Goldene Muschel beim Filmfest San Sebastián : Preisregen für Nina Hoss

Nach der Ehrung in Spanien erhält die Schauspielerin Nina Hoss an diesem Sonntag den Douglas-Sirk-Preis auf dem Filmfest in Hamburg. Und gleich zwei neue Filme mit ihr sind dort zu sehen.

Nina Hoss nahm am Samstag in San Sebastián die Goldene Muschel als beste Darstellerin für Ina Weisses "Das Vorspiel" entgegen.
Nina Hoss nahm am Samstag in San Sebastián die Goldene Muschel als beste Darstellerin für Ina Weisses "Das Vorspiel" entgegen.Foto: REUTERS/Vincent West
Große Auszeichnung für die Schauspielerin Nina Hoss. Die 44-Jährige wurde beim Filmfestival im nordspanischen San Sebastián am Samstagabend mit der Silbernen Muschel für die beste Schauspielerin geehrt. Den Preis erhielt sie für ihre Rolle als strenge Geigenlehrerin Anna Bronsky im deutschen Drama „Das Vorspiel“ von Ina Weisse.
Nina Hoss, die in Berlin zum Ensemble der Schaubühne gehört und bereits zahlreiche Darsteller-Preise erhielt - unter anderem den Silbernen Berlinale-Bären und den Deutschen Filmpreis für "Yella" (2007) unter Regie von Christian Petzold - bezeichnete die Dreharbeiten zu „Das Vorspiel“ als „sehr intensive Reise“. Es ist die zweite Regiearbeit von Ina Weisse, die auch als TV- und Kinoschauspielerin bekannt ist und 2008 mit "Der Architekt" hinter der Kamera debütiert.
In dem Film, der kurz zuvor in Toronto Weltpremiere gefeiert hatte und dort die Zuschauer begeisterte, fixiert sich die Geigenlehrerin auf den Erfolg ihres Schülers Alexander und gerät deshalb mit ihrer Familie in eine tiefe Lebenskrise.
Der Preis für die beste Schauspielerin wurde bei der 67. Ausgabe des San-Sebastián-Festivals geteilt, neben Hoss wurde auch die junge Spanierin Greta Fernández (24) ausgezeichnet. Hoss freute sich:  „Wir Frauen bekommen nie genug Preise“, sagte sie und erntete großen Beifall.

Auch beim Filmfest Hamburg wird Nina Hoss heute geehrt

Schon an diesem Sonntagabend wird Hoss eine weitere renommierte Auszeichnung erhalten: den Douglas-Sirk-Preis des Hamburger Filmfests. Die gebürtige Stuttgarterin und Wahlberlinerin war neben Hauptrollen in den Filmen von Christian Petzold ("Jerichow", "Barbara", Phoenix") zuletzt auch in Volker Schlöndorffs "Rückkehr nach Montauk" und in Katrin Gebbes "Pelikanblut" zu sehen, der im September in Venedig Weltpremiere feierte.

Sowohl "Das Vorspiel" als auch "Pelikanblut" werden in Hamburg gezeigt. In Katrin Gebbes Psychothriller spielt sie die alleinerziehende Mutter zweier adoptierter Kinder, die sich aufopert in ihrer Fürsorge und zu drastischen Maßnahmen greifen muss. An der Schaubühne, wohin sie 2013 vom Deutschen Theater gewechselt war, machte sie zuletzt in Thomas Ostermeiers Adaption des Didier-Eribon-Buchs "Rückkehr nach Reims" 2017 von sich reden.

In den USA ist Nina Hoss vor allem aus "Homeland" bekannt

Die Amerikaner, von denen Nina Hoss dieses Jahr in die Oscar-Academy aufgenommen wurde, kennen die Schauspielerin vor allem aus der Serie „Homeland“. Dort trat sie an der Seite von Claire Danes und Mandy Patinkin auf.
Der Hauptpreis in San Sebastián, die Goldene Muschel für den besten Film, ging an die brasilianische Produktion „Pacified“ des US-Regisseurs Paxton Winters, einer Geschichte über die 13-jährige Bewohnerin einer Favela in Rio de Janeiro. Bester Darsteller wurde Bukassa Kabengele aus "Pacified", die Ehrenpreise erhielten der kanadische Schauspieler Donald Sutherland, der griechisch-französische Regisseur Costa-Gavras und die spanische Oscar-Gewinnerin Penélope Cruz. (dpa/Tsp)
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