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Der Historiker Timothy Snyder lehrt an der Universität Yale und hat mehrere wichtige Bücher über die Ukraine und Osteuropa geschrieben.
© Klaus Ranger/IWM
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Ukraine-Historiker Timothy Snyder: „Moskau ist zum Zentrum des Faschismus der Welt geworden“

Russland führe einen kolonialen Vernichtungskrieg, sagt Timothy Snyder. Der Yale-Professor über Putins Selbstverständnis und Deutschlands fatale Fehler.

Von Daniel Erk

Herr Snyder, Sie gelten als der renommierteste Ukraine-Experte der USA und haben eine Vielzahl an Büchern über das Land und Osteuropa geschrieben. Hat Sie die Grausamkeit des Überfalls durch die russische Armee überrascht?
Nein. Der russische Überfall war von Anfang an ein Vernichtungskrieg (Snyder nutzt hier das deutsche Wort, Anm. der Red.), und er wurde auch als solcher angekündigt. In Putins Reden von der „Entnazifizierung“ ging es ganz eindeutig um die Zerstörung der ukrainischen Nation. Das hatte nie etwas mit wirklichen Nazis zu tun, da Russland selbst Nazis unterstützt.

Aber nach der offiziellen russischen Definition ist jeder Ukrainer ein Nazi, der nicht zugeben will, dass er eigentlich Russe ist. Und mit „Entmilitarisierung“ meinte Putin die Zerstörung des souveränen ukrainischen Staates. Kein souveräner Staat kann sich entmilitarisieren lassen.

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