Initiative des Berliner Landesmusikrates : Violine ist das „Instrument des Jahres“

Die Geige ist das Basisinstrument jeden Orchesters. Deshalb, lobt Kultursenator Klaus Lederer, stärke sie den Zusammenhalt - auch der Gesellschaft.

Paul Gäbler
Die Geige von Walzerkönig André Rieu
Die Geige von Walzerkönig André RieuFoto: dpa

2020 ist nicht nur Beethoven-Jahr: Im Haus des Rundfunks stellte jetzt Kultursenator Klaus Lederer das „Instrument des Jahres“ vor: die Violine. Seit zehn Jahren gibt es die Initiative des Landesmusikrates schon, Schirmherrin ist diesmal Nadine Contini, Stimmführerin der 2. Geigen im Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Nach dem Cello und dem Saxofon in den vergangenen Jahren wird zum Beginn des neuen Jahrzehnts nun die Geige in den Mittelpunkt gerückt.

Sie sei das Basisinstrument, sagt Lederer einleitend. Kein Orchester der Welt käme ohne sie aus. „Musik verbindet – Zusammenhalt stärken“ lautet daher das Motto.

Gegen die Polarisierung

Die Gesellschaft drohe aktuell zu zerbrechen, klagt Hella Dunger-Löper, Präsidentin des Landesmusikrats. Musik sei ein wichtiges Mittel, um Menschen aus unterschiedlichen Richtungen zusammenzubringen, sowohl als Publikum als auch als Musikschaffende.

Contini fordert, sich von dem Leistungsgedanken innerhalb der Musik zu verabschieden: „Ich möchte weg von ,Höher, schneller, weiter‘. Mir geht es um die Tiefe. Ich möchte, dass aus dem ,Ich‘ wieder ein ,Wir‘ wird.“ Zum Jahr der Violine hat sie Carl Fleschs berühmte Geigenschule „Die Kunst des Violinspiels“ gemeinsam mit Maximilian Simon überarbeitet und neu aufgelegt. Deutschlandweit bekommen derzeit 37 000 Menschen Geigenunterricht.

Instrumentalunterricht wird ausgebaut

Angesprochen auf die Problematik, dass klassische Musik häufig in bildungsbürgerlichen Schichten bleibt, weist Lederer auf die Erfolge der musikalischen Früherziehung hin. „Kunst und Kultur sind kein Nice-to-have, sondern etwas, was gerade junge Menschen prägt und bildet.“ In den vergangenen Jahren sei es gelungen, den Instrumentalunterricht an den Berliner Musikschulen weiter auszubauen und auch die Situation der Lehrerinnen und Lehrer zu verbessern.

Über zwanzig Prozent der Beschäftigten sind inzwischen in festen Anstellungsverhältnissen. Das Ziel sei es nun, den Anteil bis 2015 auf 25 Prozent zu erhöhen. Die Musikschulen geben inzwischen verstärkt Leihinstrumente aus, um Kindern aus ökonomisch schwachen Haushalten den Zugang zur Musik zu ermöglichen. So hofft man, Musik wieder zu einem Erlebnis zu machen. Das würde der ganzen Gesellschaft helfen (weitere Infos zum „Instrument des Jahres“ unter www.landesmusikrat-berlin.de).

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