Jesca Hoop, Slowthai, Kelsey Lu : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Jesca Hoop, Slowthai, Kelsey Lu und Düsseldorf Düsterboys.

Tolle Frau, irre Stimme. Der Weird-Folk-Geheimtipp Jesca Hoop.
Tolle Frau, irre Stimme. Der Weird-Folk-Geheimtipp Jesca Hoop.Foto: Promo

Jesca Hoop: Stonechild (Memphis Industries)

Kluge Frau, irre Texte tolle Stimme, eine spinnerte Weird-Folk-Musik, die verzaubert. Jesca Hoop, einst Kindermädchen im Haushalt von Tom Waits, legte im Sommer mit Stonechild eine im Getöse leicht zu überhörende Platte vor. Ihr Konzert im Berliner Privatclub war eine Offenbarung. Andreas Müller, Moderator

Slowthai: Nothing great about Britain (Universal)

Tyron Kaymone Frampton alias Slowthai kommt aus einer Sozialbau-Siedlung in Northampton und rappt über Armut, Drogen, über die Abgehängten in der Provinz, die sich weder gesehen noch gehört fühlen. Er findet dafür brüllend komische Worte. Ein herrliches UK-Punk-Porträt. Elissa Hiersemann, Radio eins

Kelsey Lu: Blood (Columbia)

Kelsey Lu gilt Leuten wie Solange und Dev Hynes als erste Adresse in Sachen Cello, ihr eigenes Debüt ist global kaum verortbar, oft betont avantgarde, im Gesang aber erstaunlich mainstreamkompatibel. Nicht alles passt zusammen, aber gerade das macht das Album außergewöhnlich lebendig. Fabian Wolff, Musikjournalist

Düsseldorf Düsterboys: Nenn mich Musik (Staatsakt)

Die Ironie beginnt beim Namen dieses Nerd-Quartetts, das nicht aus Düsseldorf, sondern dem angrenzenden, unglamourösen Essen stammt. Berückend schön singen sie von knapp vermiedenen Zimmerbränden und Partys ohne Mama. Folk, Blues und Country auf Valium, wunderbar. Christian Schröder, Tagesspiegel

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