Berliner Club-Szene : „United We Stream“ erbringt über 450.000 Euro

Über die Spendenkampagne „United We Stream“ wird für die derzeit geschlossenen Berliner Clubs gesammelt. Die Not ist groß.

DJ Sis im Club des Kulturdachgartens Klunkerkranich im Rahmen von „United we Stream “.
DJ Sis im Club des Kulturdachgartens Klunkerkranich im Rahmen von „United we Stream “.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Die von der Berliner Club-Szene in der Corona-Krise initiierte Spendenkampagne „United We Stream“ hat bislang über 450.000 Euro erbracht. Das Geld sei von mehr als 14.500 Einzelpersonen gespendet worden, teilten die Clubcommission Berlin und das Netzwerk Reclaim Club Culture am Mittwoch mit.

Die Kampagne war nach der behördlich verordneten Schließung wegen der Coronavirus-Pandemie am 18. März zur Rettung von Berliner Clubs und zur Unterstützung der zivilen Seenotrettung gestartet worden. Seitdem wird jeden Abend aus einem Club zunächst nur in Berlin, später auch aus Clubs bundes- und weltweit, per Livestream ein kuratiertes Programm gesendet.

Zähle man die mittlerweile 45 beteiligten Städte in zwölf Regionen weltweit zusammen, seien rund 900.000 Euro von 25.000 Unterstützern gespendet worden, hieß es.

Davon gingen acht Prozent, bislang knapp 70.000 Euro, an soziale Zwecke darunter 24.000 Euro an die zivile Seenotrettung. Seit dem 5. April gebe es zudem das Debattenformat „United We Talk“ mit bislang über 30 Stunden Programm.

200 Stunden Programm sind gestreamt worden

In den knapp zwei Monaten seit dem Start von „United We Stream“ seien in über 100 Clubs über 200 Stunden Programm gestreamt worden, hieß es weiter. Die Streams seien über 25 Millionen Mal aufgerufen worden.

Durch die Kampagne gesammelten Gelder seien bis dato aber nicht viel mehr als ein Anfang, so die Initiatoren. Die Existenz der allermeisten Clubs sei nach wie vor massiv bedroht.

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Und nicht nur in Berlin sei die Not groß. In nahezu allen Städten rund um den Globus stünden wegen der Covid-19-Pandemie die Clubs leer und deren Betreiber und Mitarbeiter vor dem finanziellen Ruin. epd

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