Jasmila Žbanic: Ist Pippi Langstrumpf am ähnlichsten

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Fragebogen zur Berlinale : Lars Eidinger und der zweite Filmriss seines Lebens
Jasmila Žbanic
Jasmila Žbanic, 41, gewann 2006 mit "Grbavica" den Goldenen Bären. Vier Jahre später zeigte die bosnische Regisseurin "Na putu" im...Foto: privat

Im Kino sitze ich am liebsten...

... so weit wie möglich vorne, um ganz in die Welt des Films einzutauchen.

Ein Film, der mein Leben verändert hat.

Alle jugoslawischen Partisanen-Filme, die wir als Kinder sehen mussten. Danach ist man sein Leben lang Antifaschist.

Eine starke Filmszene aus dem letzten Jahr.

Keine Szene, aber „Taxi“ von Jafar Panahi war letztes Jahr mein Lieblingsfilm.

Meine erste Berlinale...

... war 2004. Ich pitchte das Drehbuch von „Grbavica“. Im Berlinale-Palast stellte ich mir vor, wie es wäre, wenn mein eigener Film dort laufen würde und Dieter Kosslick mein Team hereinführt. Ich hatte schon alle Details im Kopf. Als es dann zwei Jahre später wirklich passierte, war es noch viel besser, als ich es mir ausgemalt hatte.

Ein Festival-Erlebnis, das ich nie vergessen werde.

Die Premiere von „Grbavica“ im Berlinale-Palast. Es gab lange stehende Ovationen, Leute weinten, umarmten mich und meine Crew. Das ist eine einzigartige Erfahrung, die mich noch immer motiviert.

Ein Festival-Erlebnis, das ich lieber vergessen würde.

Am Tag nach der „Na putu“-Premiere im Wettbewerb starb meine Mutter in Sarajevo. Ich hatte gerade einige Interviews beendet und rief bei ihr an. Mein Bruder war dran und ich merkte sofort, dass etwas nicht stimmte. Am liebsten wäre ich selbst gestorben, denn meine Mutter und ich waren uns sehr nah.

Die Kinoheldin, der ich am ähnlichsten bin.

Pippi Langstrumpf. Ich glaube fest daran, dass ich ein Pferd mit einer Hand hochheben kann. Außerdem werde ich sehr wütend, wenn Tiere oder Menschen schlecht behandelt werden.

Sie haben freie Hand, einen Film zu drehen. Wen würden Sie casten?
Meryl Streep. Es gibt eine Kurzgeschichte von Ivo Andric, bei der ich immer an sie denke. Sie könnte sogar eine Massenmörderin spielen – man würde sie immer noch lieben.

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