Länder der Welt. Das durchschnittliche Tageseinkommen der 80 Millionen Einwohner liegt Schätzungen zufolge bei umgerechnet einem Euro. (AFP/Reuters)

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