Comeback-Tournee angekündigt : Genesis wollen sich wiedervereinigen

Kleine Pop-Sensation: Genesis wollen Ende 2020 eine Tour beginnen. Zuletzt waren Phil Collins, Mike Rutherford und Tony Banks 2007 gemeinsam aufgetreten.

Christian Schröder
Tony Banks, Phil Collins und Mike Rutherford (von links) im Jahr 2006
Tony Banks, Phil Collins und Mike Rutherford (von links) im Jahr 2006Foto: picture-alliance/ dpa

Die Rockband Genesis will sich für eine Tournee wiedervereinigen, die sie im November und Dezember durch Großarenen in Großbritannien und Irland führen soll. Das verkündeten der Sänger Phil Collins, Gitarrist Mike Rutherford und Keyboarder Tony Banks am Mittwoch in einer BBC-Radioshow.
„Es fühlt sich großartig an, es ist der richtige Zeitpunkt, wir freuen uns darauf“, sagte Rutherford. „Viele unserer Zeitgenossen haben viel gespielt – doch wir haben es in den letzten 28 Jahren nur auf zwei Shows in Großbritannien gebracht.“ Weil Collins nach einer Halswirbeloperation an Taubheitsgefühlen in den Händen und motorischen Einschränkungen leidet, soll er als Schlagzeuger – wie zuletzt schon bei einer ausgedehnten Solotour – durch seinen 18-jährigen Sohn Nicholas Collins ersetzt werden. „Er spielt wie ich und hat auch die gleiche Einstellung wie ich“, sagte Collins.

Hinterm Schlagzeug sitzt der Sohn

Vor dem Radiointerview hatten Collins, Rutherford und Banks, die alle 69 Jahre alt sind, auf ihrer Instagram-Seite ein Foto gepostet und mit den Worten „And then there were three“ kommentiert. Die Zeile spielt auf das gleichnamige Genesis-Album aus dem Jahr 1978 an, mit dem die Band den Weggang ihres Gründers Peter Gabriel und des langjährigen Gitarristen Steve Hackett verarbeitete. Gabriel und Hackett, beide 70, werden bei der Comebacktour fehlen, die am 16. November in Dublin beginnen und nach Stationen in sechs weiteren Stadien am 11. Dezember in Newcastle enden soll. Zuletzt hatten die drei Musiker 2007 gemeinsame Konzerte gegeben, das letzte Album „Calling All Stations“ kam 1997 heraus.


Genesis, 1967 gegründet, hatten ihre Karriere als Progrock-Band begonnen. Nachdem Peter Gabriel die Gruppe verlassen hatte, weil er sich vom Erfolg „eingesperrt“ fühlte und lieber „erst einmal Kohlköpfe ziehen“ wollte, schwang sich Collins zum Bandleader auf. Unter seine Ägide ließen die Musiker die endlosen Gitarrensoli hinter sich, öffneten sich dem Zeitgeist des Synthiepop und feierten ihre größten kommerziellen Erfolge.

Größte Erfolge in der Collins-Ära

Gabriel, der 1977 mit seinem Album "Peter Gabriel" eine lukrative Solokarriere startete, blieb seinen ehemaligen Mitstreitern allerdings freundschaftlich verbunden. Als er ein Genesis-Konzert besuchte, bei dem Phil Collins einige von ihm komponierte Songs sang, war er voll des Lobes. "Er sagte, dass ich ,Supper's Ready' und ,Carpet Crawlers' besser als er singen würde, es aber niemals so wie er hinbekäme", erinnerte sich Collins später.

Phil Collins, Mike Rutherford und Tony Banks (von links) 1992 in Hannover.
Phil Collins, Mike Rutherford und Tony Banks (von links) 1992 in Hannover.Foto: picture-alliance/ dpa

Nach Schätzungen verkauften sie weltweit zwischen 100 und 150 Millionen Alben. Der Vorverkauf für die Tour beginnt am Freitag um 10 Uhr. Das Musikmagazin „Rolling Stone“ spekuliert bereits darüber, dass die Band, falls der Vorverkauf erfolgreich verläuft, im Jahr 2021 auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz spielen könnte.

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!