Tod der 15-jährigen Mia : Mordprozess um Messerattacke von Kandel beginnt

Der Tod der 15-jährigen Mia in Kandel hat Ende 2017 ganz Deutschland schockiert. Nun beginnt der Mordprozess gegen ihren Ex-Freund. Das Verfahren läuft hinter verschlossenen Türen.

Im Dezember 2017 wurde ein Mädchen in Kandel von ihrem Ex-Freund vor einem Drogeriemarkt erstochen.
Im Dezember 2017 wurde ein Mädchen in Kandel von ihrem Ex-Freund vor einem Drogeriemarkt erstochen.Foto: Andreas Arnold/dpa

An diesem Montag beginnt vor dem Landgericht in Landau der Mordprozess um die Messerattacke auf eine 15-Jährige im pfälzischen Kandel. Vor knapp einem halben Jahr hatte die Tat mitten in einem Drogeriemarkt bundesweites Entsetzen ausgelöst. Nun sitzt der vermutlich aus Afghanistan stammende Ex-Freund des Opfers auf der Anklagebank.

Ihm wird vorgeworfen, Mia am 27. Dezember vergangenen Jahres erstochen zu haben. Die Ermittler glauben, dass er sie bestrafen wollte, weil sie sich von ihm getrennt hatte. Wenige Tage vor der Tat, am 15. Dezember, hatte Mia Anzeige gegen den Ex-Freund erstattet wegen Beleidigung, Nötigung, Bedrohung und Verletzung persönlicher Rechte. Zwei Tage später folgte eine Anzeige des Vaters.

Die Richter in Landau verhandeln unter Ausschluss der Öffentlichkeit nach Jugendstrafrecht, weil sich das genaue Alter des Beschuldigten nicht feststellen ließ. Er selbst hatte es mit 15 angegeben, daher war er auch als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling betreut worden. Ein Gutachten der Staatsanwaltschaft geht von einem Mindestalter von 17,5 Jahren und einem wahrscheinlichen Alter von etwa 20 Jahren aus. Im Strafrecht werden 18- bis 21-Jährige als Heranwachsende geführt.

Die Tat hatte auch die Debatte über die Altersfeststellung von jungen Flüchtlingen neu angefacht. In dem pfälzischen Ort mit rund 9000 Einwohnern gab es zahlreiche fremdenfeindliche Demonstrationen und Gegenkundgebungen zu dem Fall.

Für den Prozess hat die 2. Strafkammer des Landgerichts Landau nach dem Auftakt am Montag zwölf weitere Verhandlungstermine bis Ende August angesetzt. (dpa)

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